Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Fröhlich, Franz Joseph     Fröhlich, Katharina >>

Fröhlich, Friedrich Wilhelm

Physiologe, * 28.5.1879 Wien, 8.11.1932 Rostock. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Stefan (1834–94), Kaufm.; M Bertha Löw-Beer (1852–1908); Wien 1911 Elis. Margarethe Ruhmann (* 1890, 2] 1936 Hans Przibram, 1874–1944, Prof. d. Zool.); 1 T .

Leben  
Schon als Student fühlte sich Fröhlich von der anregenden und vielseitigen Art seines späteren Lehrers Max Verworn angezogen. Mit 28 Jahren konnte er sich bereits bei ihm in Göttingen habilitieren; zugleich wurde er Mitherausgeber der Zeitschrift für allgemeine Physiologie. 1910 folgte er Verworn nach Bonn. Durch Krieg und russische Gefangenschaft wurde die fruchtbare Bonner Zeit 1914-20 unterbrochen. 1927 wurde er auf den Lehrstuhl für Physiologie nach Rostock berufen. – Die als Student begonnenen Untersuchungen über die Erregbarkeit und Leitfähigkeit der Nerven führten Fröhlich sehr bald zu der Erkenntnis, daß Erregung und Hemmung auch im Zentralnervensystem in Abhängigkeit von Reizstärke und Reizfrequenz auftreten und mit dem rhythmischen Ablauf der Lebensvorgänge zusammenhängen. Versuche an Cephalopodenaugen zeigten, daß die Sinnesorgane keine Ausnahme von dieser Gesetzmäßigkeit machen: Stärke und Frequenz der Oszillationen erwiesen sich von der Stärke des Reizes abhängig. Auch die Lichter verschiedener Wellenlängen riefen nach Fröhlichs Befunden Oszillationen verschiedener Frequenz hervor. Bei Versuchen über die periodischen Nachbilder fiel es Fröhlich auf, daß ein Lichtspalt, der hinter einem Schirmrand hervortritt, nicht am Rande dieses Schirmes, sondern in einiger Entfernung von ihm in Erscheinung tritt. Fröhlich erkannte richtig, daß diese Verzögerung dadurch zustande kommt, daß zwischen der Wirkung des Lichtreizes und der zugehörigen Empfindung eine gewisse Zeit verstreicht, die sich auf diese Weise, ins Räumliche übersetzt, messen läßt. Die Untersuchung der Empfindungszeit brachte nicht|allein zahlreiche neue Erkenntnisse auf fast allen Gebieten der physiologischen Optik, die Analyse des Empfindungsvorgangs führte auch tief in das umstrittene Gebiet der psychophysischen Gesetzmäßigkeiten. Durch die Steigerung der Fluggeschwindigkeit gewinnen die Untersuchungen Fröhlichs neuerdings ungeahnte Bedeutung. So konnte Fröhlich, als er mit erst 53 Jahren starb, ein Erbe hinterlassen, das noch lange nachwirken wird.

Werke  
W u. a. Erregbarkeit u. Leitfähigkeit d. Nerven, in: Zs. f. allg. Physiol. 3, 1904, S. 148; Über d. scheinbare Steigerung d. Leistungsfähigkeit d. quergestreiften Muskels im Beginn d. Ermüdung („Muskeltreppe“), der Kohlensäurewirkung u. d. Wirkung anderer Narkotika (Äther, Alkohol), ebd. 5, 1905, S. 288; Das Prinzip d. scheinbaren Erregbarkeitssteigerung (Sammelreferat), ebd. 9, 1909, S. 1-48; Experimentelle Stud. am Nervensystem d. Mollusken, ebd. 10 u. 11, 1910; Über d. rhythmische Natur d. Lebensvorgänge, ebd. 13, 1911, S. 1-48; Der Mechanismus d. nervösen Hemmungen, in: Med. naturwiss. Archiv 1, 1907, S. 239; Allg. Physiol. d. Muskeln, in: Hdwb. d. Naturwiss. VI, 1912; Allg. Physiol. d. Nervensystems, ebd. VII, 1912; Sympath. Nervensystem, ebd. IX, 1913; Leistungen d. Nervensystems u. s. Beziehungen z. Unterrichtshygiene, in: Hdb. d. dt. Schulhygiene, 1913; Btrr. z. allg. Physiol. d. Sinnesorgane, in: Zs. f. Sinnesphysiol. 48, 1914, S. 29 u. 354; Zur Analyse d. Licht- u. Farbenkontrastes, ebd. 53, 1921, S. 89; Grundzüge e. Lehre v. Licht- u. Farbensinn, 1921; M. Verworn's Allg. Physiol., 71922; Über d. Messung d. Empfindungszeit, in: Pflügers Archiv 202, 1924, S. 266; Die Empfindungszeit, 1929; Nervenreize, in: Bethe-Bergmann, Hdb. d. norm. Pathol. u. Physiol. IX, 1929, S. 177; Zur Kritik d. Empfindungszeitmessung, in: Zs. f. Psychol. 121, 1931, S. 375; Verworn's Physiolog. Praktikum, 71932.

Literatur  
K. Vogelsang, in: Med. Klinik, 1932, Nr. 50.

Autor  
Manfred Monjé
Empfohlene Zitierweise  

Monjé, Manfred, „Fröhlich, Friedrich Wilhelm“, in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 649 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117693774.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 5 (1961), S. 649 f.

PND: 117693774
Artikel drucken

Index

Fröhlich, Friedrich Wilhelm

Name: Fröhlich, Friedrich Wilhelm
Lebensdaten: 1879 bis 1932
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Rostock
Beruf/Lebensstellung: Physiologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Monjé, Manfred
PND: 117693774

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Fröhlich, Friedrich Wilhelm

PND
117693774

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope