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NDB-Artikel

<< Franz von Lautern     Franz. >>

Franz von Retz

Dominikaner, * um 1343 Retz (Niederösterreich), 8.9.1427 Wien.


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Aus reicher Retzer Gutsbesitzerfam.

Leben  
Schon mit jungen Jahren trat Franz in das Dominikanerkloster seiner Heimatstadt ein. Nach der im Orden vorgeschriebenen wissenschaftlichen Ausbildung machte er Ergänzungsstudien an der Universität Wien, die 1388 ihren Abschluß fanden mit der Ernennung zum doctor theologiae. Im gleichen Jahre erhielt er daselbst, als erster Dominikaner, eine Professur für Theologie, die er 36 Jahre ausübte. Sein treuester Schüler war der Dominikaner Johann Nider. Franz beteiligte sich an der Abfassung der Statuten der theologischen Fakultät (1.4.1389). Sicher ist es zuviel behauptet, wenn diese „Statuta facultatis theologicae Viennensis“ unter seinen Werken aufgeführt werden (so Quétif-Echard); zudem waren diese Vorschriften nur eine den Wiener Verhältnissen angepaßte Umarbeitung der Statuten der Pariser Universität von 1366. Fünfmal stand er als Dekan an der Spitze der theologischen Fakultät. Als Vertreter der Universität wurde er zum Konzil von Pisa entsandt und ebenfalls mit den Vorarbeiten für das Konstanzer Konzil beauftragt. Franz war bekannt durch seine „vorzügliche Beredsamkeit“. Neben „Sermones ad clerum universitatis“, mehr gelehrten theologischen Abhandlungen, hielt er viele Volkspredigten und Gelegenheitsreden (zum Beispiel beim Empfang von päpstlichen Legaten, Königen und Herzogen, Reden gegen die Hussiten). Sein besonderes Interesse galt der Reform innerhalb des Ordens. Neben Konrad von Preußen wird Franz mit Recht als Begründer der Ordensreform in Deutschland genannt. Schon in den 80er Jahren hatte er im Wiener Konvent die severior disciplina eingeführt. In seiner mehrjährigen Amtszeit als Prior konnte er seine Reformpläne nachhaltiger durchsetzen. Im selben Sinne wirkte er später als Generalvikar der österreichischen und (reformierten) ungarischen Klöster. Er starb im Rufe der Heiligkeit.

Werke  
W u. a. (in d. Hauptsache Ergebnis s. Lehrtätigkeit) Comestorium vitiorum, Nürnberg 1470; – Hss.: Super antiphonam Salve Regina, 3 Bde. (Wien, Konventsbibl. d. Dominikaner); Super proverbia prolixa lectura (ebd.); Super Pater noster (ebd.); Über d. Ave Maria (Eichstätt, Staatl. Bibl.).

Literatur  
J. Quétif u. J. Echard, Scriptores Ordinis Praedicatorum I, Paris 1719, S. 775 f.; A. Mortier, Histoire des Maîtres Généraux de l’ordre des Frères Prêcheurs IV, Paris 1909, S. 122 f.; G. Häfele, F. v. R., Ein Btr. z. Gel.gesch. d. Dominikanerordens u. d. Wiener Univ. am Ausg. d. MA, 1918 (W-Verz., Nachweis d. Hss. u. Druckausgg.); Joh. Meyer OP, Chronica brevis Ordinis Praedicatorum, hrsg. v. H. Chr. Scheeben, 1933, S. 75 f.; A. Walz, Compendium Historiae Ordinis Praedicatorum, 2Rom 1948, S. 69, 71, 194, 204, 233, 265; Archivum Fratrum Praedicatorum 22, Rom 1952, S. 154, 194.

Autor  
Gundolf Gieraths OPDominikanerorden
Empfohlene Zitierweise  

Gieraths OP, Paul-Gundolf, „Franz von Retz“, in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 372 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119478129.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 5 (1961), S. 372
Erwähnungen: 
NDB 23 (2007), S. 376 in Artikel Schön, Friedrich

PND: 119478129
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Index

Franz von Retz

Name: Franz von Retz
Namensvariante: Franz
Lebensdaten: um 1343 bis 1427
Geburtsort: Retz (Niederösterreich)
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Dominikaner
Konfession: katholisch
Autor NDB: Gieraths OP, Paul-Gundolf
PND: 119478129

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Franz von Retz

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