<< Erk, Ludwig Christian
Erlach, von >>
Erkelenz, Anton Peter
Gewerkschaftspolitiker,
* 10.10.1878 Neuß/Rhein,
† 25.4.1945 Berlin-Zehlendorf. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Anton (
* 1850), Schlosser, Schlosserssohn;
M Agnes Holter (
* 1852). Barbierstochter;
⚭ Charlotte Gerlach; 1
S.
Leben ↑
Erkelenz erlernte das Schlosser- und Dreherhandwerk und besuchte nebenher Fortbildungs- und Fachschulen. Seine Leistungen befähigten ihn schon 1902 zur Übernahme des Amtes eines Arbeitersekretärs der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine in Düsseldorf; 1907 wurde er dann in die Hauptverwaltung der Gewerkvereine nach Berlin berufen. Nach Kriegsteilnahme gründete er im November 1918 als Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Neuß/Rhein mit anderen Gewerkvereinen den liberalen Gewerkschaftsring. 1919 wurde er für die Deutsche Demokratische Partei für den Wahlkreis Düsseldorf-Ost in die Nationalversammlung, 1920 auch in den Reichstag gewählt. 1921 wurde er 1. Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Demokratischen Partei. Gleichzeitig war er als Schriftleiter des „Regulator“ und als Mitherausgeber der von F. Naumann begründeten „Hilfe“ tätig. Wo immer Erkelenz während der Jahre der Weimarer Republik wirkte, galten seine unermüdlichen Bemühungen der Festigung der Demokratie und in dieser dem beruflichen, kulturellen und sozialen Aufstieg der Arbeiter zu gleichberechtigten, aber auch gleichverpflichteten Mitgliedern in Gesellschaft und Staat. Überzeugung und moralischer Mut, diese zu vertreten, bildeten in Erkelenz eine unlösliche Einheit, die ihm die Achtung auch politischer Gegner eintrug, zumal er seine Überzeugung trotz aller Festigkeit in der Sache mit Mäßigung in der Form vertrat. Trotz aller Erfolge blieb er aber von größter persönlicher Bescheidenheit. Als 1930-32 die liberale Mitte zwischen den politischen Extremen zerrieben wurde und sich die Deutsche Demokratische Partei mit dem Jungdeutschen Orden zur Staatspartei zusammenschloß, trat Erkelenz aus seiner Partei aus und schloß sich der Sozialdemokratie an. In ihren Reihen kämpfte er erbittert gegen den Nationalsozialismus in der Überzeugung, daß – nachdem das deutsche Bürgertum nicht mehr für seine eigene bürgerliche Kultur kämpfen wollte – die Sozialdemokratie nicht nur die eigenen Ideale und Errungenschaften zu verteidigen hatte, sondern auch „die besten Teile der bürgerlichen Kultur“. Erkelenz wurde 1945 in Berlin von russischen Soldaten erstochen, als er seine Haushälterin schützen wollte.
Werke ↑
viele Broschüren u. Aufsätze in Ztgg. u. Zss. u. a.: Freiheitl.
u. nat. Arbeiterbewegung, 1909; Amerika heute, 1925; Zehn J.
dt. Republik, 1928; Der Rattenfänger
v. Hameln, 1932.
Literatur ↑
W. Hammer, Hohes Haus in Henkers Hand, 1956;
Rhdb. (P).
Autor ↑
Marie Elisabeth Lüders, Helga GrebingEmpfohlene Zitierweise ↑
Lüders, Marie Elisabeth; Grebing, Helga, „Erkelenz, Anton Peter“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
591
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11868230X.html