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Avenarius, Richard Ernst Abund >>
Avenarius, Johann
lutherischer Theologe,
* 10.8.1516 Eger (Böhmen),
† 5.12.1590 Zeitz.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Lorenz Habermann (
† nach 1541), Krämer in Eger;
M Martha,
T des Ehrhard Grifftl aus Eger;
⚭ 1) 1542 Sibylle (
† 1571),
T des Pfarrers Wolf Merkel in Weißenborn bei Zwickau, 2) Jena 1575 Anna (Selbstmord 1612),
T des Wolf Creutzer, verwitwete Avianus; 7
K aus 1),
u. a. Philipp Avenarius (1547–1610), Organist.
Leben ↑
Zwischen 1540 und 1542 zum Protestantismus übergetreten, war Avenarius seit 1542 Prediger in zahlreichen kursächsischen Orten, wurde 1573 Professor der Theologie in Jena und 1574 in Wittenberg, 1576 Superintendent in Naumburg und Zeitz. Er nahm an den Verhandlungen über die Einführung des Konkordienbuches teil, das er 1581 als kurfürstlicher Kommissar in Wittenberg vorlegte. Neben wenig bedeutenden hebräischen Sprachstudien und poetischen Schriften veröffentlichte er ein überaus beliebtes, oft übersetztes und bis ins 19. Jahrhundert aufgelegtes „Betbüchlein“.
Werke ↑
Christl. Gebete f. allerlei Not u. Stände d. ganzen Christenheit, Wittenberg 1567.
Literatur ↑
ADB I;
PRE;
RGG (unter Habermann).
Autor ↑
Gustav HammannEmpfohlene Zitierweise ↑
Hammann, Gustav, „Avenarius, Johann“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
467
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd100018335.html
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Avenarius, Johann >>
Avenarius, Johann
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Avenarius: Johann
(Habermann)
A.
, lutherischer Theolog des 16. Jahrhunderts, geb.
10. August 1516 zu Eger in Böhmen, † 5. December 1590 in Zeitz. Von dem früheren Leben des Mannes
ist wenig bekannt; wann und wo er sich der evangelischen Lehre
zugewandt, wissen wir nicht. Seit 1542 erscheint er als
evangelischer Prediger an verschiedenen Orten Kursachsens, in
auffallend raschem Wechsel, in Elsterberg, Plauen, Schönfeld,
Lichtenstein, Lößnitz, Freiberg, Falkenau (1564), wird 1573
Professor der Theologie in Jena, 1574 zugleich mit Martin Mirus
Dr. theol. daselbst; 1575 kommt er nach
Wittenberg, und wird 1576 Superintendent des Stifts Naumburg und
Zeitz. Als solcher nahm er Theil an den Verhandlungen über die
Einführung des Concordienbuches und hatte dieses 1581 als
kurfürstlicher Commissarius den Wittenberger Professoren zur
Unterschrift vorzulegen. Während seiner akademischen Wirksamkeit
scheint er sich vorzugsweise mit dem alten Testament und dem
hebräischen Sprachstudium beschäftigt zu haben: als Frucht dieser
Studien gab er eine hebräische Grammatik und ein hebräisches
Wurzelwörterbuch heraus ("Grammat. hebr." 1570.
75 u. ö.; "Liber radicum s. lexicon hebr." 1568. Denuo auctum
1588), worin er im Gegensatz gegen die rabbinische Tradition
die hebräische Sprache vorzugsweise aus sich selbst, aber auch
durch Vergleichung griechischer, lateinischer, deutscher Wörter
aufzuhellen sucht (s. Diestel, "Gesch. des
A.
T." S. 254. 433.) Weit berühmter aber und verdienter
als durch diese philologischen Arbeiten von ziemlich zweifelhaftem
Werthe ist Habermann geworden als Verfasser jenes kleinen
"Betbüchleins", das in zahllosen Auflagen bis in unser Jahrhundert
herein über die evangelische Welt verbreitet ist und an welchem
auch heute noch Herausgeber evangelischer Gebetssammlungen nicht
leicht vorübergehen. Es erschien erstmals 1567 in Wittenberg unter
dem Titel: "Christliche Gebete für allerlei Noth und Stände der
ganzen Christenheit etc.", dann zu Straßburg 1595, 1605, 13, 28,
31; zu Hamburg, zu Frankfurt, Ulm, Amsterdam etc. bis herab ins
Jahr 1870 ff. Ueber dieses Buches Charakter und Inhalt s. Cosack
a. a. O.: "Alles ist schlicht, kernhaft, glaubensgewiß, nicht
hohen Schwungs, noch von besonders tiefer Inbrunst, oft steif,
aber nie bloßes Wort, immer zur Sache". Der Beifall, den diese
Gebete fanden, ist fast beispiellos; auch in fremde Sprachen
wurden sie früh und viel übersetzt. Minder bedeutend und
jedenfalls minder bekannt sind einige andere Schriften poetischen
Inhalts von Habermann: sein "Trostbüchlein für kranke, betrübte
und angefochtene Christen" 1570 u. ö., mit Dedication an den
Grafen Schlick, und seine "Vita Christi"
in kurze Sprüche gefaßt, 1580 u. ö., mit Dedication an die
Kurfürstin Anna, ein zweiter Theil ist 1616 erschienen; zwei
Sammlungen von Predigten, Wittenberg 1585. Ihm hielt Joh. Oertel
eine Leichenpredigt; s. Wackern. "D. Kirchenl." I. S. 565.
Zeumer, Vitae prof. Jenensium, S. 88
ff. Willisch, K. G. von Freiberg II.
Cosack, Gesch. d. ev. asc. Litt. S. 259 ff.
Autor ↑
Wagenmann.
Empfohlene Zitierweise ↑
Wagenmann, Julius August, „Avenarius, Johann“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
699
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd100018335.html?anchor=adb
Avenarius, Johann
Name: Avenarius, Johann
Namensvariante: Habermann, Johann
Lebensdaten: 1516 bis 1590
Geburtsort: Eger (Böhmen)
Sterbeort: Zeitz
Beruf/Lebensstellung: lutherischer Theologe; Hebraist
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Hammann, GustavAutor ADB:
Wagenmann, Julius AugustPND: 100018335