Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Fick, Friedrich Conrad August     Fick, Richard Friedrich >>

Fick, H(e)inrich Claus von (Reichsadel 1717)

russischer Staatsbeamter und Reformer, ~ 3.11.1678 Hamburg, 28.6.1750 Schloß Oberpahlen (Livland). (lutherisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Gilbrecht (* 1644), S d. Ulrich u. d. Becke Bramfeld; M Catharina (* 1650), T d. Heinr. Harms u. d. Alheit Blechwehler; 7 Geschw., 5 Halb-Geschw.; 1704 Helena ( 1762), T d. Lorenz (v.) Kruse u. d. Marie v. Passan; 1 S (jung ), 8 T , u. a. Sophie ( Wilh. v. Schulze, 1732, russ. Staatsrat u. Senatssekr.), Marie (1711–81, Otto Reinhold Zoege v. Manteuffel, auf Wayküll); N Begründer d. noch blühenden Linie; Ur-E Woldemar Frhr. v. Patkul, russ. Gen.

Leben  
Fick trat zu Beginn des Nordischen Krieges in schwedische Dienste, wurde Regimentsquartiermeister, dann Geheimsekretär des Herzogs Christian August von Holstein-Gottorp, 1711-14 Bürgermeister von Eckernförde. 1715 kam er auf Empfehlung von H. F. von Bassewitz und des Generals Adam Weide zu Peter dem Großen, zu dessen eifrigsten ausländischen Mitarbeitern er bald gehörte. Der Zar schickte ihn noch während des Krieges nach Schweden zum Studium der dortigen Staatseinrichtungen, des Wirtschaftslebens und der Kommunalverwaltung. Auf Grund seiner Informationen sind in Rußland die Kollegien nach schwedischem Muster eingeführt worden. Anschließend warb Fick in Holland und Norddeutschland Fachleute zum Eintritt in russische Dienste an. 1720 schenkte ihm Peter fast das gesamte Kirchspiel Oberpahlen mit mehreren Gütern. 1726 war er Vizepräsident im Kommerzkollegium und Staatsrat. Von Fick ging eine Fülle von Anregungen auch für die Gouvernementseinteilung Rußlands, das Zoll- und Polizeiwesen, die Wirtschaftspolitik und das Erziehungswesen aus. Von ihm stammt die Idee eines Geheimen Staatsrates (1726 verwirklicht); er gilt auch als einer der Initiatoren der Adelskonstitution, die der Kaiserin Anna 1730 von Fürst D. M. Golicyn und anderen bei der Thronbesteigung vorgelegt wurde. Als Anna sich 1731 davon lossagte, fiel auch Fick in Ungnade und wurde nach Sibirien verschickt. Erst 1741 begnadigt, kehrte er 1743 auf seine ihm von der Kaiserin Elisabeth restituierten Güter zurück. – Fick war ein hochgebildeter Mann und erregte bei Zeitgenossen Anstoß wegen freigeistiger Anschauungen; schon 1749 las er J. O. Lamettries „L'homme machine“. Er hinterließ eine reiche Bibliothek und ein bedeutendes politisches Archiv.

Literatur  
J. Eckardt, Jungrussisch u. Altlivländisch, 1871; A. R. Cederberg, H. F., Ein Btr. z. russ. Gesch. d. 18. Jh., in: Acta et Commentationes Univ. Dorpatensis, B. Human. XVII, 1930 (Qu.); H. v. Hofmann, H. F. u. s. Ahnen, in: Balt. Hh. 4, 1958, S. 256-59.

Autor  
Georg von Rauch
Empfohlene Zitierweise  

Rauch, Georg von, „Fick, Hinrich Claus von“, in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 131 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135982960.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 5 (1961), S. 131

PND: 135982960
Artikel drucken

Index

Fick, Heinrich von

Name: Fick, Heinrich von
Namensvariante: Fick, Hinrich von
Lebensdaten: 1678 bis 1750
Sterbeort: Schloß Oberpahlen (Livland)
Beruf/Lebensstellung: russischer Staatsbeamter; Reformer
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Rauch, Georg von
PND: 135982960

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Fick, Heinrich von

PND
135982960

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope