<< Förster, Heinrich
Förster, Theodor Wilhelm Max >>
Förster, Caspar
Komponist,
* 1616 Danzig,
† 2.2.1673 Oliva bei Danzig. (evangelisch)
Genealogie
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| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Kaspar (
† 1652, später
kath.), Kantor am Gymnasium, seit 1627 an d. Marienkirche u. Bibliothekar in
D.Leben ↑
Förster war zunächst wohl Schüler seines Vaters, dann des der Familie verschwägerten Warschauer Hofkapellmeisters Marco Scacchi aus Rom, in dessen Cribrum musicum 1643 als seine früheste Komposition ein Kanon enthalten ist. Er ging dann nach Italien, ist 1638 wieder in Danzig nachweisbar, anschließend nochmals in Warschau. Danach muß er wieder nach Italien gegangen sein, denn er wird 1652 aus Venedig zur Neuerrichtung der Hofkapelle nach Kopenhagen berufen, wo er besonders französische Geiger in den Dienst stellte. Nach dem Tode seines Vaters war er 1655 zwei Jahre Kapellmeister an Sankt Marien in Danzig, kämpfte dann für Venedig auf Kreta gegen die Türken als Hauptmann. 1661 kam er wieder nach Kopenhagen, von wo aus er öfters Gast am Hamburger Collegium musicum bei M. Weckmann und Ch. Bernhard war. Auch besuchte er H. Schütz in Dresden. Zuletzt war er wieder in seiner Heimat. – Seine Triosonaten nennt Mattheson im „Stile fantastico“, das heißt im instrumentalen Improvisationsstil, komponiert. Försters Sonderfunktion ist es gewesen, dem norddeutschen Oratorium, das im Hamburger Collegium musicum seine Hauptpflegestätte fand, die neuitalienischen Stilanregungen unmittelbar weiterzugeben. Auch gehört der glanzvolle Wiederaufbau der Kopenhagener Hofkapelle zu seinen Verdiensten.
Werke ↑
Weitere W
Der lobwürdige Cadmus, Oper, 1663
(f. Kopenhagen geschrieben, verloren, dgl. zahlr. hs. Werke aus d. Bibl. Königsberg u. Elbing, letztere viell. nicht v. F., sondern v. Christoph Förster);
zahlr. hs. Werke, Kantaten, geistl. Konzerte, Instr. Konzerte (Upsala,
Slg. Düben;
Berlin,
Staatsbibl.)
(Frage d. Autorschaft, ob Caspar od. Christoph F., hier noch nicht sicher geklärt);
3
lat. Oratorien: Diaiogi Davidis cum Philistero, De divite e paupere, De Holoferne (Upsala);
Der Musical. Kunstspiegel
(v. Mattheson erw.) sowie 13 Werke aus d. Chorbibl. d. Michaelisschule in Lüneburg scheinen ebenfalls verloren zu sein;
Neuausg.: 1 Sonatensatz,
hrsg. v. G. Fock, in: Peter's Hausmusikstunde, H. 5, 1944.
Literatur ↑
J. Mattheson, Grundlage einer … Ehrenpforte …, Hamburg 1740, Neudruck
v. M. Schneider, 1910, S. 68-76;
K. H. Thrane, Fra Hofviolonernes Tid, Kopenhagen 1908, S. 16-25, 405 f.;
A. Schering,
Gesch. d. Oratoriums, 1911, S. 158-61;
W. Wolffheim, Gedenk-Säule C.
F.s, in: Archiv f.
Musikwiss. 2, 1920, S. 289-92;
H. Rauschning,
Gesch. d. Musik u. Musikpflege in Danzig …, 1931;
J. G. Walther, Musikal. Lex.…, Leipzig 1732, Faks.ausg.
v. R. Schaal, 1953, S. 255 f.;
Eitner;
Dansk Leks.;
Altpreuß. Biogr.;
G. Fock, in:
MGG IV,
Sp. 457-59
(W, L).
Autor ↑
Christiane EngelbrechtEmpfohlene Zitierweise ↑
Engelbrecht, Christiane, „Förster, Caspar“,
in: Neue Deutsche Biographie
5
(1961), S.
279
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd10379896X.html