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NDB-Artikel

<< Attinghausen-Schweinsberg, Wernher II. Freiherr von     Aubry, Johann >>

Aubin, Gustav Karl Wilhelm

Nationalökonom und Wirtschaftshistoriker, * 13.3.1881 Reichenberg (Böhmen), 15.9.1938 München. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Aus Refugiéfamilie aus Valenciennes, seit 1599 als Gastwirte und Kaufleute in Frankfurt/Main ansässig; V Carl Aubin (1850–1920), Textilfabrikant in Reichenberg; M Anna (1856–1935), T des Kaufmanns und Bürgermeisters Gustav Schirmer (1821–1893) in Reichenberg und der Marie Schmidt (1820–87); Gvv Philipp William Aubin (1809–76), Fabrikant in Berlin; Gmv Sophie Linnemann (1820–1905); B Hermann Aubin (* 1885-1969), Professor für Geschichte in Hamburg; 1906 Elisabeth (* 1885), T des Bankiers Julius Mez in Freiburg (Breisgau); kinderlos.

Leben  
Aubin studierte nach dem Besuch des Staatsgymnasiums Reichenberg auf den Universitäten Berlin, Leipzig, Freiburg und München Rechtswissenschaft, Nationalökonomie und Geschichte, habilitierte sich 1911 an der Universität Erlangen als Privatdozent, ging 1912 in gleicher Eigenschaft an die Universität Halle-Wittenberg und wurde 1919 in Halle, 1934 in Göttingen ordentlicher Professor der wirtschaftlichen Staatswissenschaften. Als Wirtschaftshistoriker hat er wesentliche Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der Agrarverfassung (besonders in Ostdeutschland) und zur Gewerbegeschichte in der Frühzeit des Kapitalismus (16. und 17. Jahrhunderts) geliefert. Er entdeckte den kollektiven Lieferungsvertrag (Zunftkauf), dessen Bedeutung für die Entwicklung des Verlagssystems in der ostdeutschen Leinenindustrie er in einem großen, erst nach seinem Tode erschienenen Werke dargestellt hat.

Werke  
Die Entstehung u. Entwicklung d. grundherrl.-bäuerl. Verhältnisses in Frankreich, 1907; Zur Gesch. d. gutsherrl.-bäuerl. Verhältnisses in Ostpreußen v. d. Gründung d. Ordensstaates bis z. Steinschen Reform, 1910; Die Leineweberzechen in Zittau, Bautzen u. Görlitz, 1915; Aus d. Frühzeit d. dt. Kapitalismus (der kollektive Lieferungsvertrag), 1921; Staat u. Agrarverfassung, 1924; Die hist. Entwicklung d. ostdt. Agrarverfassung u. ihre Beziehungen z. Nationalitätenproblem d. Gegenwart, 1926; Der Einfluß d. Ref. in d. Gesch. d. dt. Wirtschaft, 1929; Die Wirtschaftsnot d. dt. Ostens, 1930; Aus d. Entstehungsgesch. d. nordböhm. Industrie, 1937; Leinenerzeugung u. Leinenabsatz im östl. Mitteldtld. z. Z. d. Zunftkäufe, 1940; Bartholomäus Viatis, ein Nürnberger Kaufmann vor d. 30jähr. Kriege, 1940.

Literatur  
Wi. IX, 1928; Kürschner, Gel.-Kal. 1931; VSWG 32, 1939, S. 93-97.

Autor  
Georg Jahn
Empfohlene Zitierweise  

Jahn, Georg, „Aubin, Gustav Karl Wilhelm“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 427 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd140875824.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 427

PND: 140875824
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Index

Aubin, Gustav

Name: Aubin, Gustav
Namensvariante: Aubin, Gustav Karl Wilhelm
Lebensdaten: 1881 bis 1938
Geburtsort: Reichenberg (Böhmen)
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Nationalökonom; Wirtschaftshistoriker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Jahn, Georg
PND: 140875824

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Aubin, Gustav

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140875824

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