<< Arthaber
Arthaber, Rudolf, Edler von >>
Arthaber, Gustav Adolph, Edler von
Paläontologe,
* 21.10.1864 Wien,
† 29.4.1943 Wien. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Joseph Rudolph von Arthaber (1828–99);
M Elise Hermine,
T des Gustav Moritz Clausz und der Therese Natalie Hecker;
Gvv Rudolf von Arthaber (s. 2);
⚭ Wien 1903 Bertha Rohn; kinderlos.
Leben ↑
Arthaber studierte Geologie und Paläontologie in Wien bei E. Sueß, M. von Neumayr und W. Waagen, also bei Koryphäen einer klassischen Periode dieser Wissenschaften, deren Tradition Arthaber übernahm. Auch A. Bittner ist seinen Lehrern zuzuzählen. Arthaber wurde 1892 promoviert, 1899 Adjunkt am Paläontologischen Institut der Universität Wien, habilitierte sich daselbst 1897 an der philosophischen Fakultät, und wurde 1907 außerordentlicher, 1921 ordentlicher Professor. - Reich begütert, bildet er einen sehr glücklichen, heute kaum mehr denkbaren Typ des Forschers auf dem Gebiet der deskriptiven Naturwissenschaft, der seine privaten Mittel großzügig in den Dienst seiner wissenschaftlichen Arbeit, besonders auch für Forschungsreisen namentlich ins Mittelmeergebiet und nach Armenien stellte. Entsprechend der dafür prädestinierten Lage Österreichs war Arthaber in erster Linie Spezialist für die Paläontologie und Stratigraphie der Triasformation in den Gebieten des ehemaligen Tethysmeeres und, gemäß ihrer Bedeutung als Leitfossilien, besonders für die triadischen Cephalopoden (Ammoniten). Diese Arbeiten fanden ihre Krönung in der zusammenfassenden Darstellung der alpinen Trias des Mediterrangebietes in der Lethaea geognostica. Aber abgesehen von faunistisch-stratigraphischen Arbeiten über paläozoische, jurassische und kretazische Faunen hat er auch auf rein paläozoologischem Gebiet gearbeitet, wie sein Entwurf einer Systematik der triadischen Ammoneen und seine Arbeiten über fossile Reptilien, insbesondere über Flugsaurier, beweisen.
Arthaber hatte überdies Freude an organisatorischer Arbeit auf verschiedenen Gebieten, wofür er ausgesprochenes Talent besaß; so hat er sich sehr für die Geographische Gesellschaft in Wien eingesetzt, hat die Geologische Gesell
|schaft in Wien 1908 mitbegründet und war lange Jahre Kurator der Wiener evangelischen Kirchengemeinde.
Werke ↑
Die Cephalopodenfauna d. Reiflinger Kalke, in:
Btrr. z. Paläontol. u.
Geol. Österr.-Ungarns u. d. Orients,
Bd. 10, 1895/96, S. 1-112, 192-242; Die alpine Trias d. Mediterran-Gebietes, in: Lethaea Geognostica,
Hdb. d.
Erdgesch. …,
hrsg. …
v. F. Frech, T. II: Das Mesozoicum,
Bd. 1: Trias, 1903–08, S. 223-472, 544-48; Die Trias
v. Albanien, in:
Btrr. z. Paläontol. u.
Geol. Österr.-Ungarns u. d. Orients,
Bd. 24, 1911, S. 169-277.
Literatur ↑
M. Cornelius-Furlani, G. Edler
v. A., in:
Mitt. d.
geolog. Ges. Wien,
Bd. 36-38, 1943-45, Wien 1949, S. 297-302
(W, L).
Autor ↑
Werner QuenstedtEmpfohlene Zitierweise ↑
Quenstedt, Werner, „Arthaber, Gustav Adolph, Edler von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
401 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117667714.html
Arthaber, Gustav Edler von
Name: Arthaber, Gustav Edler von
Namensvariante: Arthaber, Gustav Adolph Edler von
Lebensdaten: 1864 bis 1943
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Paläontologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Quenstedt, WernerPND: 117667714