<< Ayndorffer, Kaspar
Ayrer. >>
Ayrenhoff, Cornelius Hermann von
Dramatiker,
* 28.5.1733 Wien.
† 15.8.1819 Wien. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Kriegsagent (
† 1746);
M von Schöllheim.
Leben ↑
Ayrenhoff besuchte die Lateinschule der Jesuiten, wurde 1751 Fähnrich und nahm als österreichischer Offizier am 7jährigen Krieg teil, in dem er mehrmals verwundet wurde und zweimal in Gefangenschaft geriet. 1803 trat er als Feldmarschalleutnant in den Ruhestand. Seine historische Bedeutung als Dramatiker, dessen erstes Werk „Aurelius oder Wettstreit der Großmut" 1766 aufgeführt wurde, beruht in seinem Streben, die Wiener deutsche Bühne durch „regelmäßige" Stücke von der Stegreifkomödie zu befreien. Seine Schauspiele, deren damalige Wirksamkeit großenteils durch die schauspielerische Glanzzeit des Wiener Theaters bedingt war, sind von den Franzosen (Racine, Boileau, Molière) und der Poetik Gottscheds beeinflußt und huldigen dem josefinischen Rationalismus. Sie wenden sich gegen die „regellosen" Stücke Shakespeares und Goethes, gegen die er die Literaturkomödie „Die gelehrte Frau“ (1775) schrieb. Neben Trauerspielen in Alexandrinern, später auch in fünffüßigen Jamben, verfaßte Ayrenhoff auch Lustspiele, deren bekanntestes „Der Postzug oder die noblen Passionen“ (1769) zahlreiche Aufführungen auch in Deutschland erlebte und selbst den Beifall Friedrichs des Großen fand.
Werke ↑
Dramat. Unterhaltungen eines
k. k. Offiziers, Wien 1772; Sämtl. Werke, 6
Bde., Wien 1803 u. 1817; Kleinern Gedichte nebst metr. Übers, d. Art poetique d. Boileau-Depreaux, Wien 1816.
Literatur ↑
ADB I;
C. E. Possier, Das
dt. Lustspiel, Amsterdam 1901;
W. Montag, K.
v. A., Leben u.
Schrr., 1908;
L. Röttenbacher, Die
franz. Virginiadramen mit Einschluß
A.s,
Diss. München 1908, S. 104-17;
A. Schanil,
Österr. Dichteroffiziere, 1913;
Nagl-Zeidler-Castle II/1, 1914, S. 449 ff.
(P);
Goedeke IV/1, 1916, S. 143/44
(W, L);
Frels, 1934;
J. Nadler,
Lit.gesch. Österr.s. Salzburg 1951, S. 199, 242, 316.
Portraits ↑
Kupf. v. J. E. Mansfeld nach J. Lange (
Nat.bibl. Wien).
Autor ↑
Dieter StolzEmpfohlene Zitierweise ↑
Stolz, Dieter, „Ayrenhoff, Cornelius Hermann von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
472
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118869647.html
<< Axt, Johann Konrad
Ayrer, Georg Heinrich >>
Ayrenhoff, Cornelius Hermann von
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Ayrenhoff: Cornelius
Hermann v.
A.
, dramatischer Dichter, geboren 28. Mai 1733 zu Wien, trat nach vollendeten
Schuljahren ins Militär, wurde 1756 Offizier und stieg bis zum
Feldmarschalllieutenant, 1794; während der Kriege trat er 1814 in
Ruhe und starb am 15. August 1819. Seine Trauerspiele "Aurelius"
1766, "Hermanns Tod" 1768, "Tumelicus" 1770, "Antiope" 1772,
"Kleopatra" und "Virginia" 1803, folgen dem französischen Geschmack
und sind meistens in Alexandrinern, nur Tumelicus in Prosa und
Virginia in fünffüßigen Jamben geschrieben, und schon bei
Lebzeiten des Verfassers vergessen. Größeren Beifall fanden seine
Lustspiele, von denen "Der Postzug oder die noblen Passionen" 1769
überall gespielt wurde und selbst vor den Augen Friedrichs des
Großen Gnade fand. Die übrigen, wie die "Große Batterie" 1770,
"Alte Liebe rostet wohl" 1780, drangen zwar in Deutschland auch
durch, doch
|verschwanden sie rascher, während die mit
breiter französischer Charakteristik angelegten, "Die Freundschaft
der Weiber nach der Mode", "Erklärte Fehde" etc. kaum in Wien
gefielen. Seine Werke sind dreimal gesammelt, 1772 anonym, 1789 4
Bde. und 1803 in 6 Bänden, von denen die ersten die dramatischen
Stücke, der fünfte Gedichte und der letzte Briefe enthalten.
Literatur ↑
Karl Berndt, C. H. v. Ayrenhoff. Wien 1852.
Autor ↑
K. Goedeke.
Empfohlene Zitierweise ↑
Goedeke, Karl, „Ayrenhoff, Cornelius Hermann von“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
707-708
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118869647.html?anchor=adb
Ayrenhoff, Cornelius Hermann von
Name: Ayrenhoff, Cornelius Hermann von
Lebensdaten: 1733 bis 1819
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Dramatiker; österreichischer General
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Stolz, DieterAutor ADB:
Goedeke, KarlPND: 118869647