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NDB-Artikel

<< Ackermann, Dorothea Caroline     Ackermann, Sophie Charlotte, geborene Biereichel >>

Ackermann, Konrad Ernst

* 1.1.1710 (1712?) Schwerin, 13.11.1771 Hamburg.


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Aus holsteinisch-mecklenburgischer gutbürgerlicher Familie (Heimat der Vorfahren Sachsen); Moskau 24.11.1749 Sophie Charlotte Schroeder (s. 4); T Dorothea (s. 2), Charlotte (s. 1).

Leben  
In seiner Jugend kämpfte Ackermann im russischen Heere gegen die Türken. Seit 1740 war er Mitglied der Schönemannschen Truppe und schloß sich 1742 in Hamburg der neugegründeten Truppe seiner späteren Gattin Sophie Schroeder an. Nach dem Zusammenbruch des Unternehmens wirkte er mehrere Jahre in Danzig, Petersburg und Moskau. 1751 kehrte er nach Danzig zurück. Im Oktober 1753 gründete er die berühmte Ackermannsche Truppe in Königsberg, der u. a. K. Ekhoff und F. L. Schroeder angehörten. 1755 fand ein Gastspiel der Truppe in Berlin statt, wo Ackermann mit Lessing in Beziehung trat (am 10.7.1755 Uraufführung der „Miss Sara Sampson" in Frankfurt/Oder). 1756 kehrte Ackermann nach Königsberg zurück und errichtete ein festes Theater. Infolge der Kriegswirren führten ihn neue Wanderfahrten nach Warschau, Breslau, Leipzig, Halle, Mainz, Frankfurt/Main, Zürich, Straßburg, Braunschweig, Göttingen, Hannover. Seit 1764 blieb er ständig in Hamburg, wo er 1765 ein neues Theater eröffnete, dieses aber 1767 aus Geldmangel einem Bürgerkonsortium zur Gründung des ersten deutschen Nationaltheaters übergab. Seine Truppe wurde übernommen, so daß eine enge Zusammenarbeit mit Lessing als Dramaturgen stattfand. Nach dem Zusammenbruch dieses Unternehmens führte Ackermann das Theater in eigener Regie fort, verlor aber seine besten Kräfte und wurde zu neuem Wanderleben gezwungen (Braunschweig, Schleswig, Kiel, Hamburg). Nach seinem Tode leiteten seine Witwe und sein Stiefsohn Schroeder das Unternehmen. - Der sehr gebildete Ackermann war eine außerordentliche Begabung; er bestimmte durch seinen Realismus, den er an den bürgerlichen Trauerspielen der Engländer G. Lillo und E. Moore entwickelt hatte, die Kunstrichtung seiner Truppe und wurde der Repräsentant der Lessingzeit auf dem deutschen Theater. Seine Begabung lag mehr auf komischem als auf tragischem Gebiet (Werner in „Minna von Barnhelm“), wenn er auch gern tragische Heldenrollen, vor allem aber fürstliche Liebhaber (Mellefont in „Miss Sara Sampson“) spielte. Neben der Neuberin hat er als Mitbegründer der deutschen Schauspielkunst zu gelten.

Literatur  
Grotefend, Aus d. Jugend d. Schauspielers K. E. A., in: Jbb. d. Ver. f. Mecklenburg. Gesch. 55, 1890, S. 288-92.

Autor  
Hans Heinrich Borcherdt
Empfohlene Zitierweise  

Borcherdt, Hans Heinrich, „Ackermann, Konrad Ernst“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 35 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118646761.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 35
Erwähnungen: 
NDB 1 (1953), S.  36*
NDB 23 (2007), S. 555*
NDB 24 (2010), S. 301 in Artikel Seyler, Sophie Friederike
ADB 1 (1875), S. 37-38 Familienartikel

PND: 118646761
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Index

Ackermann, Konrad

Name: Ackermann, Konrad
Namensvariante: Ackermann, Konrad Ernst
Lebensdaten: 1710 oder 1712 bis 1771
Geburtsort: Schwerin
Sterbeort: Hamburg
Beruf/Lebensstellung: Schauspieler; Leiter einer Wanderschauspieltruppe
Konfession: keine Angabe
Autor NDB: Borcherdt, Hans Heinrich
Autor ADB: Förster
PND: 118646761

Weitere Informationen

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Ackermann, Konrad

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118646761

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Personennamendatei (PND)
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