Name
Anna Amalia
Namensvarianten
Amalie; Amalia <Preußen, Prinzessin>; Amalie <Preußen, Prinzessin>; Amalie <Quedlinburg, Äbtissin>; Anna Amalia <Preußen, Prinzessin>; Anna Amalie <Preußen, Prinzessin>; Anne Amelie <Preußen, Prinzessin>; Hohenzollern, Amalie von; Preussen, Amalie von; Preußen, Amalie von
Lebensdaten
1723 bis 1787
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Lebensstellung
Äbtissin von Quedlinburg; Prinzessin von Preußen
Konfession
reformiert
Autor NDB
Georg von Dadelsen
Autor ADB
K. Janicke.
GND
118648659

Anna Amalia

Prinzessin von Preußen, Äbtissin von Quedlinburg, * 9.11.1723 Berlin, 30.9.1787 Berlin. (reformiert)

  • Genealogie

    V Friedrich Wilhelm I., König von Preußen; M Sophie Dorothea von Hannover; B Friedrich der Große.

  • Leben

    A. war seit 1744 Koadjutorin, seit 1755 Äbtissin des protestantischen Stiftes Quedlinburg, das sie 32 Jahre hindurch regierte. Sie sorgte u. a. für gute Besetzung der Kirchen- und Schulämter und schränkte die allzu große Zahl der Feiertage ein. Das in Friedrich von der Trencks „Merkwürdiger Lebensgeschichte“ (1786) angegebene Liebesverhältnis zwischen ihm und A. ist erfunden. A. war wissenschaftlich sehr interessiert; früh musikalisch ausgebildet, trieb sie seit 1758 bei Ph. Kirnberger Studien im strengen Satz. Ihre bis heute ungedruckten Kompositionen (vor allem K. W. Ramlers „Tod Jesu“) weisen sie als tüchtige Musikerin von jedoch durchschnittlicher Begabung aus. Musikgeschichtlich wichtig wurde ihre Musikaliensammlung (seit 1740) mit reichen Beständen aus dem 18. Jahrhundert (u. a. J. S. und C. Ph. E. Bach, Händel, Hasse, Gebrüder Graun), die nach ihrem Tode an das Berliner Joachimsthaler Gymnasium kam und sich seit 1914 als Leihgabe an der Preußischen Staatsbibliothek befindet („Amalien-Bibliothek“). Diese Sammlung bildete den Mittelpunkt der Berliner Bachpflege zu Anfang des 19. Jahrhunderts (Zelter, Singakademie).

    • Werke

      Weitere Werke Flöten-(Violin-)Sonate mit Basso continuo; Trio-Sonate D-dur; 4 Regimentsmärsche (Streicher), hrsg. v. G. Lenzewski sen., 1927; s. a. MGG.

    • Literatur

        ADB I;  C. Sachs, Prn. A. v. Preußen als Musikerin, in: Hohenzollern-Jb., 1910, S. 181 ff.;  G. Herz, J. S. Bach im Zeitalter d. Rationalismus u. d. Frühromantik, 1935, S. 32 ff.;  R. Eitner, Kat. d. Musikalien-Slg. d. Joachimsthalschen Gymnasiums zu Berlin, 1884, = Beil. z. d. Mhh. f. Musikgesch.;  G. B. Volz, Friedr. d. Gr. u. Trenck, urkundl. Btr. zu Trencks „Merkwürdiger Lebensgesch.“, 1926 (Porträt);  W. Krabbe, in: MGG.

    • Portraits

      v. A. Pesne (bis 1945: Berlin, Schloß); Kupf. (Graph. Slg. München); Ölgem. (Schloßmus. Quedlinburg); s. a. Singer I.

  • Autor

    Georg von Dadelsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Dadelsen, Georg von, "Anna Amalia" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 301 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118648659.html

Anna Amalie, Aebtissin von Quedlinburg

  • Leben

    Anna Amalie, Aebtissin von Quedlinburg, war das zwölfte Kind König Friedrich Wilhelms I. von Preußen und geb. 9. Nov. 1723. Unter ihrer Vorgängerin Maria Elisabeth, Herzogin von Holstein-Gottorp, wurde sie 1744 zur Coadjutorin des Stifts vom Capitel gewählt, nachdem die Bedenken gegen ihre Wahl, weil sie der reformirten Confession angehörte, das Stift dagegen streng lutherisch war, durch ein Gutachten des Oberhofpredigers Meene beseitigt waren. Nach dem Tode von Maria Elisabeth (17. Juli 1755) übernahm sie die Regierung des Stifts, kam selbst aber erst im April 1756 nach Quedlinburg. Das Stift hatte in den ersten Jahren ihrer 32jährigen Regierung viel von den Durchmärschen der Heere und durch Requisitionen und Contributionen der Oesterreicher und Franzosen während des siebenjährigen Krieges zu leiden. A. war eine wissenschaftlich und namentlich musikalisch gebildete Fürstin, die selbst Ausgezeichnetes im strengen Stile componirt hat; sie sorgte für die Besetzung der|Kirchen- und Schulämter mit tüchtigen Männern, beschränkte die Zahl der überflüssigen Fest- und Bußtage, gestattete den Reformirten in Quedlinburg ihren Gottesdienst zwei Mal im Jahre abhalten zu dürfen und ließ sich sonst die Sorge für ihr kleines Stift angelegen sein. Sie starb am 30. März 1787.

    • Literatur

      Fritsch, Geschichte von Quedlinburg II. 101—115.

  • Autor

    K. Janicke.
  • Empfohlene Zitierweise

    Janicke, Karl, "Anna Amalie, Aebtissin von Quedlinburg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 470-471 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118648659.html?anchor=adb

Anna Amalia

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