Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Eppinger, Hans, sen.     Eppinger, Alfons-Maria >>

Eppinger, Hans, jun.

Internist, * 5.1.1879 Prag, 25.9.1946 Wien.


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Hans s. (1); Klagenfurt 1908 Georgine Zetter (* 1885); 1 S (), 2 T, u. a. Maria ( Arthur Rühl, 1901–55, Prof. der Med. in Prag, verdient durch Forschungen auf dem Gebiet der Kreislaufpatholologie).

Leben  
Durch seinen Vater wurde Eppinger in pathologischer Anatomie und Histologie geschult und blieb zeitlebens mit ihr in engster Verbindung. Nach der Promotion (1903) bildete er sich unter anderem bei F. Kraus, L. Krehl, L. Hofmeister, R. Paltauf und C. von Noorden weiter aus. Als Assistent der I. Medizinischen- Klinik in Wien 1906 habilitiert, wurde Eppinger 1914 außerplanmäßiger, 1918 außerordentlicher Professor und wählte unter zahlreichen Berufungen Freiburg. 1930 wurde er nach Köln berufen, 1933 nach Wien. Hier wirkte er an der I. Medizinischen- Universitäts-Klinik bis zum Herbst 1945. Ein Jahr darauf wählte er, durch viele Schicksalsschläge getroffen, den Freitod. – Das Arbeitsgebiet Eppingers ist schwer zu umreißen, denn es gab nichts, was ihn nicht interessiert hätte. Er beschäftigte sich zunächst mit Endokrinologie, arbeitete über die Funktion der Schilddrüse, der Nebenschilddrüse und war der geistige Vater der ersten Epithelkörperchenexstirpation beim Morbus Recklinghausen, die erst später von F. Mandl tatsächlich durchgeführt wurde. Er arbeitete mit W. Falta über Diabetes, mit L. Heß über das vegetative Nervensystem, mit C. Fr. Rothberger über den experimentellen Schenkelblock und beschäftigte sich mit der Funktion des Zwerchfelles. Mit experimentellen Arbeiten über die Darstellung der Gallekapillaren begann schon in der Studentenzeit Eppingers Interesse für die Leberpathologie, mit der er sich sowohl klinisch als auch experimentell durch Jahrzehnte beschäftigte, er wurde dadurch auch angeregt, die Milzpathologie zu bearbeiten und schrieb mit E. Ranzi „Die hepatolienalen Erkrankungen“ (1920). Eppinger wurde während seiner Tätigkeit zu zahlreichen führenden Persönlichkeiten des In- und Auslandes berufen und hat sich dabei Freunde in aller Welt erworben. Persönlich eher verschlossen und schüchtern wirkend, hat er durch seinen mitreißenden Ideenreichtum und seinen nie versagenden Arbeitseifer seine Schüler entscheidend beeinflußt und sie zum Teil weit über die Erkenntnisse der damaligen Zeit hinaus zu modernem pathophysiologischem Denken erzogen. Er war ein unermüdlicher Klinikchef, kümmerte sich persönlich auch um nebensächliche Dinge und hatte immer Verständnis selbst für ungewöhnliche Anregungen und Ansichten.

Werke  
Weitere W u. a. Zur Pathol. u. Therapie d. menschl. Ödems, 1917; Pathol. u. Therapie d. Icterus, 1921; Nephritisfragen, 1921 (mit K. Kloss); Die Nephritisfrage, 1923 (mit F. Kisch); Asthmacardiale, 1924 (mit L. v. Papp u. H. Schwarz); Das Versagen d. Kreislaufes, 1927 (mit F. Kisch u. H. Schwarz); Zur Pathol. d. Kreislaufkorrelationen, 1927; Die seröse Entzündung, 1935 (mit H. Kaunitz u. H. Popper); Die Leberkrankheiten, 1937 (gilt heute noch als Standardwerk, span. Übers.); Die Permeabilitätspathol., 1949. – Mit | arbeiter: Lehrb. d. inneren Med., hrsg. v. G. v. Bergmann, 21934 ff.

Literatur  
W. Pilgerstorfer, Gedenkrede, in: Wiener Med. Wschr. 101, 1951, Nr. 46; E. Rissel, Die Permeabilitätspathol. E.s als Grundlage e. neuen Krankheitsbetrachtung, ebd.; W. Beiglböck, in: Pathol., Diagnose u. Therapie d. Leberkrankheiten, 4. Freiburger Symposion, 1957, S. 1; ders., in: Acta hepatologica 5, 1, 1957, S. 177; ÖBL.

Portraits  
Ölgem. (in Fam.bes.).

Autor  
Ernest Rissel
Empfohlene Zitierweise  

Rissel, Ernest, „Eppinger, Hans, jun.“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 551-552 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd102642478.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 551-552
Erwähnungen: 
NDB 20 (2001), S. 625 in Artikel Popper, Hans

PND: 102642478
Artikel drucken

Index

Eppinger, Hans

Name: Eppinger, Hans
Namensvariante: Eppinger, Hans junior
Lebensdaten: 1879 oder 1880 bis 1946
Geburtsort: Prag
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Mediziner; Internist
Konfession: katholisch
Autor NDB: Rissel, Ernest
PND: 102642478

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Eppinger, Hans

PND
102642478

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München

Nachlässe
Kalliope