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Fraenken (bis 1912 Fränkel), Karl|

Hygieniker, * 2.5.1861 Berlin-Charlottenburg, 29.12.1915 Hamburg. (reformiert)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Maximilian Fränkel (* 1831), Kaufm., S d. Wolfg. Bernh. (s. 1); M Mary Mathilde Auguste (* 1841), T d. Kaufmanns Wilh. Eduard Nolte in Hamburg u. d. Auguste Laeisz; Groß-Om Ferdinand Laeisz (1801–87), Gründer d. Segelschiffsreederei Laeisz; Ov Bernh. (s. 1); () Irmgard Frieda Helene Lahs.

Leben  
Nach dem Studium der Medizin in Berlin, Heidelberg, Leipzig und Freiburg promovierte Fränkel 1884 in Leipzig und trat 1885 als Assistent Robert Kochs in das neugegründete Hygienische Institut der Universität Berlin ein. Mit dem besonderen Vermögen begabt, seine Gedanken in fließender Rede aus dem Stegreif zu entwickeln, und mehrere Sprachen beherrschend, war er besonders geeignet, den damals zahlreichen ausländischen Hörern Kochs Gedanken zu vermitteln, was ihm auch für später wertvolle Bekanntschaften mit ausländischen Gelehrten brachte. Als Frucht dieser Unterrichtstätigkeit erschien 1886 sein „Grundriß der Bakterienkunde", in dem zum ersten Male die von Koch angegebenen Methoden und Ergebnisse zusammengefaßt waren. Von grundlegender Bedeutung waren seine „Studien über die Mikroorganismen in verschiedenen Bodenschichten“ (1887) und die Angabe eines Erdbohrers zur Gewinnung von bakteriologischen Erdproben, der heute noch Verwendung findet. Nach seiner 1888 in Berlin erfolgten Habilitation für Hygiene erschien 1889 eine wichtige Arbeit „Über das Verhalten der Kohlensäure gegenüber den Mikroorganismen“. 1890 wurde Fränkel als außerordentlicher Professor und Direktor des Hygiene-Institutes nach Königsberg berufen, 1891 als ordentlicher Professor nach Marburg und 1895 nach Halle. Bereits seit 10 Jahren schwer krank, legte er im Frühjahr 1915 sein Amt in Halle nieder und|siedelte nach Hamburg über. – Fränkels wissenschaftliche Arbeiten, die zu einem großen Teil in der von ihm 1891 mitbegründeten „Hygienischen Rundschau“ erschienen, befassen sich mit fast allen Gebieten der Hygiene; besondere Bedeutung kommt jedoch seinen Arbeiten über die Infektionskrankheiten zu. So wurden durch ihn die Kenntnisse über die Biologie der Tuberkulose- und Diphtherieerreger (1890–1907) wesentlich erweitert. Wichtig waren auch seine Untersuchungen über Choleravibrionen (1892 und 1894), Gonokokken (1898), meningococcus intracellularis (1899), Milzbrandbazillus (1901), Staphylokokken (1905), die Erreger des Rückfall- und Zeckenfiebers (1907) und über den Bordet-Gengou'schen Pertussis-Erreger (1908). Zahlreiche Gutachten und Abhandlungen beschäftigen sich mit der Beseitigung und Reinigung von Abwässern und der Trinkwasserversorgung.

Literatur  
Leopoldina 52, 1916, S. 31; C. Günther, in: Dt. med. Wschr. 42, 1916, S. 362 u. 392; Hygien. Rdsch. 26, 1916, H. 1; Fischer; DBJ I (Tl. 1915, W, L); Wi. 1912 (ausführl. W-Verz.).

Autor  
Jochen Gosepath
Empfohlene Zitierweise  

Gosepath, Jochen, „Fraenken, Karl“, in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 310 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116691247.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 5 (1961), S. 310 f.

PND: 116691247
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Index

Fraenken, Karl

Name: Fraenken, Karl
Namensvariante: Fränkel, Karl
Lebensdaten: 1861 bis 1916
Geburtsort: Berlin-Charlottenburg
Sterbeort: Hamburg
Beruf/Lebensstellung: Hygieniker
Konfession: reformiert
Autor NDB: Gosepath, Jochen
PND: 116691247

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Fraenken, Karl

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116691247

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