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Backe, Herbert

Agrarpolitiker, * 1.5.1896 Batum (Kaukasus), 7.4.1947 Nürnberg. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Albrecht Backe, Kaufmann; M Luise Wetzel, aus einer schwäbischen Bauernfamilie, die Anfang des 19. Jahrhunderts nach dem Kaukasus ausgewandert war.

Leben  
Nach Besuch der deutschen Kirchenschule und des russischen Gymnasiums in Tiflis lebte Backe 1914-18 als Zivilinternierter im Ural, wurde 1918 nach Deutschland ausgetauscht und war hier 1918-20 Munitionsarbeiter, Lohnrechner, Drainagearbeiter und Landwirtschaftslehrling; er legte 1919 in Sterkrade (Rheinland) das Abitur ab. Dem Studium der Landwirtschaft an der Universität Göttingen 1920-23 folgten Tätigkeiten als Gutsverwalter, Hochschulassistent (Hannover), Domänenpächter und Kreislandbundvorsitzender (Alfeld/Leine), bis Backe im Juli 1933 zum Reichskommissar und im Oktober|1933 zum Staatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin bestellt wurde. 1936 wurde er Leiter der Geschäftsgruppe Ernährung in der Vierjahresplanbehörde, 1942 (nach der Ausschaltung R. W. Darrées) mit der Führung der Geschäfte des Reichsernährungsministeriums und Reichsbauernführers beauftragt, 1944 in gleicher Diensteigenschaft zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich, 1945 zum Minister bei der Regierung K. Dönitz ernannt. In alliierter Internierung nahm er sich das Leben. - Backes praktische Agrarpolitik war vorwiegend volks- und betriebswirtschaftlich orientiert (Betriebsrationalisierung, Technisierung, aktive Preisbildung, Vorratswirtschaft, Rentabilität). Sie bediente sich weniger der reichsnährständischen Selbstverwaltungs-Organisationen als vielmehr einer straffen staatlichen Wirtschaftsverwaltung. Dem wirtschaftspolitischen Etatismus Backes kam die Kriegsernährungswirtschaft entgegen.

Werke  
u. a. Die russ. Getreidewirtschaft als Grundlage d. Land- u. Volkswirtschaft Rußlands, 1926; Das Ende d. Liberalismus in d. Wirtschaft, 1938; Um d. Nahrungsfreiheit Europas, 1941 (W-Verz.); Hrsg. d. Ztschr.: Dt. Agrarpolitik, 1942.

Literatur  
B. v. Schirach, Die Pioniere d. dritten Reiches, 1933, S. 18-20; W. Lüdde-Neurath, Regierung Dönitz, 1951; J. Schultz, Die letzten 30 Tage, Aus d. Kriegstagebuch d. OKW, 1951.

Autor  
Wilhelm Meinhold
Empfohlene Zitierweise  

Meinhold, Wilhelm, „Backe, Herbert“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 504 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116029390.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 504 f.

PND: 116029390
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Index

Backe, Herbert

Name: Backe, Herbert
Lebensdaten: 1896 bis 1947
Geburtsort: Batum (Kaukasus)
Sterbeort: Nürnberg
Beruf/Lebensstellung: Agrarpolitiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Meinhold, Wilhelm
PND: 116029390

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Backe, Herbert

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116029390

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