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Backhuysen, Ludolf
holländischer Marinemaler, Porträtist und Stecher,
* 28.12.1631 Emden (Ostfriesland),
† 7.11.1708 Amsterdam.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Gerard Backhusen (Backhusius), kaiserlicher Notar in Emden;
M Margaretha Jansen;
⚭ 1) 1657 Lysbeth Lubbers von Amsterdam, 2) 1660 Catharina (
* 1634).
T des Pieter Bevel aus Haarlem, 3) 1664 Alida Greffet aus Amsterdam, verwitwete Nicke, 4) Anna de Hooge (
† 1717) von Amsterdam; mehrere
K.
Leben ↑
Backhuysen kam 1649 als Kommis nach Amsterdam. Wegen seiner Kalligraphie, die in Amsterdam wie eine der schönen Künste geschätzt wurde, wird er 1656 noch als Schreiblehrer erwähnt. Vom Leben des Amsterdamer Hafens angelockt, wurde er unter Einfluß von Allart van Everdingen und Hendrick Dubbels ein geschätzter und anerkannter Marinemaler. 1665 bestellt die Stadt Amsterdam bei ihm ein großes Marinebild für den französischen Minister Hugues. Seine Fertigkeit in der Zeichnung von Schiffen brachte ihm pekuniären Erfolg und eine Lehrtätigkeit, weshalb Zar Peter der Große, der König von Preußen, der Kurfürst von Sachsen ihn aufgesucht haben sollen. Neben Willem van de Velde galt er bis weit ins 18. Jahrhundert als der größte Seemaler, obwohl er sich zu selten beruhigten Veduten hingezogen fühlte. Zusammenfassend und abschlußhaft steht er als letzter führender Seemaler in Amsterdam in der Entwicklung der niederländischen Marinemalerei, die mit ihm ihren Höhepunkt und Verfall erreicht, wobei van de Velde als reiner Künstler überragend sich behauptet. Von den 70er Jahren an wandte sich das Schaffen des virtuosen Künstlers, der sich vorwiegend nach dem Geschmack und den Wünschen seiner Auftraggeber richtete und immer mehr die effektvolle, allzu vielseitige, schematische, oft harte Vedute bevorzugte, von den feinen, einheitlichen, hellgrauen Tönen und einfachen, oft vor der Natur auf See gemalten Kompositionen der Frühzeit ab. Der Umfang seines gemalten Gesamtwerkes, das in allen großen Museen in Marinen (
z. T. mit biblischer und historischer Staffage, aber nie südlichen Charakters) studiert werden kann, ist groß. Seine Porträts sind ungleichwertig. Als fruchtbarer Zeichner ist Backhuysen von wesentlich einheitlicher Qualität. Selbst als Radierer tätig, haben viele französische, holländische und englische Stecher nach ihm gearbeitet.
Literatur ↑
ADB I;
F. C. Willis, Die
niederländ. Marinemalerei,
o. J., S. 107 ff;
C. Hofstede de Groot,
Verz. d. Werke d. bedeutenden
holländ. Maler d. 17. Jh.s VII, 1918, S. 237 ff.;
W. Bernt, Die
niederländ. Maler d. 17. Jh.s I, 1948, S. 34 ff.;
F. W. H. Hollstein, Dutch and Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts I, Amsterdam 1950, S. 54 ff.
(L);
ThB.
Portraits ↑
Selbstbildnis
v. 1699 (Rijksmus. Amsterdam); Bildnis
v. W.
v. Mieris, 1697 (
Mus. Schwerin), auch
v. J. Gole geschabt,
v. J. Houbraken gestochen.
Autor ↑
Werner TeupserEmpfohlene Zitierweise ↑
Teupser, Werner, „Backhuysen, Ludolf“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
506
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119286564.html
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Bakker, Jan de Pistorius >>
Bakhuizen, Ludolf
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Bakhuizen: Ludolf
B.
, berühmter holländischer Marinemaler, geb. 1631 zu Emden, † zu Amsterdam 7. Nov. 1709. Zuerst ward er als Schreiber
auf dem Bureau seines Vaters beschäftigt. Im J. 1750 kam er nach
Amsterdam, um die Kaufmannschaft zu erlernen, wandte sich aber
bald der Malerei zu und lernte bei A. van Everdingen und
namentlich auch bei Hendrik Dubbels.
|Dadurch und
durch fleißiges Studium der Natur eignete er sich bald eine
beneidenswerthe Vielseitigkeit an. Um das Wüthen des Sturmes, das
Stranden der Schiffe etc. kennen zu lernen, ließ er sich sogar oft
hinausfahren, ohne auf die Lebensgefahr zu achten. Durch seinen
unermüdlichen Fleiß wuchs seine Geschicklichkeit, durch seine
Geschicklichkeit sein Ruhm. Im J. 1665 bestellten die
Bürgermeister von Amsterdam bei ihm ein großes Gemälde, die
Ansicht von Amsterdam vom Y aus mit einer Anzahl von Schiffen,
Jachten und Booten und gaben ihm die für damals außerordentliche
Summe von 1300 Gulden und noch eine Belohnung; das Bild wurde an
Ludwig XIV. zum Geschenke gesandt und hängt jetzt im Louvre. Der
König von Preußen, der Großherzog von Toscana, der Kurfürst von
Sachsen und verschiedene andere deutsche Fürsten suchten ihn auf;
der Czar Peter von Rußland ließ ihn in seinem Beisein verschiedene
Gattungen von Schiffen für ihn zeichnen, während seine Majestät zu
gleicher Zeit einige Schiffe aufs Papier brachte. Bakhuizen's
letzte Tage wurden durch Steinleiden getrübt; er starb ruhig und
ergeben, nachdem er überhaupt sein Leben still, bescheiden und
tugendhaft geführt hatte, wie Houbraken von ihm berichtet.
B.
galt lange für den ersten holländischen Marinemaler.
Heutzutage ist freilich sein Ruhm gesunken, ja man hat ihn zu
einem mittelmäßigen Künstler degradirt. Es ist allerdings nicht
abzuleugnen, daß verschiedene seiner Gemälde durch kalte, geleckte
Färbung, durch die unnatürliche Verdunkelung des Himmels gegen die
Erde und namenlich durch die bunte, schlechtgezeichnete und
-componirte Staffage abstoßend wirken. Er hätte sich nicht so oft
verleiten lassen sollen, die Figuren zur Hauptsache oder doch zu
einem hervorragenden Bestandtheil seiner Bilder zu machen. Doch
gibt es auch Werke von ihm, deren Farbe eine größere Klarheit und
Naturwahrheit zeigt. Und ganz besonders war er ein trefflicher
Zeichner und verstand sich darauf, die Bewegung des Wassers in
leichter Brise und im wüthendsten Sturme zu bemustern. Die
Auffassung der Wellen zeugt öfter von einer gewissen
Großartigkeit, wenn wir auch die volle Naturfrische J. van
Ruisdael's und Willem van de Velde's vermissen. Meisterhaft sind
seine häusig vorkommenden Zeichnungen. Er radirte auch mit
sicherer Hand eine Anzahl (gegen 15) Blätter, von denen die
meisten mit dem J. 1701 bezeichnet sind. Seine Gemälde finden sich
in den meisten Hauptgalerien und kommen auch zahlreich im
Privatbesitze vor. Nachahmer hat er viele gehabt.
Autor ↑
W. Schmidt.
Empfohlene Zitierweise ↑
Schmidt, Wilhelm, „Bakhuizen, Ludolf“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
777-778 unter Bakhuizen
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119286564.html?anchor=adb
Backhuysen, Ludolf
Name: Backhuysen, Ludolf
Namensvariante: Bakhuizen, Ludolf
Lebensdaten: 1631 bis 1708
Geburtsort: Emden (Ostfriesland)
Sterbeort: Amsterdam
Beruf/Lebensstellung: Marinemaler; Porträtist; Stecher
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Teupser, WernerAutor ADB:
Schmidt, WilhelmPND: 119286564