<< Fechenbach
Fechner, Gustav Theodor >>
Fechenbach, Friedrich Carl Constantin
Politiker,
* 7.11.1836 Aschaffenburg,
† 14.3.1907 Würzburg.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Friedrich (1790–1850),
Dr. iur., auf Laudenbach,
S d.
Jos. Franz Valentin (1761–1830),
kurmainz. Hof- u.
Geh. Rat, u. d.
Joh. Sophia Thekla
Gfn. v. Eltz;
M Caroline (1801–82),
T d.
Frdr. Frhr. v. Mairhofen, auf Aulenbach, u. d. Ludovica Freiin
v. Fechenbach-Sommerau;
⚭ Roßbach 1875 Bertha (1857–1916),
T d.
Wilh. Frhr. v. Thüngen (1805–71), Reichsrat d. Krone Bayern, u. d. Johanna Freiin
v. Preuschen
v. u. zu Liebenstein; kinderlos; mit s. Neffen u. Nichten starb d.
Geschl. 1951 aus.
Leben ↑
Fechenbach, zuerst aktiver bayerischer Offizier, kam in den 60er Jahren in die Politik. Ursprünglich nationalliberal, schloß er sich 1878 den Deutschkonservativen an und versuchte diese auf einem süddeutschen Parteitag in Ansbach für ein radikales sozialpolitisches Programm zu gewinnen. 1880 gründete er aus konservativen sozialreformerischen Protestanten und Katholiken eine interkonfessionelle „Sozial-conservative Vereinigung“ in Frankfurt am Main, die sich zu einer großen Mittelstandspartei auswachsen sollte, aber am Widerstand der bestehenden Parteien (Deutschkonservative, Zentrum, Christlich-Soziale) scheiterte. In den Folgejahren agitierte Fechenbach in Handwerker- und Bauernvereinen, schloß sich dann aber 1885 dem Zentrum an, wo er in den späteren Jahren zu der gehässigsten Anti-Bismarck-Fronde gehörte. – Fechenbachs sozialpolitisches Programm, mit dem er die Sozialdemokratie ausstechen wollte – Bebel zollte ihm als dem „vollkommensten Antipoden des Herrn Stumm“ eine gewisse Anerkennung – war sehr radikal; so sah er eine stufenweise Verstaatlichung der Großindustrie, besonders der Kohlengruben vor. Als Wirtschafts- und Sozialpolitiker blieb er ein einflußloser Einzelgänger, aber durch seine publizistische Sammlertätigkeit hat er sich ein bleibendes Denkmal gesetzt. Seine sozialkundliche Presseausschnittsammlung für die Jahre 1876-95 ist in Laudenbach erhalten geblieben. Die Dokumentation seines Archivs für die Parteigeschichte der 80er Jahre (speziell Deutschkonservative, Antisemitenparteien, Zentrum, Sozialdemokratie) dürfte umfangreicher sein als die der betreffenden Parteiarchive. Es befinden sich dort auch an Fechenbach gerichtete Briefe zahlreicher Politiker (Wagener, Stöcker, Windthorst, Schorlemer-Alst, Bebel und andere).
|Werke ↑
W u. a.
Analyse d.
sog. bayer.-patriot. Partei, 1870;
Ultramontanes u. pseudopatriot. Doppelspiel, 1870;
Die Ursachen d. Entstehung u. Weiterentwicklung d. Soc.demokratie, 1880
(anonym);
Promemoria
z. Slg. aller christl.-conservativen Parteigruppen, 1880;
Denkschr. nebst d. dazu gehörenden Referaten f. d. erste
Gen. Verslg. d. soc.-conservativen Vereinigung, 1881;
Ein
Btr. z. Lohn- u. Arbeiterfrage, 1882;
Der fünfte Stand u. d. Regierungen, 1884;
Gouvernemental u. conservativ
od. d. Partei Bismarcks sans phrase, 1885;
Noch einmal: Die Partei Bismarcks sans phrase, 1885;
Fürst Bismarck u. d.
dt.-conservative Partei
od. e.
pol. Abrechnung, 1887;
Papst, Centrum u. Bismarck, 1887;
Denkschr.
üb. d. Arbeiterfrage, erstattet d. soc.-
pol. Konferenz f. d. Mittelrhein, 1888;
Die
kaiserl. Erlasse
v. 4.
Febr. 1890, 1890;
Die Wahrheit
üb. Bismarck, 1892 (
Ps. Fürchtegott Peinlich, Registrator d. gesch. Wahrheit);
Die Bedeutung d. heutigen Soc.demokratie f. Staat u.
Ges., 1895.
Literatur ↑
P. Jostock, Der
dt. Katholizismus u. d. Überwindung d. Kapitalismus, 1932, S. 123
ff.;
H. J. Schoeps,
CDU vor 75 J., Die soz.
pol. Bestrebungen d. Reichsfrhr.
F. C.
v. F., in:
Zs. f.
Rel. u. Geistesgesch., 1957, S. 266-77.
Autor ↑
Hans Joachim SchoepsEmpfohlene Zitierweise ↑
Schoeps, Hans-Joachim, „Fechenbach, Friedrich Carl Constantin“,
in: Neue Deutsche Biographie
5
(1961), S.
36 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd128962518.html
Fechenbach, Carl Freiherr von
Name: Fechenbach, Carl Freiherr von
Namensvariante: Fechenbach, Friedrich Carl Constantin Freiherr von
Namensvariante: Peinlich, Fürchtegott
Lebensdaten: 1836 bis 1907
Geburtsort: Aschaffenburg
Sterbeort: Würzburg
Beruf/Lebensstellung: Politiker
Konfession: katholische Familie
Autor NDB:
Schoeps, Hans-JoachimPND: 128962518