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<< Ferber.     Ferber, Konstantin >>

Ferber, Eberhard

Bürgermeister von Danzig, * 1463 Danzig, 5.3.1529 Dirschau.


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Johann ( 1501), Bgm. v. Danzig, S d. Ebert ( 1451), d. 1415 aus Calcar in Danzig einwanderte u. es dort zu großem Wohlstand brachte, u. d. Margarethe Rogge; M Barbara, T d. Ratsherrn Hildebrand Tannenberg aus Danzig; B Joh. (1464–93), Dr. iur., Domherr in Kulm, Pfarrer b. St. Marien in Danzig, Mauritius s. (3); 1) N. N., 2) Margarete Valant, 3) Gertrud, T d. Kaufm. Martin v. Ruden; K , u. a. Joh. (1496–1530), Domdechant in Frauenburg, Sekretär d. Kg. v. Polen, Konstantin s. (2).

Leben  
Als Page am Hofe des Herzogs Magnus von Mecklenburg erhielt Ferber seit 1481 fünf Jahre hindurch eine höfisch-ritterliche Erziehung, leistete 1486 Kriegsdienste für die Hanse in Flandern, nahm 1488 an einem ritterlichen Rennstechen in Lübeck teil und kehrte noch im gleichen Jahre in seine Vaterstadt zurück, wo er 1494 Schöffe wurde. Neben anderen Danziger Patriziern begleitete er 1496 Herzog Bogislaw X. von Pommern ins Heilige Land, wo er am Heiligen Grabe zum Ritter geschlagen wurde. Nach seiner Rückkehr erschwerten Streitigkeiten zwischen seiner Sippe und andern regierenden Ratsgeschlechtern zunächst seinen Aufstieg. 4 Jahre verwaltete er die Hauptmannschaft des an Danzig verpfändeten Gebiets Putzig. 1506 wurde Ferber Ratsherr. Von nun an erscheint er häufig als Vertreter Danzigs im preußischen Landesrat und auf Hansetagen, bewährt sich überall als geschickter und energischer Verhandlungsführer und wurde 1510 Bürgermeister. Sein großer Reichtum, teils ererbt, teils durch bedeutenden Holzhandel und aus Einkünften eines ausgedehnten Grundbesitzes vermehrt, steigerte sein Ansehen. Eine mit glänzendem Gefolge 1515 unternommene Gesandtschaftsreise nach Krakau und zum Fürstentag nach Preßburg bedeutete den Gipfel seiner Laufbahn. König Sigismund von Polen bestätigte die Privilegien der Stadt Danzig, versprach, künftig Appellationen an das Hofgericht nicht mehr zu dulden, erwirkte die Aufhebung der über Danzig verhängten Reichsacht und verlieh Ferber die Starostei Dirschau. Trotz dieser Erfolge begann mit der Rückkehr sein Abstieg. Durch Härte und herrisches Wesen verscherzte er sich den guten Willen seiner Amtsbrüder und die Beliebtheit unter der Bürgerschaft. Ein Erbschaftsprozeß entfachte erneut den alten Familienstreit. Der Hochmeisterkrieg (1520) stürzte die Stadt in große Kosten und brachte eine gefährliche Lage; das Volk murrte, Verdächtigungen wurden laut. 1521 suchte Ferber durch eine Expedition im Bunde mit Lübeck gegen Dänemark erfolglos sein Ansehen wiederherzustellen. Nun wandte sich eine demokratische Bewegung der Handwerker vor allem gegen ihn und seine autokratische Amtsführung; zudem gewannen seine früheren Feinde im Rat die Oberhand. Allgemeines Mißtrauen und der Vorwurf unerlaubter Bereicherung führten 1522 zu seiner Amtsentsetzung und Verbannung. Ferber betrieb seinen Prozeß gegen die Vaterstadt beim König von Polen. Dieser entschied jedoch erst zu seinen Gunsten, als die demokratische und die religiöse Opposition 1525 im Aufstand die Oberhand gewann, einen neuen Rat wählte und die Reformation durchführte. Der König suchte in Danzig die alte Ordnung wiederherzustellen und setzte Ferber wieder in sein Amt ein. Dieser trat jedoch gleich wieder zurück und begab sich, in seiner Kraft gebrochen, in die Starostei Dirschau.

Literatur  
E. Kestner, in: Zs. d. Westpreuß. Gesch.Ver. 2, 1800, S. 17-95, 3, 1881, S. 1-50; J. N. Pawlowski, Populäre Gesch. Danzigs, T. III, 1888, S. 52-77 u. ö.

Autor  
Ernst Bahr
Empfohlene Zitierweise  

Bahr, Ernst, „Ferber, Eberhard“, in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 79 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119670372.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 5 (1961), S. 79
Erwähnungen: 
ADB 6 (1877), S. 622-626 Familienartikel

PND: 119670372
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Index

Ferber, Eberhard von

Name: Ferber, Eberhard von
Namensvariante: Ferber, Eberhard
Lebensdaten: 1463 bis 1529
Geburtsort: Danzig
Sterbeort: Dirschau
Beruf/Lebensstellung: Bürgermeister von Danzig; Gesandter
Konfession: katholisch
Autor NDB: Bahr, Ernst
PND: 119670372

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Ferber, Eberhard von

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