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NDB-Artikel

<<  Flender, Alfred Friedrich      Flesch, Maria Rosa  >>

Flesch, Carl

Geiger, * 9.10.1873 Wieselburg (Moson, Ungarn), 15.11.1944 Luzern. (israelitisch)


Genealogie | Leben | Werke | Literatur | Autor | Zitierweise

Genealogie  
V Salomon (1839–1907), Dr. med., k. u. k. Stabsarzt; Ur-Gvv Josef († 1854), Rabbiner u. Talmudforscher; M Johanna Klein; Amsterdam 1906 Bertha Josephus, T d. Daniel Josephus Jitta (1854–1925), Prof. d. Rechte in Amsterdam; 2 S, 1 T.

Leben  
Der Geigenunterricht begann für Flesch mit 5 Jahren. Er beendete seine Studien (bei J. M. Grün in Wien und M.-P.-J. Marsick in Paris) erst 1894. Ein Jahr später nahm seine Laufbahn mit einem sensationellen Wiener Konzert ihren Anfang. Er spielte in allen Musikzentren, wurde schon 1897 Professor (Konservatorium Bukarest) und Leiter des Streichquartetts der Königin von Rumänien. 1903-08 lehrte er am Konservatorium zu Amsterdam, 1921-34 an der Berliner Musikhochschule. Zwischendurch gab er Kurse in Philadelphia und Baden-Baden. 1935 siedelte Flesch nach London über, kam 1939 über Holland, wo die deutsche Besatzung ihm jede Tätigkeit verbot, nach Ungarn, von wo er 1943 an das neugegründete Luzerner Konservatorium gerufen wurde. – Fleschs Geigenspiel wurde zunächst durch eine ausgesprochene Virtuosität bestimmt. Später kam eine immer stärker hervortretende geistige Gestaltungskraft hinzu. So war es Flesch auch möglich, ein unbestechliches Stilgefühl (für Werke vom Barock bis zur Neuzeit) zu entwickeln. Die Vergeistigung seines glasklaren und doch tonschönen Spiels führte ihn zur betonten Kammermusikpflege (zum Beispiel mit A. Schnabel, Gerardy und H. Becker) und ließ ihn einen der klügsten wie tolerantesten Musikpädagogen werden.

Werke  
The Memoirs, hrsg. v. H. Keller u. C. F. Flesch, London 1957; versch. Schrr. u. Unterrichtswerke z. Kunst d. ViolinspielsHrsg. u. Bearb. zahlr. Geigenlit. v. Bach bis Tschaikowsky.

Literatur  
W. Brederode, C. F., Haarlem 1938;  Schweizer. Musikztg., 1934, 1944, 1945;  U. Lehmann, in: MGG IV, Sp. 307 f. (W, L, P)Rhdb.

Autor  
Wolf-Eberhard von Lewinski
Empfohlene Zitierweise  

Lewinski, Wolf-Eberhard von, „Flesch, Carl“, in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 243 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118691805.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 5 (1961), S. 243

Erwähnungen: 
NDB 22 (2005), S. 42 in Familienartikel Rosé
NDB 23 (2007), S. 271 in Artikel Schnabel, Artur


GND: 118691805

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Index

Flesch, Carl

Name: Flesch, Carl
Lebensdaten: 1873 bis 1944
Geburtsort: Wieselburg (Moson, Ungarn)
Sterbeort: Luzern
Beruf/Lebensstellung: Geiger
Konfession: jüdisch
Autor NDB: Lewinski, Wolf-Eberhard von
GND: 118691805

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Flesch, Carl

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