<< Ballin, Albert
Balling, Michael Joseph >>
Balling, Karl Josef Napoleon
Chemiker,
* 21.4.1805 Gabrielahütte (Kreis Saaz, Böhmen),
† 17.3.1868 Prag.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Michael Balling (1776–1841), Bergingenieur, Oberfischdirektor;
M Anna,
T des Gubernialrats und Berginspektors Karl Anton Rössler, Prag;
Gvv Kaspar Balling (
† 1805 Würzburg), Ingenieur;
Gmv Barbara Egermann;
Ur-Gvv Johann Kaspar Balling, Orgelbauer in Würzburg;
S Carl Albrecht Max Balling, Hüttenchemiker (1835–96).
Leben ↑
Balling studierte 1820-23 am Prager Polytechnikum und besuchte die Vorlesungen über Bergrechte an der Universität. Unter der Leitung seines Vaters absolvierte er seine Praxisjahre, wurde 1824 Adjunkt im Fachgebiet Chemie am Prager polytechnischen Institut. Diese Stellung hatte er bis zu seinem Tode inne. - Balling hat erstmalig in vielerlei Gebieten der angewandten Chemie mit Organisationsleistungen, aber auch persönlichen Arbeiten gewirkt. Er gründete in Böhmen das erste eigene Laboratorium für analytische Chemie mit ausgewählten Übungen. Seine Arbeitsgebiete betreffen hauptsächlich Metallurgie, Erforschung und Verwertung von Torf und Gärungschemie als sein Lieblingsfach. Balling gilt als ein Pionier der Hochofentechnik, besonders der Verwendung geeigneter Reduktionsmittel für böhmische Eisenerze. Die Zuckerindustrie in Böhmen, die Hauptversorgungsquelle der österreichisch-ungarischen Monarchie, wurde von ihm auf eine streng wissenschaftliche Grundlage bezüglich Arbeitsmethoden und Prüfung des Reinheitsgrades gestellt. Er war ein ausgezeichneter Lehrer einer ganzen Generation von technischen Chemikern. Balling zeigte auch großes Interesse an der geschichtlichen Entwicklung wichtiger Industrien und vor allem der ausgiebigen Verwertung statistischer Methoden. Seine Schrift „Die Eisenindustrie Böhmens“ gilt als Vorbild. In der Zuckerindustrie führte er die Verwendung des Saccharometers ein und lehrte eine rationelle Methode der Spirituserzeugung aus Melasse. Sein Werk „Die Gärungschemie“ genoß seinerzeit das höchste Ansehen und war die Grundlage vieler Fragen der Gärungschemie. Es gibt kaum ein Gebiet der Technologie, in dem er nicht für seine Zeit Bahnbrechendes geleistet hätte.
Werke ↑
Die saccharometr. Bierprobe, in: Encyclopäd.
Ztschr. d. Gewerbewesens 1843 (Sonderdr. Prag 1843, umgearb.
Ausg. Prag 1846 u. 1855); weitere einschläg.
Arbb. z. Biererzeugung in: Neue
Schrr. d.
k. k. patr. Ökonom.
Ges. in Böhmen 8, 1844 (auch Sonderdr.), u. in: Die Malz-Getreide-Bierbrauerei u.
belg. Brauart…, Prag 1845; Die Gärungschemie,
wiss. begründet u. ihre Anwendung auf Weinbereitung, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei u. Hefeerzeugung, 4
Bde., Prag 1844-47
(mehrere Aufl., gärungschem. Haupt-W); Der Getreidestein (Zeilithoid) u. seine Anwendung
z. Biererzeugung, Prag 1855; Die Eisenindustrie in Böhmen (umgearb. u. erweiterte
Ausg. durch seinen Sohn Carl Alb. Max
B.), in: Berg- u. Hüttenmänn.
Jb. d.
k. k. Bergak., 1867; zahlreiche
Arbb. z. Verhüttung
v. Eisenerzen,
üb. Farbstoffe, Schießbaumwolle, Zucker- u. Syrupfabrikation, Erzeugung
v. Stärkegummi, in:
Mitt. f. Gewerbe u. Handel, 1835, 1836, Encyclopäd.
Ztschr. d. Gewerbewesens, 1837–47, Ökonom. Neuigkeiten, 1837.
Literatur ↑
ADB II
(L); J. V. Divis,
Btrr. z. Gesch. d. Zuckerindustrie in Böhmen, 1830–1860, Kolin 1891, S. 125-28
(W, P);
Pogg. I
(W);
Ferchl; zu
Sohn Carl Alb. Max B.: BJ I, S. 11;
Pogg. III, IV
(W).
Autor ↑
Joseph GicklhornEmpfohlene Zitierweise ↑
Gicklhorn, Josef, „Balling, Karl Josef Napoleon“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
562 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117561843.html
<< Ballhorn, Johann
Balliu, Peeter de Balliu >>
Balling, Karl Josef Napoleon
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Balling: Karl Jos. Napoleon B., geb. 21. April 1805 zu Gabrielshütte, Saatzer Kreis, Böhmen, widmete sich zunächst dem Hüttenwesen und arbeitete unter der Leitung seines Vaters an den Eisenwerken zu Zbirowa; 1824 Assistent und 1835 Professor der Chemie an der ständischen polytechnischen Lehranstalt zu Prag, 1851 Präsident der österreichischen Commission bei der Londoner Weltausstellung, war in technischen und Zollangelegenheiten als Sachverständiger, als Mitglied von Prüfungscommissionen und als technisch-chemischer Schriftsteller sehr thätig, † 17. März 1868. Seine Hauptwerke sind: "Die Gährungschemie", in vier Bänden, 2. Aufl., Prag 1854—55; und "Die saccharometrische Bierprobe" daselbst in vielen Auflagen erschienen.
Literatur ↑
Seine journalistischen Arbeiten sind in verschiedenen österreichischen technischen Zeitschriften zerstreut, von denen er selbst während der Jahre 1845—48 die "Encyclopädische Zeitschrift des Gewerbewesens" vom Verein zur Ermunterung des Gewerbgeistes in Böhmen redigirte. Siehe: "Das ständische polytechnische Institut zu Prag, Programm zur 50jährigen Erinnerung an die Eröffnung des Instituts", redigirt von Jelinek, Prag 1856; ferner Lintner: "Der bairische Bierbrauer". Jahrgang 1867.
Autor ↑
Oppenheim.Empfohlene Zitierweise ↑
Oppenheim, Alphons, „Balling, Karl Josef Napoleon“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
2
(1875), S.
23
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117561843.html?anchor=adb
Balling, Karl Josef Napoleon
Name: Balling, Karl Josef Napoleon
Lebensdaten: 1805 bis 1868
Geburtsort: Gabrielahütte (Kreis Saaz, Böhmen)
Sterbeort: Prag
Beruf/Lebensstellung: Chemiker; Techniker
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Gicklhorn, JosefAutor ADB:
Oppenheim, AlphonsPND: 117561843