<< Badeni, Kasimir Graf von
Bader, Johannes >>
Bader, Augustin
Wiedertäufer, hingerichtet 30.3.1530 Stuttgart.
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| Literatur
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Leben ↑
Bader, von Beruf Kürschner, wurde mit seiner Frau Sabine durch Jakob Groß 1526 in Augsburg wiedergetauft. In Augsburg und Kaufbeuren als Organisator täuferischer Gemeinden tätig, wurde er im September 1527 in Augsburg gefangen gesetzt und kam, nachdem er Widerruf geleistet hatte, im Oktober desselben Jahres wieder in Freiheit. Das Täufertum war für ihn nur eine Übergangsphase, die er schon Ende 1528 hinter sich ließ. Seither war Bader das Haupt einer ganz kleinen wandernden enthusiastischen Splittergruppe mit stärksten religiösen Wahnvorstellungen und Hoffnung auf das tausendjährige Reich. Unter seinen 4 Anhängern war immerhin der frühere katholische Priester Oswald Leber von Herbolzheim. Nach Baders völlig ausgebildetem Wahnsystem war sein kleiner Sohn der Messias des kommenden Gottesreiches, Bader selbst der Stellvertreter seines Sohnes. Größenwahn trieb zur Anschaffung königlicher Prachtgewänder und Insignien: Schwert, Kette, Krone, Dolch, Szepter und Ring. Die kleine Gruppe wurde auf württembergischen Gebiet im Januar 1530 festgenommen, der Kronschatz beschlagnahmt. Die württembergische Regierung erkannte diese armen Menschen nicht als harmlose Verrückte mit Größenwahn, führte vielmehr einen hochpolitischen Prozeß gegen den „König“ und sein „Reich“ mit grausamer Folterung. Mit seinem eigenen Königsschwert wurde er enthauptet. Baders Witwe widerrief, kam frei und durfte auf Fürsprache der Straßburger Reformatoren Martin Bucer und Wolfgang Capito, denen bei diesem Prozeß nicht recht wohl war, nach Augsburg zurückkehren. Dem süddeutschen Täufertum darf die religiöse Verwirrung Baders und seiner Genossen keineswegs zugeschrieben werden.
Literatur ↑
ADB I;
F. Roth, Augsburg.
Ref.-
Gesch., 1901–1904;
G. Bossert, A.
B. v. Augsburg u. seine Genossen nach d. Prozeß-Akten
v. 1530, in: Archiv f.
Ref.gesch.,
Bd. 10, 1913, S. 110-75, 209 bis 241, 297-349,
Bd. 11, 1914, S. 19-64, 103-33, 176-99;
H. Steiger,
Gesch. d. Stadt Augsburg, 1941;
Ch. Hege, in: Mennonit.
Lex. II, 1913–27;
RGG;
s.a. Schottenloher I.
Autor ↑
Eberhard TeufelEmpfohlene Zitierweise ↑
Teufel, Eberhard, „Bader, Augustin“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
512
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd122336569.html
<< Bädeker
Bader, Johann >>
Bader, Augustin
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Bader: Augustin
B.
, auch
Weber genannt, ein
Kürschner in Augsburg, trat daselbst 1529 als Prophet aus. Er war
ein Wiedertäufer von jenen destructiven Tendenzen, wie sie in
Augsburg vor ihm schon von Hans Hut gepredigt wurden und bald
darauf in Münster zum offenen Aufruhr führten.
B.
verkündete, daß nach einem Aufruhr von dritthalb
Jahren das tausendjährige Reich beginnen und dann sein eigenes
Kind regieren werde. Er selbst ließ sich, mit Krone und Scepter
angethan, königliche Ehren erweisen. Nachdem er aber seine Rolle
eine Zeit lang gespielt hatte, wurde er verrathen und mußte aus
der Stadt fliehen. In einer Mühle bei Blaubeuren in Würtemberg
wurde er ergrifsen, ward nach Stuttgart gebracht und dort 1530
unter grausamen Martern hingerichtet. — Vergl. Otttius, Annales Anabaptistici, Lasil. 1572. p.
52. Cornelius, Geschichte des Münstersch. Aufruhrs, Buch 2.
9.
Autor ↑
Brecher.
Empfohlene Zitierweise ↑
Brecher, Adolf, „Bader, Augustin“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
760
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd122336569.html?anchor=adb
Bader, Augustin
Name: Bader, Augustin
Namensvariante: Weber, Augustin
Lebensdaten: gestorben 1530
Beruf/Lebensstellung: Wiedertäufer; Kürschner
Konfession: Wiedertäufer
Autor NDB:
Teufel, EberhardAutor ADB:
Brecher, AdolfPND: 122336569
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Bader, Augustin
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