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Blanckenburg, Henning Karl Moritz von|
preußischer Politiker,
* 25.5.1815 Zimmerhausen (Kreis Regenwalde),
† 3.3.1888 Zimmerhausen (Kreis Regenwalde). (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Eduard (1789–1872), Großgrundbesitzer,
S des Henning und der Friederike von Zastrow;
Tante Luise von Blankenburg (
⚭ Ludwig von Gerlach, 1795–1877, Appellationsgerichtspräsident, konservativer Politiker);
M Emma von Frankenberg und Proschlitz (1793–1838);
⚭ 1) Marie,
T des preußischen Parlamentariers Adolf von Thadden (1796–1882), 2) 1853 Therese von Below (1822–91); 1
T aus 1), 1
S aus 2).
Leben ↑
|Blanckenburg studierte die Rechte und Staatswissenschaften. 1843 verließ er die Beamtenlaufbahn und bewirtschaftete seine Güter. 1852 schloß er sich als Abgeordneter der äußersten Rechten in der zweiten Kammer an; 1858 wurde er konservativer Fraktionsführer und unterstützte Bismarck im Heereskonflikt. 1861 gründete er mit H. Wagener zusammen den Preußischen Volksverein. 1867 wurde er in den norddeutschen, 1871 in den deutschen Reichstag gewählt. 1873 zog er sich zurück, weil er nicht Oppositionsführer gegen seinen Jugendfreund Bismarck werden wollte, dessen Kulturkampfpolitik er als Pietist und separierter Lutheraner nicht billigen konnte. Seine Enttäuschung war so groß, daß er alle in seinem Besitz befindlichen Briefe Bismarcks verbrannte. Blanckenburg war kein streng legitimistischer Politiker wie sein Onkel Ludwig von Gerlach,stand aber bis zu dessen Bruch mit Bismarck stark unter seinem Einfluß. Als weiche und eindrucksfähige Natur war er der gegebene Vermittler von Gegensätzen erst innerhalb der konservativen Partei, dann zwischen dieser und Bismarck. Starker politischer Eigenwille ging ihm ab, weshalb er nach dem Urteil Gerlachs und seines eigenen Schwiegervaters, Adolf von Thadden, zu leicht die Linie verlor und wetterwendisch wirkte. Durch seine Bekehrungsbriefe an Bismarck in der religiösen Krisis 1843 und später durch seine politischen Briefe an den Kriegsminister Albrecht von Roon, abgedruckt in dessen Denkwürdigkeiten, ist er weiteren Kreisen bekannt geworden. Nachdem er den Posten eines Oberpräsidenten abgelehnt hatte, wurde er 1883 zum Generallandschaftsdirektor der Provinz Pommern ernannt.
Literatur ↑
E. Marcks, Bismarck, 1909, S. 217 ff., 292 ff.
u. ö.;
G. Ritter, Die
preuß. Konservativen u. Bismarcks
dt. Politik 1858–76, 1913, S. 20;
H.
v. Petersdorff, in: H.
v. Arnim-G.
v. Below:
Dt. Aufstieg, 1925, S. 157 ff.;
A. O. Meyer, Bismarck, d. Mensch u. d. Staatsmann, 1949, S. 40 ff.;
H. J, Schoeps, Das andere Preußen, 1952.
Autor ↑
Hans-Joachim SchoepsEmpfohlene Zitierweise ↑
Schoeps, Hans-Joachim, „Blanckenburg, Henning Karl Moritz von“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
285-286
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd133986047.html
Blanckenburg, Moritz von
Name: Blanckenburg, Moritz von
Namensvariante: Blanckenburg, Henning Karl Moritz von
Lebensdaten: 1815 bis 1888
Geburtsort: Zimmerhausen (Kreis Regenwalde)
Sterbeort: Zimmerhausen (Kreis Regenwalde)
Beruf/Lebensstellung: preußischer Politiker; Generallandschaftsdirektor
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Schoeps, Hans-JoachimPND: 133986047