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Bader, Karl Adam
Leben
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Leben ↑
Bader: Karl Adam
B.
, geb. 10. Jan. 1789
in Bamberg, gest. in Berlin
14. April 1870, war der Sohn eines
Domorganisten und wurde durch seinen Vater von frühester Jugend an
musikalisch ausgebildet. Schon seine Knabenstimme, ein schöner
Sopran, erregte Aufsehen. Mit 18 Jahren trat er als Organist an
des Vaters Stelle. Der seltene Wohlklang seiner metallreichen
Tenorstimme zog ihn, der für die geistliche Laufbahn bestimmt war,
in profane Kunstkreise, so daß er im J. 1811 zur Bühne übertrat.
In Bamberg blühte zu jener Zeit ein treffliches Theater. Franz von
Holbein war der kunstverständige Director, der geniale E. T. A.
Hoffmann der Musikdirector desselben. Unter dem Schutz und der
Leitung dieser Männer betrat
B.
zuerst die Bretter in der Paer'schen Oper "Camilla"
als Loradeno, dann als Belmonte in Mozart's Entführung, und als
Sargines in Paer's gleichnamiger Oper mit dem günstigsten Erfolge.
Bald darauf trat er zum Münchener Hoftheater über und fand hier in
Brizzi, dem berühmtesten Tenor jener Zeit, ein mustergiltiges
Vorbild, in dem Capellmeister Lindpaintner einen tüchtigen Führer.
Nach vierjährigem Engagement verließ er, zum Meister
herangebildet, München und sang an den Bühnen von Bremen, Hamburg
und Braunschweig mit außerordentlichem Erfolg. Im J. 1818 sang er
zum ersten Male als Gast in Berlin, ward mit großem Beifall
aufgenommen und trat 1820 in ein festes Engagement an der
königlichen Bühne, der er — mit dem Titel "Kammersänger"
ausgezeichnet — bis zum Jahre 1845 als actives Mitglied angehörte.
Einige Jahre nach seiner Pensionirung führte er noch die Regie der
Oper und leitete bis zu seinem Tode die musikalischen Aufführungen
in der katholischen Hedwigskirche.
B.
war in seiner Glanzzeit, die in die zwanziger und
dreißiger Jahre fällt, unbestritten der erste Tenorist der
deutschen Bühne. Seine Stimme war von außerordentlichem Wohlklang
und von seltener Kraft. Dabei war er ein edler, feuriger und
geistvoller Darsteller. Die ersten Tenorpartien der großen,
lyrischen
|und selbst komischen Oper waren seine
Glanzleistungen, doch dem colorirten Gesang fügte sich seine sonst
trefflich ausgebildete Stimme nur in geringem Grade. Er war
berühmt als Masaniello, Robert, Cortez, Licinius, Othello, Max,
Hüon, Nadori, Adolar, Johann von Paris, Joconde, Maurer, Iwanow.
Die genannten Rollen bezeichnen den außerordentlichen Umkreis
seines Repertoires, das er mit Meisterschaft beherrschte.
B.
starb als allgemein verehrter Greis am Grünen
Donnerstage 1870 im königl. Schlosse zu Berlin im Kreise seiner
Familie und ward am zweiten Ostertage begraben.
Autor ↑
Förster.
Empfohlene Zitierweise ↑
Förster, „Bader, Karl Adam“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
761-762
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119000121.html?anchor=adb