Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Bacher, Bartholomäus     Bachlechner, Josef >>

Bacher, Eduard

Schriftleiter, * 7.3.1848 Postelberg bei Saaz, 16.1.1908 Wien. (israelitisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Verheiratet.

Leben  
Während des juristischen Studiums in Prag und Wien zeigte Bacher bereits reges Interesse am parlamentarischen Leben der österreichischen Monarchie, war Stenograph des böhmischen Landtags, setzte diese Tätigkeit im Reichsrat in Wien fort und galt als einer der besten Stenographen der Zeit. 1872 trat er als Parlamentsberichterstatter in die Redaktion der 1864 gegründeten Wiener „Neuen Freien Presse" ein. Nach dem Tod des Mitbegründers M. Friedländer übernahm er den innenpolitischen Teil der Zeitung. Er verfocht in seinen Leitartikeln mit Schärfe die deutschliberale Linie des Blattes und setzte sich innenpolitisch insbesondere für die Aufrechterhaltung der zentralistischen Tendenzen ein. Besonders kämpfte er gegen die tschechische Politik in Böhmen und ließ sich durch Beschlagnahme nicht von seiner politischen Überzeugung abbringen. Als 1879 M. Etienne, der zweite der Gründer der Zeitung, starb, wurde Bacher Chefredakteur und Miteigentümer der „Neuen Freien Presse“ und leitete sie etwa zwei Jahre später zusammen mit dem nachmaligen Herausgeber und Chefredakteur M. Benedikt. Er geriet in schroffen Gegensatz zu der nationalen und föderalistischen Verständigungs- und Versöhnungspolitik des Ministerpräsidenten Grafen Taaffe, der dem „gelernten Deutschböhmen“ und seiner Zeitung nun dauernd in der ersten Reihe der linksgerichteten deutschen Opposition begegnete. Bacher war auch literarischer Ratgeber des Erzherzog-Thronfolgers Rudolf und hatte, trotz der Anonymität seiner Artikel und fern jeder Sensationshascherei, einen großen Anteil an den Wandlungen Österreichs.

Literatur  
J. Stern-S. Ehrlich, Journalisten- u. Schriftstellerver. Concordia 1859-1909, Wien 1909, S. 161 (P); L. Eisenberg, Das geistige Wien, Jg. 5, Bd. 1, ebenda 1893 (Künstler- u. Schriftstellerlex.); G. Kühner, in: BJ XIII, S. 33-37 (u. Totenliste 1908); Enc. Jud. III, 1929 (L).

Autor  
Emil Dovifat
Empfohlene Zitierweise  

Dovifat, Emil, „Bacher, Eduard“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 496 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116026057.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 496

PND: 116026057
Artikel drucken

Index

Bacher, Eduard

Name: Bacher, Eduard
Lebensdaten: 1846 bis 1908
Geburtsort: Postelberg bei Saaz
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Schriftleiter
Konfession: jüdisch
Autor NDB: Dovifat, Emil
PND: 116026057

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Bacher, Eduard

PND
116026057

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München

Nachlässe
Kalliope