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NDB-Artikel

<< Aachen, Hans von     dall' Abaco, Evaristo Felice >>

Aal (Anguilla), Johannes

Dramatiker, * um 1500 Bremgarten, 28.5.1551 (nicht 1553) Solothurn. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Hans v. Al ( um 1515); M Katharina Füchslin ( um 1527), beide aus Bremgarten; S seiner Schw Verena Wagner-Aal ist der Magister Johannes Wagner ( um 1590), „lat. Schulmeister“ der Stiftsschule Solothurn, Dramatiker (Mauritzen- u. Ursenspiel, aufgeführt Solothurn 1581) u. Regisseur.

Leben  
Aal verfocht zur Zeit der Reformation die alte Lehre und wurde, als 1529 die Altgläubigen siegten, Nachfolger des alten Dekans Heinrich Bullinger. Aber schon einige Monate später hatten die Neugläubigen die Oberhand und Dekan Bullingers Sohn Heinrich, der spätere Nachfolger Zwinglis, trat an Aals Stelle. Aal floh und wurde Leutpriester in Baden. 1536 ließ er sich als Schüler Heinrich Lorittis (Glareanus) in Freiburg im Breisgau einschreiben und wurde zwei Jahre später Stiftsprediger in Solothurn, Leiter der Lateinschule und Chordirektor. Er war bekannt als Orgelspieler, beliebt als Prediger und wurde von seinem Lehrer Loritti gerühmt als Musiker. 1544 wurde er Propst. Aal ist neben dem Luzerner Hans Salat der begabteste Dramatiker der Altgläubigen zur|Zeit der Reformation in der Schweiz. Seine „Tragoedia Johannis des Täufers“ spielten die Solothurner Bürger am 21. und 22.7.1549 auf offenem Platz, an jedem Tag vier Akte. Das Gruppieren aller Geschehnisse um den tragischen Kern im Täufer-Schicksal und um die Endphase seines Lebens zeigt Aal als bewußten und hochbegabten Gestalter. Frappant, wie die glanzvollen Hofszenen bei Herodes gegen den Einsamen in der Wüste gestellt werden.

Werke  
Tragoedia Joannis d. Heiligen vorlöuffers vnd Töuffers Christi Jesu, Getruckt zu Bernn By Mathia Apiario 1549; Neudrucke dt. Lit.werke d. XVI. u. XVII. Jh.s, Nr. 263-67, 1929.

Literatur  
ADB I; L. Gombert, J. A.s Spiel v. Johannis d. Täufer, 1908; F. Meyer, Tragoedia Johannis d. Täufers, in: Neudrucke (wie oben), S. V-XLV; s. a. Kosch, Lit.-Lex.

Autor  
Oskar Eberle
Empfohlene Zitierweise  

Eberle, Oskar, „Aal, Johannes“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 1-2 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118500015.html

ADB-Artikel

<< Aa, Philipp van der Aa     Aaron >>

Aal, Johannes

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Aal: Johannes A. aus Bremgarten, 1541 Probst zu Solothurn, † 1553. Von ihm eine Tragödie "Johannes der Täufer" (Bern 1549), wol auf Grund des Joannes decollatus von Schöpper (1546), Volksstück in 2 Tagen von je 4 Acten mit leidlich durchgeführten Charakteren, mit Narrenspäßen und|Liebesscenen (in lyrischen Metren), von satirischen Elementen durchzogen: Satire auf alle Stände, auf das Hofleben, auf die Neugierde, Putzsucht, Geschwätzigkeit und Verführungskunst der Weiber. Dieses Motiv wird in der Bearbeitung von Meyenbrunn zu Colmar (1573) noch verstärkt. — (Weller, Volkstheater der Schweiz S. 219.)

Autor  
Scherer.
Korrektur: Erst nach dem Druck des Artikels ward uns eine Arbeit Baechthold's: "Der Minorit König von Solothurn" (Soloth. 1874) bekannt, in welcher S. 5 ff. urkundliche Nachrichten über Aal gegeben sind: er ward danach 1544 Propst zu Solothurn und starb 1551.
Empfohlene Zitierweise  

Scherer, Wilhelm, „Aal, Johannes“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 1-2 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118500015.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 1-2
ADB 1 (1875), S. 1-2
Erwähnungen: 
ADB 1 (1875), S.  781 Korrektur

PND: 118500015
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Index

Aal, Johannes

Name: Aal, Johannes
Namensvariante: Anguilla, Johannes
Lebensdaten: um 1500 bis 1551
Geburtsort: Bremgarten
Sterbeort: Solothurn
Beruf/Lebensstellung: Dramatiker; Propst zu Solothurn
Konfession: katholisch
Autor NDB: Eberle, Oskar
Autor ADB: Scherer, Wilhelm
PND: 118500015

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Aal, Johannes

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118500015

Normdaten
Personennamendatei (PND)
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