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Auwers, Karl Friedrich von >>
Auwers, Arthur
Julius Georg Friedrich von (seit 1912), Astronom,
* 12.9.1838 Göttingen,
† 24.1.1915 Berlin. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Gottfried Daniel Auwers (1796–1847), Universitätsstallmeister in Göttingen;
M Emma Christiane Sophie Borkenstein (1818–42), aus Pfarrer- und Beamtenfamilie;
Gvv Josephus Auwers (1757–1809, katholisch);
Gmv Antoinetta Sophia Söhlke (1767–1849, evangelisch);
⚭ Schulpforta 1.11.1862 Marie Henriette Jacobi (1837–1915); 3
S,
u. a. Karl Friedrich Auwers (s. 2).
Leben ↑
Auwers studierte an den Universitäten Göttingen (1857–59) und Königsberg, wo er 1862 promovierte. Dann war er Beobachter an der Sternwarte Gotha und seit 1866 Astronom und Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften. Bereits in seiner Doktorarbeit über die veränderliche Eigenbewegung Prokyons zeigte er sich als Meister in der Bearbeitung der Sternörter und Feststellung kleinster Abweichungen. Die brauchbaren älteren Ortsbezeichnungen der Sterne zu sichten, umzurechnen und zur Herstellung von Sternkatalogen zu verwenden, sah er als seinen Lebens
|zweck an. Seine Arbeit war so erfolgreich, daß ihm die bedeutendsten Astronomen 1912 eine Kopie des Bildnisses J. Bradleys überreichten; denn Bradleys vorzügliche Beobachtungen hatte er durch seine Rechenkunst zur Grundlage der Sternörter gemacht. Als F. W. Ristenpart mit dem Vorschlag kam, alle brauchbaren älteren Beobachtungen zu einem Generalkatalog der Sternörter zu verwenden, um damit zugleich die Eigenbewegung der Sterne festzustellen, rief Auwers die „Geschichte des Fixsternhimmels“ auf Grund der Beobachtungen von 1743 bis 1900 als Unternehmen der Berliner Akademie ins Leben. Mit der gleichen Sorgfalt und Umsicht bereitete er die deutschen Beobachtungen des Venusdurchganges in den Jahren 1874 und 1882 vor und leitete aus den vielen Beobachtungen die Sonnenparallaxe mit großer Genauigkeit ab. Das Ergebnis wurde in 6 umfangreichen Bänden veröffentlicht. - Seine Leistungen wurden durch große Auszeichnungen, auch durch den erblichen Adel (1912), anerkannt. In der Berliner Akademie und in der Astronomischen Gesellschaft bekleidete er maßgebende Stellen und wurde in wissenschaftlichen Fragen häufig von den Behörden um Rat gefragt. Seine Sachlichkeit und vornehme Gesinnung wurden allgemein anerkannt.
Werke ↑
s.
Pogg. III, IV, V.
Literatur ↑
F. W. Dyson, in: Observatory 38, London 1915, S. 177-81
(P);
J. Hartmann, in:
Nachrr. d.
Ges. d.
Wiss. z. Göttingen, 1915, S. 65-73;
H. Seeliger, in:
Jb. d.
bayer. Ak. d. Wiss., 1915, S. 135-42;
Vjschr. d. Astronom.
Ges.,
Bd. 53, 1915, S. 15-23;
E.
v. Weiss, in:
Alm. d.
Ak. d. Wiss. in Wien 65, 1915, S. 347-51;
DBJ, Überleitungsbd. I (Totenliste 1915).
Portraits ↑
Gem. (
Ak. d. Wiss. Berlin),
Abb. in: Bildnisse berühmter
Mitgll. d.
dt. Ak. d. Wiss. Berlin, 1950,
Nr. 53.
Autor ↑
Ernst ZinnerEmpfohlene Zitierweise ↑
Zinner, Ernst, „Auwers, Arthur“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
462 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116388765.html
Auwers, Arthur von
Name: Auwers, Arthur von
Namensvariante: Auwers, Arthur Julius Georg Friedrich von
Lebensdaten: 1838 bis 1915
Geburtsort: Göttingen
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Astronom
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Zinner, ErnstPND: 116388765