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Baier, Johann Wilhelm der Ältere >>
Baier, Johann Jakob
Arzt und Naturforscher,
* 14.6.1677 Jena,
† 14.7.1735 Altdorf. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Wilhelm Baier der Ältere (s. 2); 2mal verheiratet;
S Ferdinand Jakob Baier (1707–86), Arzt in Nürnberg, dann Leibarzt in Ansbach, seit 1770 Präsident der kaiserlichen Akademie der Naturforscher; 1
T.
Leben ↑
Baier studierte in Jena und Halle und wurde 1704 Professor der Medizin in Altdorf. Die kaiserliche Akademie der Naturforscher, die er als Präsident (seit 1731) nach Altdorf verlegte, brachte er zu großer Blüte und wurde in der Folge kaiserlicher Leibarzt und Pfalzgraf. Mit seiner „ 'Ορυκτογραφία Norica …“ (Nürnberg 1708), einer Gesteinskunde der Nürnberger Gegend, begründete er die Geo- und Paläontologie Frankens. Baier hielt Ichthyosaurier- für Fischwirbel, erkannte aber bereits verschiedene „Naturspiele“ als Versteinerungen und brachte viele naturgetreue Kupferstiche von Fossilien. Außerdem arbeitete er pharmazeutisch über den botanischen Garten in Altdorf und verfaßte Biographien von Ärzten.
Werke ↑
Oryctographia Norica s. rerum fossilium et ad minerale regnum pertinentium in territorio Norimb. eiusque vicinia observatarum succincta descriptio, Cum supplementis, Altdorf 1730
(Neuausg. d. Werkes v. 1708), neue
Ausg. v. Ferd. Jak. B., Nürnberg 1758;
s. a. G. A. Will-Ch. C. Nopitsch, Nürnberg. Gelehrtenlex. I, Nürnberg-Altdorf 1755, S. 59-62, V, 1802, S. 47 f.
Literatur ↑
E. Stromer
v. Reichenbach, in: Natur u. Volk,
Bd. 75/76, 1946, S. 25-31
(P);
Nouv. Biogr. IV, 1859
(W);
Pogg. I;
BLÄ I, 1929;
Ferchl.
Portraits ↑
Kupf., Medaillen u. Gemmen (
Stadtbibl. u.
German. Mus. Nürnberg);
s. a. G. W. Panzer, Nürnberger Portraitisten, 1790, S. 9.
Autor ↑
Arthur KreinerEmpfohlene Zitierweise ↑
Kreiner, Arthur, „Baier, Johann Jakob“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
543
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116040122.html
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Baillet, Christoph Ernst von >>
Baier, Johann Jakob
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Baier: Joh. Jakob
B.
(Bajer), ein gelehrter, wegen seiner glücklichen
Kuren berühmter Arzt und Naturforscher, geb. 14. Juni 1677 zu Jena als zweiter Sohn des Kirchenraths und
Oberhofpredigers Joh. Wilh.
B.
d. Aelt.;
|† 14.
Juli 1735 zu Altdorf.
Er studirte zuerst in Jena, dann in Halle Medicin. Nach Beendigung
seiner Studien unternahm er eine Reise durch Sachsen und Preußen
nach Livland und wurde, 1700 nach Jena zurückgekehrt, Magister der
Philosophie und Doctor der Medicin. Nach einem zweiten, nur kurzen
Aufenthalte in Halle ging er 1701 nach Nürnberg, der Geburtsstadt
seines Vaters, wohin ihn vielfache verwandtschaftliche
Verhältnisse zogen. Hier wurde er in das Collegium medicum aufgenommen und beim
Ausbruche der Pest als Medicus angestellt. Kurze Zeit darauf nach
Regensburg als Stadtmedicus berufen, verweilte er dort jedoch nur
bis zu seiner Ernennung als Prof. der Medicin an Astin's Stelle an
der Univ. Altdorf, wo er am 2. Mai 1704 seine Antrittsrede hielt.
Er wurde hier Mitglied der Acad. natur.
Curios., später Adjunkt und nach dem Tode des Präsidenten
Schröck selbst Präsident dieser Akademie, womit der Ehrentitel
eines kais. Leibarztes verbunden war; dabei verwaltete er das
Physicat in Altdorf und den berühmten hortum
medicum daselbst, wurde auch noch gräst. Ansbach.
Leib-Medicus und war achtmal Decan und zweimal Rector. Seit seiner
Uebersiedelung nach Altdorf beschäftigte sich
B.
in seinen Mutzestunden mit dem Untersuchen und Sammeln
von Pflanzen und Mineralien, besonders Versteinerungen, welche in
der Umgegend von Altdorf in eben so großer Menge wie seltener
Schönheit in den Lias- und Juraschichten sich finden. Dem Ordnen
und der Beschreibung dieser Versteinerungen waren besonders seine
späteren Lebensjahre gewidmet und in dieser Richtung hat er auch
durch seine zwei Werke über die Petrefacten des Nordgaus (Noricus ager) für seine Zeit Hervorragendes
geleistet. Das erste Werk "Ὀϱυϰτογϱαϕία norica
cum iconibus lapidum figuratorum", 1708 in Nürnberg
erschienen, enthält eine topogr. min. Beschreibung der Umgegend
und dann eine specielle der sog. figurirten Gesteine, von denen
ganz vortreffliche Abbildungen in mehreren Kupfertafeln, Vorbilder
des späteren vortrefflichen Werkes von Walch, beigegeben sind. Die
Versteinerungen werden darin zwar noch als lusus naturae bezeichnet, aber nur in dem
Sinne, daß sie Nachahmungen bestimmter Naturgestalten unbekannten
Ursprungs seien, während ein großer Theil bereits richtig als
veränderte Thier- und Pflanzenkörper bezeichnet wird. Ein Nachtrag
zu diesem Werke: "Monum. rerum
petrificatarum" wurde von seinem Sohne Ferd. Jakob 1757
besorgt. Außerdem lieferte er noch einige Schriften
mineralogischen und eine sehr große Menge kleinerer medicinischen
Inhalts. Daran reihen sich "Biographia
Professorum medicin." Altdorf 1728 und Bd. II und III der "Act. Acad. nat. cur."
Literatur ↑
Baier, Biogr. Prof. med. Alt. 1728.
Will, Nürnb. Gel.-Lex.
Autor ↑
Gümbel.
Empfohlene Zitierweise ↑
Gümbel, Wilhelm von, „Baier, Johann Jakob“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
774-775
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116040122.html?anchor=adb
Baier, Johann Jakob
Name: Baier, Johann Jakob
Namensvariante: Bajer, Johann Jakob
Lebensdaten: 1677 bis 1735
Geburtsort: Jena
Sterbeort: Altdorf
Beruf/Lebensstellung: Mediziner; Naturforscher; Geologe; Paläontologe
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Kreiner, ArthurAutor ADB:
Gümbel, Wilhelm vonPND: 116040122