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Friedrich, Caspar David >>
Friedrich, Johann
Kirchenhistoriker,
* 5.5.1836 Poxdorf bei Forchheim (Oberfranken),
† 19.8.1917 München. (katholisch, dann altkatholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Gg. (
* 1797), Lehrer,
S d.
Joh. Frdr. u. d. Katharina Montag;
M Kunigunda (
* 1803),
T d.
Joh. Schmidt in Bubenreuth u. d. Margaretha Hollfelder.
Leben ↑
Die Bedeutung Friedrichs liegt wesentlich in seiner engen Verbindung mit Ignaz von Döllinger als dessen Schüler und Hausgenosse, Fach- und Fakultätskollege, Mitstreiter und Leidensgefährte, Nachlaßvollstrecker und Biograph. Nach Ausbildung und Priesterweihe in Bamberg und kurzem Vikariat in Markt Scheinfeld, wo 37 Jahre vorher Döllinger ebenfalls Kaplan gewesen war, wird Friedrich 1859 Döllingers Assistent in München, habilitiert sich 1862 für Kirchengeschichte und wird 1865 zum außerordentlichen Professor ernannt. 1869/70 ist er auf Döllingers Empfehlung hin als theologischer Berater von Kardinal Hohenlohe in bevorzugter Beobachterposition beim Vatikanischen Konzil in Rom. 1872 ernennt König Ludwig II. den wegen Nichtannahme der vatikanischen Lehren Exkommunizierten zum Ordinarius. 1874/75 ist Friedrich für 2 Semester zur Einrichtung der (alt-) Katholisch-Theologischen Fakultät in Bern beurlaubt, wird 1880 zum ordentlichen Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt und 1882 infolge seiner kämpferischen kirchenpolitischen Haltung gegen seinen Willen in die philosophische Fakultät versetzt. Anders als Döllinger beteiligte er sich stets aktiv am altkatholischen kirchlichen Leben. – Die Friedrichs Leben schicksalhaft bestimmende Verbindung mit Döllinger wurde geknüpft, als dessen kirchliche Stellung schon in die Krise des Kampfes um die „deutsche historische Schule“ einzutreten begann. Indem dabei eine auf das Ganze der Kirche bezogene Haltung und Arbeit ungewollt mehr und mehr in den Bereich polemischen Außenseitertums rückte, wurde Friedrich mit Döllinger zum Zeugen für die Tragik der Vatikan, Krise im abendländischen Katholizismus. Als Gelehrter behält Friedrich das Verdienst der grundlegenden Zusammenfassung des Materials für die Kenntnis und Beurteilung Döllingers in den 3 Bänden seiner Biographie (1899–1901), die darin auch durch die seitherigen Einzelarbeiten weder ersetzt noch überholt ist. Ähnliches gilt, wenn auch mit größeren Einschränkungen, für die 4 Bände der „Geschichte des Vatikanischen Konzils“ (1877-87), wenn man diese über die Grenzen des abendländischen Kirchenrechtes hinaus im Licht und nach den Normen der Konzilien der Alten Kirche betrachtet. - Doctor theologiae, Dr. phil.honoris causa
Werke ↑
Weitere W u. a.
KG Dtld.s I, II, 1, 1867/69
(unvollendet);
Tagebuch während d. Vatikan. Konzils geführt, 1871,
21873;
Zur ältesten
Gesch. d. Primates in d. Kirche, 1879;
Die Konstantin. Schenkung, 1889;
Joh. Adam Möhler, der Symboliker, 1894.
Literatur ↑
H. Pratz, in:
Jb. d.
Bayer. Ak. d. Wiss., 1918, S. 69
ff.;
F. Hacker, J.
F. als Führer d. Alt-
Kath. Bewegung, in:
Internat. Kirchl.
Zs., 1918, S. 252-74;
H. Grauert, in:
Jb. d.
Ludw.-Maximilians-
Univ. München f.
d. J. 1914-19, 1927, S. 46-52;
J. Schnitzler, in:
DBJ II, S. 74-81 (u.
Tl. 1917,
L).
Autor ↑
Werner KüppersEmpfohlene Zitierweise ↑
Küppers, Werner, „Friedrich, Johann“,
in: Neue Deutsche Biographie
5
(1961), S.
601
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118535927.html
Friedrich, Johann
Name: Friedrich, Johann
Lebensdaten: 1836 bis 1917
Geburtsort: Poxdorf bei Forchheim (Oberfranken)
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: katholischer Kirchenhistoriker
Konfession: katholisch; altkatholisch
Autor NDB:
Küppers, WernerPND: 118535927