<< Baltzer, Armin Richard
Baltzer, Heinrich Richard >>
Baltzer, Eduard Wilhelm
freigemeindlich-protestantischer Theologe,
* 24.10.1814 Hohenleina (Regierungsbezirk Merseburg),
† 24.6.1887 Durlach.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Friedrich Baltzer, Pfarrer und Kreisschulinspektor in Hohenleina;
M Johanna Carolina Charlotte,
T des Pfarrers Christoph Heinrich Wachsmuth in Hohenleina und der Pfarrers-
T Johanne Sophie Elisabeth Scheibner;
Gvv Johann Christoph Baltzer, Kauf-, Handels- und Ratsherr in Jüterbog;
Gmv Johanna Elisabeth Apel, Kaufmanns-
T aus Jüterbog;
⚭ 1) Hohenheida bei Leipzig 25.11.1841 Ernestine Mariane (Marie,
† 1842),
T des Pastors Christian Friedrich Spiegel und der Wilhelmine Hetschold, 2) Delitzsch 18.4.1844 Luise Charlotte Marie,
T des Propstes Friedrich Reil in Delitzsch; 1
T aus 1), 1
S, 2
T aus 2);
N Armin Richard Baltzer (s. 1).
Leben ↑
Baltzer studierte 1834-38 in Leipzig und Halle Theologie und wurde 1841 Diakonus und Hospitalprediger in Delitzsch. Als Anhänger der „Protestantischen Freunde“ (
sog. „Lichtfreunde“) trat er nachdrücklich für die kirchliche Lehrfreiheit gegen staatliche Übergriffe ein. Als deswegen seine Wahl zum Pfarrer in Nordhausen 1845 - wie schon vorher in Halle - vom Konsistorium nicht bestätigt wurde, trat das Kirchenkollegium von
St. Nicolai 1847 zurück und begründete mit Baltzer eine „freie protestantische Gemeinde“. Als deren Pfarer wirkte Baltzer, in der Reaktionszeit vielfach angefochten, 1847-81 in Nordhausen, das durch seine Arbeit, rednerische und schriftstellerische Tätigkeit, zum Vorort der freiprotestantischen Gemeinden Deutschlands wurde. Daneben war er jahrzehntelang als Stadtverordneter, auch als Vorsteher, tätig. 1848 wurde er, obwohl kein Politiker, als Mitglied in das Frankfurter Vorparlament und die Preußische Nationalversammlung in Berlin abgeordnet. Er war Mitbegründer und langjähriger Mitarbeiter der späteren „Nordhäuser Zeitung", richtete den ersten - 1851 als staatsgefährlich wieder verbotenen - Kindergarten in Preußen ein und gründete, immer mehr zu einem Vorkämpfer allgemeiner Lebensreform werdend, 1867 den ersten Deutschen Vegetarierverein und gab 1868 dessen Vereins-Blatt (später „Thalysia“, „Der Vegetarier“) heraus.
Werke ↑
u. a. Delitzsch-Halle-Nordhausen
od. mein Weg aus d. Landeskirche in d. freie
prot. Gemeinde, 1847; Alte u. Neue Weltanschauung, 1850-52
u. ö.;
Allg. Religionsgesch., 1854; Das Leben Jesu, 1860,
2 1861; Erklärung d. vier Evangelien, 1863; Von d. Arbeit, 1864; Gott, Welt u. Mensch, Grundlinien d.
Religionswiss., 1865,
2 1879; Die
natürl. Lebensweise, 4 T., 1867-72
u. ö.; Vegetarian. Kochbuch, 1869, letzte
Aufl. 1937; Ideen
z. socialen Reform, 1873; Palmenbll., Eine
Slg. auserlesener Gedichte aus d.
Schrr. v. E.
B.,
hrsg. v. M. Z.
Schröder, 1904; Erinnerungen, Bilder aus meinem Leben,
hrsg. v. G. Selß, 1907
(ungenaues W-Verz., P).
Literatur ↑
Nachruf in: Thalysia, 1887, H. 8;
H. Heine, E.
B., in: Mitteldt.
Lb.,
hrsg. v. d.
hist. Komm. f. d.
Prov. Sachsen u. Anhalt,
Bd. 4, 1929, S. 322-41
(P);
PRE (unter Lichtfreunde);
RGG.
Portraits ↑
Holzschnitt in:
LIZ 54, 1870, S. 493, 89, 1887, S. 85.
Autor ↑
Bruno SauerEmpfohlene Zitierweise ↑
Sauer, Bruno, „Baltzer, Eduard Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
570
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116046589.html
Baltzer, Eduard
Name: Baltzer, Eduard
Namensvariante: Baltzer, Eduard Wilhelm
Lebensdaten: 1814 bis 1887
Geburtsort: Hohenleina (Regierungsbezirk Merseburg)
Sterbeort: Durlach
Beruf/Lebensstellung: freigemeindlich-protestantischer Theologe
Konfession: freigemeindlich-protestantisch
Autor NDB:
Sauer, BrunoPND: 116046589