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Riedel >>
Ried, Franz Jordan von (sächsischer persönlicher Adel 1892)
Chirurg,
* 11.2.1810 Kempten (Allgäu),
† 11.6.1895 Jena.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Martin
R. (
† 1828),
bayer. Landger.assessor;
M N. N. Keller (
† 1818);
⚭ 1846 Katharina Stotz (1817–72); 3
S u. a. Hans (1861–85), Arzt, 3
T (1 früh
†)
u. a. Julia (
* 1857,
⚭ Hermann Eichhorst, 1849–1921,
o. Prof. u.
Dir. d.
Med. Klinik in Zürich, s.
NDB IV).
Leben ↑
R. verbrachte Kindheit und Jugend in Braunau/Inn und Erlangen. Nach dem Abitur 1828 studierte er in Erlangen und Würzburg Medizin. 1832 wurde er in Erlangen mit der Abhandlung „Pneumatosis Vasorum et Cordis“ promoviert. 1832/33 arbeitete er in der Erlanger Entbindungsanstalt und seit August 1833 ein Jahr in der
med. Klinik, danach ein Jahr als Assistent an der chirurgisch-augenärztliche Klinik unter Michael Jäger (1795–1838). Im Herbst 1835 legte er das
med. Staatsexamen ab, hospitierte 1836
u. a. bei Carl Ferdinand
v. Graefe (1787–1840) und bei Johann Nepomuk Rust (1775–1840) in Berlin und war anschließend erneut als Assistent bei Jäger in Erlangen tätig. Während dessen Erkrankung und nach seinem Tod leitete er bis
Okt. 1838 kommissarisch die chirurgischaugenärztlichen Klinik und hielt die chirurgischen Vorlesungen und Kurse ab. Nach der Berufung Louis Stromeyers (1804–76) auf den Erlanger chirurgischen Lehrstuhl ließ er sich Ende 1838 als Praktischer Arzt in Erlangen nieder. 1839 habilitiert und zum Privatdozenten ernannt, unternahm
R. 1840 eine Studienreise nach Straßburg und Paris. 1846 wurde er auf das neugegründete chirurgische Ordinariat der
Univ. Jena berufen und erhielt das Direktorat der chirurgischen Abteilung der Landesheilanstalten. Spätere Rufe (1849 Greifswald, 1850 Marburg, 1853 Würzburg, 1854 Kiel) lehnte er ab. Auch nach seiner Emeritierung im
Okt. 1884 las er Geschichte der Chirurgie und blieb Mitglied der Prüfungskommission.
R.s besondere Leistungen lagen auf den Gebieten der Knochenresektion, der plastischen Chirurgie im Gesichtsbereich und der Therapie der in Thüringen häufig auftretenden Phosphornekrose. In Jena führte er die Äther- und Chloroformnarkose und die Pylorusresektion nach Péan in die Praxis ein. Unter seiner Leitung waren
u. a. Hans Kehr (1862–1916) und Ludwig
v. Rydigier (1850–1920) an der Jenaer Klinik tätig.
R. war 1853 Mitbegründer der „
Med.-
Naturwiss. Gesellschaft Jena“.
|Auszeichnungen ↑
sächs. Hofrat (1853); Rr.kreuz (1855), Großkreuz (1892) d.
ernestin. Hausordens; Rr.kreuz I.
Kl. d.
weimar. Falkenordens (1856);
Ehrenmitgl. d. Physikal.-
med. Sozietät, Erlangen (1858) u. d.
Leopoldina (1862); Ehrenbürger
v. Jena (1882);
ghzgl. sächs. GR (1884),
WGR (1890).
Werke ↑
Ein Fall
v. Exstirpation d. Oberkiefers, in:
Corr.-
Bl. bayer. Aerzte 10, 1845, S. 145-58;
Die Resectionen d. Knochen mit
bes. Berücks. d.
v. Michael Jäger ausgeführten derartigen Operationen, 1847;
De iridodialysi traumatica, 1847. –
Mithg.: Jenaische
Ann. f.
Physiol. u.
Med., 1848-50.
Literatur ↑
M. Neuburger u. J. Pagel,
Hdb. d.
Gesch. d.
Med., III, 1905, S. 117 f., 157;
E. Giese u. B.
v. Hagen,
Gesch. d.
Med. Fak. d. Friedrich-Schiller-
Univ. Jena, 1958, S. 579 f.;
B. Wilhelmi, Jenaer Hochschullehrer d.
Med., 1988,
bes. S. 37-40;
BLÄ;
Pagel;
Erlanger Professoren II;
– eigene Archivstudien.
Autor ↑
Susanne ZimmermannEmpfohlene Zitierweise ↑
Zimmermann, Susanne, „Ried, Franz Jordan von“,
in: Neue Deutsche Biographie
21
(2003), S.
564
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104372508.html
Ried, Franz von
Name: Ried, Franz von
Namensvariante: Ried, Franz Jordan von
Lebensdaten: 1810 bis 1895
Geburtsort: Kempten (Allgäu)
Sterbeort: Jena
Beruf/Lebensstellung: Chirurg; Professor der Chirurgie in Jena
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Zimmermann, SusannePND: 104372508