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NDB-Artikel

<< Elisabeth Charlotte     Elisabeth, heilig >>

Elisabeth

Herzogin zu Sachsen, * 4.3.1502 Marburg/Lahn, 6.12.1557 Schmalkalden, Elisabethkirche Marburg. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Landgraf Wilhelm II. (der Mittlere, der Reiche) v. Hessen (1469–1509); M Anna ( 1525, s. NDB I); B Landgraf Philipp der Großmütige v. Hessen ( 1567); Marburg 29.8.1515 Hzg. Johann zu Sachsen (1498–1537), S des Hzg. Georg des Bärtigen ( 1539); kinderlos.

Leben  
Elisabeth, eine der einflußreichsten evangelischen Fürstinnen der Reformationszeit, verlebte infolge der Auseinandersetzung der Mutter mit den hessischen Ständen eine bewegte Kindheit. Als Gemahlin des Thronfolgers verbrachte sie 20 Jahre am Hofe des sittenstrengen Herzog Georgs in Dresden. Trotz der lutherfeindlichen Haltung des Schwiegervaters reifte sie hier zur entschiedenen Protestantin, versöhnte Bruder und Schwiegervater, vermittelte oft zwischen Albertinern und Ernestinern und erkannte in Otto von Pack den Betrüger. Während Philipps Kampf um Württemberg gegen König Ferdinand I. leitete sie selbständig den Frieden ein und erreichte den Vertragsabschluß von Kaaden (1534), durch den Württemberg evangelisch wurde. Trotz ihres mächtigen Gegenspielers Georg von Carlowitz gewann sie entscheidenden Einfluß auf den jungen Herzog Moritz in Dresden 1534-37. Nach dem Tode ihres geliebten Gemahls regierte sie ein Jahrzehnt unumschränkt als „die Herzogin zu Rochlitz“ über ihr Wittum: Schloß, Stadt und Amt Rochlitz (daher Herzogin zu Rochlitz) mit den Städten Mittweida und Geithain und Schloß und Amt Kriebstein mit Waldheim und Hartha (auf Wunsch von Moritz vertauschte sie 1543 Schloß und Amt Kriebstein mit den Ämtern Dornburg und Camburg an der Saale). Nach dem Vorbild Georgs erhöhte sie durch Ordnung und Wachsamkeit die Einkünfte ihrer Ämter, führte aber gegen seinen Willen 1537 die Reformation durch.
Ihr Bruder bewirkte 1538 ihre Aufnahme in den Schmalkaldischen Bund. Durch Philipps Doppelehe, die sie nicht billigte, kam es zu monatelangem Zerwürfnis zwischen dem Geschwisterpaar. In 3jähriger Mühe setzte sie die Vermählung des Herzogs Moritz mit Agnes, der ältesten Tochter ihres Bruders durch. 1542 half sie zur rechtzeitigen Einstellung der Wurzener Fehde zwischen den sächsischen Vettern. Ihre eifrigste Tätigkeit entfaltete sie vor und in dem Schmalkaldischen Krieg. Unermüdlich rang sie darum, Moritz gegen die Habsburger zu beeinflussen. Nach dem Kampf um Rochlitz wurde sie von den habsburgfreundlichen Räten des Herzogs Moritz fälschlich des Verrates beschuldigt und durch Entziehung ihres Leibgutes „im Namen des Kaisers“ von Herzog Moritz ausgeschaltet. Sie zog nach Kassel zu ihrem Bruder, betreute nach seiner Gefangennahme seine Kinder und wahrte seine Rechte gegen die Henneberger in Stadt und Amt Schmalkalden, dessen hessischen Teil ihr Philipps Räte im November 1548 überließen, weil sie ihm im Krieg 15 000 Gulden geborgt hatte. Immer wieder mahnte sie den jungen Landgrafen Wilhelm und Kurfürst Moritz, der sie nach der Versöhnung 1549 für ihr Leibgut jährlich mit Geld (7000 Gulden) entschädigte, zum Befreiungskampf gegen den Kaiser und erreichte 1552 ihr Ziel. Nach dem Tode von Moritz erblindete sie aus Schmerz 2 Monate. Sie vermittelte die Ehe seiner Witwe mit dem Ernestiner Herzog Johann Friedrich II. Elisabeth war eine wachsame Hüterin evangelischer Frömmigkeit und deutscher Einigkeit und lieferte uns durch ihren erst kürzlich entzifferten umfangreichen Briefwechsel mit den führenden Fürsten der Reformation, ihrem Bruder und ihren beiden sächsischen Vettern, Kurfürst Johann Friedrich, der ihr wie ein Bruder war, und Herzog Moritz, der ihr wie ein Sohn nahestand, den Schlüssel zum Verständnis dieser drei Herrscherpersönlichkeiten.

Literatur  
G. Planitz, Zur Heiratsgesch. d. Hzgn. v. Rochlitz, in: Neues Archiv f. sächs. Gesch. 24, 1903; ders., Zur Einführung d. Ref. in d. Ämtern Rochlitz u. Kriebstein, in: Btrr. z. sächs. KG 17, 1904; E. Werl, E., Hzgn. zu Sachsen, die Schwester Landgf. Philipps v. Hessen, Diss. Leipzig 1938 (Teildruck); dies., in: Sächs. Lb. II, 1938, S. 48-69; dies., in: Hess. Jb. 1957, S. 199-229.

Portraits  
Kolorierte Federzeichnung im Stammbuch sächs. Fürsten (Landesbibl. Dresden); Gem. v. L. Cranach, 1534 (Landesmus. Darmstadt); Ölgem. im Hospital zu Schmalkalden, wahrsch. erst etwa 20 J. nach ihrem Tode gemalt u. 1707 nicht gut erneuert.

Autor  
Elisabeth Werl
Empfohlene Zitierweise  

Werl, Elisabeth, „Elisabeth“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 451 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd13669523X.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 451
Erwähnungen: 
NDB 6 (1964), S. 225*
NDB 20 (2001), S. 376*

PND: 13669523X
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Index

Elisabeth

Name: Elisabeth
Namensvariante: Elisabeth von Hessen
Lebensdaten: 1502 bis 1557
Geburtsort: Marburg/Lahn
Sterbeort: Schmalkalden
Beruf/Lebensstellung: Herzogin von Sachsen
Konfession: katholisch; evangelisch
Autor NDB: Werl, Elisabeth
PND: 13669523X

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Elisabeth

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