Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Fleischer, Hermann Moritz     Fleischer, Richard >>

Fleischer, Oskar

Musikhistoriker, * 2.11.1856 Zörbig Kreis Bitterfeld, 8.2.1933 Berlin. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Karl Chrstn., Rentier u. Ökonom in Z.; M Friederike Amalie Kunze; 1893 Martha Dietrich; 1 T .

Leben  
Nach Besuch der Lateinischen Hauptschule an der Franckeschen Stiftung in Halle schuf sich Fleischer die Grundlagen seiner späteren Forschungsarbeit durch ein vielseitiges Studium an der Universität Halle. Hier war er seit 1878 Hörer des Philosophen J. E. Erdmann, des Sprachgelehrten A. F. Pott, des Literarhistorikers R. Haym und lernte iranische Sprachen bei Ch. Bartholomae, romanische bei H. Suchier. Schwerpunkt der sprachwissenschaftlichen Vorbereitung war die Germanistik, in die ihn J. Zacher einführte. Bereits seine Promotionsarbeit „Das Accentuationssystem Notkers in seinem Boethius“ (1882) ist ein grundlegender Versuch zur Begründung der musikalischen Paläographie mit philologischer Methode. Aber erst 1886, nachdem Fleischer bei Ph. Spitta in Berlin ein 4jähriges Studium der Musikwissenschaft absolviert hatte, stieß er zu seinem Hauptanliegen vor, der Neumendeutung, deren Ergebnisse zwar umstritten, jedoch von fruchtbarer Wirkung auf die spätere Forschung waren. Als Leiter der Königlichen Instrumentensammlung in Berlin seit 1888 und als Hochschullehrer 1892-1925 an der dortigen Universität, wo der Mozartforscher H. Abert sein Schüler war, wirkte er ebenso anregend wie als Organisator der Internationalen Gesellschaft für Musikforschung, die er 1899 ins Leben rief. Seine Bedeutung für die Musikwissenschaft als völkerverbindende Disziplin dokumentiert sich in der Zeitschrift und in den Sammelbänden der genannten Gesellschaft.

Werke  
W u. a. Neumenstud., Abhh. üb. ma. Gesang-Tonschrr., I: Über Ursprung u. Entzifferung d. Neumen, 1895, II: Das altchristl. Recitativ u. d. Entzifferung d. Neumen, 1897, III: Die spätgriech. Tonschr., 1904; Die german. Neumen als Schlüssel z. altchristl. u. gregorian. Gesang, 1923.

Literatur  
A. Einstein, in: Zs. f. Musikwiss. 15, 1932/33, S. 209; Riemann; Moser; W. Vetter, in: MGG IV, Sp. 300-03 (W, L, P).

Autor  
Alfons Ott
Empfohlene Zitierweise  

Ott, Alfons, „Fleischer, Oskar“, in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 233 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116601086.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 5 (1961), S. 233
Erwähnungen: 
NDB 22 (2005), S. 696 in Artikel Schering, Arnold
NDB 24 (2010), S. 710 in Artikel Spitta, Philipp

PND: 116601086
Artikel drucken

Index

Fleischer, Oskar

Name: Fleischer, Oskar
Namensvariante: Fleischer, Oscar
Lebensdaten: 1856 bis 1933
Geburtsort: Zörbig Kreis Bitterfeld
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Musikhistoriker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Ott, Alfons
PND: 116601086

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Fleischer, Oskar

PND
116601086

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München

Nachlässe
Kalliope