<< Esser, Wilhelm
Eßlair, Ferdinand Johann Baptist >>
Essig, Hermann
Dramatiker,
* 28.8.1878 Truchtelfingen (Tailfingen, Württemberg),
† 21.6.1918 Berlin-Lichterfelde. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Carl
Frdr. (1840–1901), Pfarrer,
S des Dr. iur. Karl
Frdr. u. der Amalie Heyd;
M Sophie Frieder. (
* 1843),
T des Buchbinders Gottlieb Weiß in Tübingen
u. der Wilhelmine Cloß;
Großonkel mütterlicherseits Gottlieb Cloß (1810–82), Oberbaurat, Erbauer des Pragtunnels in Stuttgart, Karl
Aug. Cloß (1805–65),
Schriftst.; 6
Geschwister;
⚭ Berlin 1905 Anna Ludwig (
* 1879),
Wwe des Emil Rosenow (1871–1904), Journalist,
Schriftst.,
soz.-demokratischer Reichstagsabgeordneter; 4
K.
Leben ↑
Nach intensivem Studium der Maschinentechnik an der Technischen Hochschule Stuttgart zwang eine schwere Lungenerkrankung Essig zu einem Aufenthalt in Davos (Oktober 1902/03). Hier und während der folgenden Rekonvaleszenz erlebte er eine starke innere Krisis, die ihn zunächst in fanatisch betriebene religiöse Problematik führte und allmählich die ersten dichterischen Ansätze in ihm reifen ließ. 1904 folgte er einem Berufsangebot als Ingenieur nach Berlin, wo er sich dann aber ausschließlich schriftstellerisch betätigte. Er fand jedoch nicht den gewünschten Anklang. Nur allmählich gelang es ihm, mit seinen zum großen Teil selbstverlegten Werken durchzudringen, nicht zuletzt durch seine Verbindung mit dem „Sturmkreis", der die Werke in seinen Verlag übernahm. Gelegentliche Aufführungen seiner Stücke stießen auf gleichermaßen starke Ablehnung – „Des Kaisers Soldaten“ (1915), „Der Schweinepriester“ (1915) und andere unterlagen sogar einem Zensurverbot –, jedoch auch auf erhebliche Begeisterung, die in Essig eines der neuen aufkommenden Talente sah. Expressionistische Züge lassen sich in seinem Drama „Der Überteufel“ (1912) und in der Märchenerzählung „Der Wetterfrosch“ (1917) aufzeigen, gleichwohl bleibt die Grundtendenz seiner Werke realistisch. Essig selbst sah seine Hauptleistung im Lustspiel, das er zum Beispiel in der „Glückskuh“ (1910) zu einer an Kleist und Hauptmann erinnernden Höhe führte. Infolge innerer Gründe und nicht zuletzt durch seinen frühen Tod blieb diesem starken Talent die Vollendung versagt. – 1913 und 1914 Kleistpreis.
Werke ↑
Weitere W u. a. Marie Heimsuchung, Tragödie, 1909; Furchtlos
u. treu, Drama, 1911; Ihr stilles Glück, Drama, 1912; Napoleons Aufstieg, Schauspiel, 1912; Der Held vom Wald, Schauspiel, 1912;
Lustspiele: Die Weiber von Weinsberg, 1909; Der Frauenmut, 1912; Ein Taubenschlag, 1913; Pharaos Traum, 1916; Kätzi, 1922; – 12 Novellen, 1916; Der Taifun, Roman, 1919; Eine Selbstbiogr., mitgeteilt
v. E. L. Stahl, in: Stuttgarter Neues Tagebl.
Nr. 37
v. 22.1.1919.
Literatur ↑
E. Hernried, H.
E., in:
Württ. Ztg. v. 10.1.1914; A. Behne, Verbotener Dichter: H.
E., in: Die Lese, 8.
Jg., Dez. 1917
(P); F. Graetzer, Erinnerungen an H.
E., in: Unterhaltungsbeil. d. tägl.
Rdsch. 38,
Nr. 143
v. 22.6.1918; J. Bab, H.
E., in: Königsberger
allg. Ztg. Nr. 207
v. 28.6.1918 (Morgenbl.); H. Frank, H.
E., in: Allg.
Ztg. v. 24.11.1918, S. 541; P. Fechter, Das
europ. Drama II, 1957, S. 438-41;
Heyd VIII, 2;
DBJ II (
Tl. 1918,
L). –
Qu.: Nachlaß im Schiller-Nat.
Mus. Marbach, weniges im Goethe-
u. Schiller-Archiv Weimar. –
Zu E. Rosenow: A. R.-
E., in:
BJ XIII, S. 360-62 (
u. X,
Tl. 1904,
L);
Brümmer;
Kosch, Lit.-Lex. (L).
Autor ↑
Ralph Müller-SaalfeldEmpfohlene Zitierweise ↑
Müller-Saalfeld, Ralph, „Essig, Hermann“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
659
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118531212.html
Essig, Hermann
Name: Essig, Hermann
Lebensdaten: 1878 bis 1918
Geburtsort: Truchtelfingen (Tailfingen
Sterbeort: Berlin-Lichterfelde
Beruf/Lebensstellung: Dramatiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Müller-Saalfeld, RalphPND: 118531212