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Ettlinger, Max Emil >>
Ettlinger, Karl Emil (Pseudonym unter anderem Karlchen)
Journalist,
* 22.1.1882 Frankfurt/Main,
† 29.5.1939 Berlin. (israelitisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Emil,
Kaufm.;
M Mathilde Oppenheim;
B Max
s. (2);
⚭ 1) 1904 Johanna Kretschmann (
† 1925,
ev.), 2) 1929 Luise Marie
Charl. Harnack. (
kath.)
Leben ↑
Ettlinger kam über Banklehre und Buchhandel 1902 zur Redaktion der humoristisch-satirischen Wochenschrift „Jugend“. In Übereinstimmung mit den einem neuen Kunststil verpflichteten Zielen ihres Begründers Georg Hirth kritisierte Ettlinger in Humoresken, Satiren, Parodien und Gedichten treffsicher und witzig die Verhältnisse seiner Zeit. Seine allwöchentlich erscheinenden, später zum Teil gesammelten Beiträge (Grandbouche und Lausikoff, 1915, 60 Auflagen, Mister Galgenstrick, 1915, 150 000 Exemplare), seine Novellen, Lustspiele sowie „Die verhexte Stadt“ (1922), eine köstliche Spitzbubengeschichte, machten ihn schnell zu einem der populärsten Humoristen seiner Zeit. Einige seiner Dialektgedichte weisen den Journalisten Ettlinger als echten Dichter aus. Bald nach 1933 verstummte die Stimme Ettlingers, der sein Lebens- und Schaffensziel darin gesehen hatte, durch Humor zur Veredelung der Menschen beizutragen. Die Nationalsozialisten nahmen ihm jede Möglichkeit zu publizistischer Tätigkeit und setzten ihn brutalen Verfolgungen aus. Ettlinger starb, schon vorher innerlich gebrochen, während einer Operation.
Werke ↑
Weitere W u. a. Nachdichtungen: Der neue Martial, 1905; Ovids Liebeskunst, 1906; Der neue Juvenal, 1907; –
Novellen: Marquis Bonvivant, 1912; Benno Stehkragen, 1917
(100 000 Exempl.); Lustspiele: Die Hydra, 1911; Scherzo, 1913
(3 Einakter); – Ges. Btrr.: Unschenierte Gedichtcher von eme alde Frankforder, 1916; Karlchen-Album, 1923; Aus fröhlichem Herzen, 1928.
Literatur ↑
H. Kienzl, K.
E., in: Die Volksbühne, 5.
Jg., 1925;
Kürschner, Lit.-Kal. 1932
(W);
Wi., 1935
(W);
Kosch, Lit.-Lex.;
Kosch, Theater-Lex.Autor ↑
Rüdiger FrommholzEmpfohlene Zitierweise ↑
Frommholz, Rüdiger, „Ettlinger, Karl Emil“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
666
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119518279.html