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NDB-Artikel

<< Engler, Michael der Jüngere     Englerth, Sebastian >>

Englerth, Christine, geborene Wültgens

Bergbauunternchmerin, * 14.8.1767 Rath bei Düsseldorf, 4.5.1838 Eschweiler bei Aachen. (katholisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Joh.-Peter Wültgens (1738–87), Schultheiß u. Gutspächter in Eschweiler; M Anna-Maria Gilles (1742–87) aus Rath; Jülich 1786 Karl Englerth ( 1814), Bergwerksdirektor; 8 Kinder, u. a. Frdr. (1793–1848), Präs. der Administration 1838-47, Karoline ( Jos. Timotheus Schillings, 1786–1871, Präs. der Administration 1847-70 Urenkel Max v. Schillings (1868–1935, württ. Adel 1912), Komp., Dirigent).

Leben  
In zielbewußter Zusammenarbeit mit ihrem Mann gelang es Englerth, fast den gesamten Bergbau der Inde-Mulde und einige kleine Gruben der Wurm-Mulde in ihren Händen zu vereinigen und damit einen abgerundeten Kohlenbergwerksbesitz zu schaffen. Zunächst ließen allerdings die unruhigen Zeiten der Napoleonischen Kriege keine Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu. Diese zu erreichen und den Stand zu sichern, blieb Englerth vorbehalten, die nach dem Tode ihres Mannes den gesamten Besitz an Bergwerken und Landwirtschaft, der in damaliger Zeit in Preußen nicht seinesgleichen hatte, allein verwaltete. Unter den großen Schwierigkeiten der damaligen Zeit mit ihrem mehrfachen Wechsel der politischen und bergrechtlichen Verhältnisse erweiterte sie die Grundlage ihres Besitzes bedeutend, begabt mit einem scharfen Verstand und starker Willenskraft, mit Fleiß, Geschicklichkeit, Zähigkeit und Umsicht, brachte sie ihn zu großer Blüte. Um ihn bei ihrem Tode nicht unter ihre Kinder zu zersplittern, errichtete sie eine Art Familien-Fideikommiß, indem sie 1835 nach dem damaligen linksrheinisch geltenden französischen Recht die anonyme Aktiengesellschaft Eschweiler Bergwerks-Verein gründete. Diese wurde damit die älteste preußische Bergwerks-Aktiengesellschaft, und ihre Gründung muß bei der damals noch allgemein sehr seltenen Form der Aktiengesellschaft als eine Pionierleistung angesehen werden. Wirklichkeit wurde diese erst bei ihrem Tode, denn bis dahin hatte sie das Steuer nicht aus der Hand gegeben. Diese weitblickende Frau gilt mit Recht als die Stammutter des Eschweiler Bergwerks-Vereins, der aufbauend auf der von ihr geschaffenen Grundlage und in stetiger Weiterentwicklung heute noch besteht und seine überragende Bedeutung im Aachener Revier erhalten hat.
Als weitere Zusammenfassung von Englerthschem Bergwerksbesitz wurde 1842 der Pannesheider Bergwerksverein gegründet. Hauptaktionäre waren der Englerthsche Eschweiler Bergwerks-Verein und K. Winkens aus Farensberg. 1858 ging der Pannesheider Bergwerks-Verein in der Vereinigungsgesellschaft auf, die sich ihrerseits 1907 mit dem Eschweiler Bergwerks-Verein vereinigte. Damit kam der gesamte Besitz wieder in eine Hand.

Literatur  
O. Stegmann, 100 J. Eschweiler Bergwerks-Ver., 1938.

Autor  
Gerhardt Philipp
Empfohlene Zitierweise  

Philipp, Gerhardt, „Englerth, Christine, geborene Wültgens“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 534 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135909252.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 534
Erwähnungen: 
NDB 22 (2005), S. 772*

PND: 135909252
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Index

Englerth, Christine

Name: Englerth, Christine
Namensvariante: Wültgens, Christine
Lebensdaten: 1767 bis 1838
Geburtsort: Rath bei Düsseldorf
Sterbeort: Eschweiler bei Aachen
Beruf/Lebensstellung: Bergbauunternehmerin
Konfession: katholisch
Autor NDB: Philipp, Gerhardt
PND: 135909252

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Englerth, Christine

PND
135909252

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