Name
Freyn, Josef
Namensvarianten
Freyn, Josef; Freyn, Josef Franz
Lebensdaten
1845 bis 1903
Geburtsort
Prag
Sterbeort
Prag-Smichow
Beruf/Lebensstellung
Botaniker; Ingenieur
Konfession
katholisch
Autor NDB
Helmut Dolezal
Autor ADB
-
GND
136023339

Freyn, Josef Franz

Botaniker und Ingenieur, * 7.12.1845 Prag, 16.1.1903 Prag-Smichow. (katholisch)

  • Genealogie

    V Josef, Forstmeister in Opotschno; 1) N.N., 2) Graz 1896 Bertha, T d. Hptm. Alex. v. Stremayr; O d. 2. Frau Karl v. St. (1823–1904), österr. Kultusmin. (s. BJ IX, S. 118-26); 2 S, 2 T.

  • Leben

    Nach Abschluß der Studien an den Technischen Hochschulen in Wien und Prag trat Freyn 1868 in die Dienste der österreichischen Nordwestbahn, war beim Bau der ungarischen Ostbahn 1869-71 in den Komitaten Sohl und Neograd, 1871-73 in Ostungarn und Siebenbürgen beschäftigt, zuletzt Chef des Unterbaubüros in Budapest. 1874-78 leitete er von Pola aus den Bau der Strecke Pola-Canfanaro-Rovigno, worauf er sich 1878 in Opotschno niederließ. 1881 eröffnete er in Prag eine gutgehende Baukanzlei, unter anderem führte er die Sanierung der Mineralquellen von Bilin und Königswart durch. Die Standesorganisationen der Techniker fanden in ihm einen äußerst tätigen Mitarbeiter (unter anderem Vizepräsident der Ingenieurkammer in Böhmen, Präsesstellvertreter der Staatsprüfungskommission für Hochbau an der TH Prag), aber auch am Leben der deutschen, Kunst und Wissenschaft fördernden Vereine Prags nahm er regen Anteil. Das frühzeitig erwachte Interesse für Botanik wurde während der Wiener Studienzeit vor allem durch den Verkehr mit E. Hackel und J. Juratzka gefördert. Obwohl Autodidakt, der weder je botanische Vorlesungen besucht noch Lateinunterricht genossen hatte, wurde er als Botaniker bald durch seine Flora von Süd-Istrien bekannt, in der auch seine damalige Arbeitsrichtung, die kritisch-floristische Befassung mit der geographischen Verbreitung der vikariierenden „kleinen Arten“ (Formenkreise) zum Ausdruck kommt. Spezialstudien über einzelne Pflanzengattungen, insbesondere Ranunculus und Hieracium, führten zu wertvollen Teilergebnissen, gediehen aber infolge Zeitmangels nicht zu den geplanten umfassenden Monographien. Später wandte er sich vor allem der Bearbeitung regionaler Sammlungen zu (aus Spanien, Portugal, Bosnien-Herzegowina, Turkestan und so weiter), seine größte bleibende Leistung sind die Arbeiten zur Flora des Orients, mit denen er sich als der hervorragendste Fortsetzer des Werkes von E. Boissier erwies.

    • Werke

      Flora v. Süd-Istrien, in: Verhh. d. Zoolog.-botan. Ges. in Wien 27, 1877, Nachtrag ebd. 31, 1881;  Plantae Karoanae, in: Österr. Botan. Zs. 39, 1889 u. 50, 1900;  Plantae novae orientales, ebd. 40-44, 1890-94: Plantae Karoanae Dahuricae, ebd. 45-46, 1895-96;  Über neue u. bemerkenswerthe oriental. Pflanzenarten, in: Bull, de l'Herbier Boissier 3-6, Genf 1895-98 u. NS 1, 1901;  Plantae novae orientales, ebd. NS 2, 1902;  Plantae ex Asia media, ebd. NS 3-6, 1903-06;  vgl. CSP 7, 9, 12 u. 15.

    • Literatur

      E. Hackel, in: Österr. Botan. Zs. 53, 1903, S. 99-104;  Dt. Botan. Mschr. 21, 1903, S. 44 f.;  Techn. Bll. 35, Prag 1903, S. 75 f.;  Prager Tagbl. v. 18.1.1903;  Rechenschaftsber. üb. d. Tätigkeit d. Ges. z. Förderung dt. Wiss., Kunst u. Lit. in Böhmen im J. 1903, Prag 1904, S. 14 f., auch in: Dt. Arbeit 3, 1903/04, S. 531;  V. Schiffner, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 22, 1904, S. (15) -(21) (W)ÖBL.

  • Autor

    Helmut Dolezal
  • Empfohlene Zitierweise

    Dolezal, Helmut, "Freyn, Josef Franz" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 424 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn136023339.html
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Freyn, Josef

Freyn, Josef

Quelle/Vorlage:

Freyn, Josef