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Engel, Johann Carl Ludwig

Architekt, * 3.7.1778 Berlin, 14.5.1840 Helsinki. (lutherisch)


GenealogieLebenWerkePortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
Aus alter brandenburgischer Fam.; V Joh. Phil. (1752–1833), Maurermeister in Charlottenburg; Gmv Jeanne geb. Brassard; M Hedwig Gündenberger (1758–1834) aus Schönfeld (Uckermark); ca. 1811 Sophie Barth (1782–1833) aus Lüneburg; 3 S, 1 T.

Leben  
Aufgewachsen im Wirkungskreise der Berliner Bauschule, scheint Engel nicht zum Kreise um Friedrich Gilly gehört zu haben. Nach dem Abschlußexamen (1804) arbeitete er als Zeichner beim Oberbaudepartement. Das Versiegen der Bautätigkeit zwang ihn, 1808 die bescheidene Stellung eines Stadtbaumeisters in Reval anzunehmen. 1814 sah sich Engel nach ausreichendem Verdienst in Finnland um. Der Entwurf des Universitätsobservatoriums in Åbo (Turku), 1816-18, und das bei Vipuru für den Generalgouverneur von Finnland Graf Steinheil errichtete Herrenhaus Saarela (1814, Holz, im 2. Weltkrieg abgebrannt) machten ihn bekannt. Nach kurzem Aufenthalt in Petersburg wurde er 1816 von Alexander I. zum Architekten des Aufbaukomitees in Helsinki ernannt, mit dem Auftrag, alle Staatsgebäude zu gestalten und die Privatgebäude zu überprüfen. Als Helsinki, 1808 durch Brand zerstört, 1812 Sitz der Landesregierung wurde, war es Engel infolge seines Amtes möglich, der entstehenden Hauptstadt seinen Stil aufzuprägen und eine langdauernde Tradition zu schaffen. Sein Stil mischte Elemente des preußischen mit solchen des nordisch-russischen Klassizismus. 1824 stieg Engel zum Generalintendanten des öffentlichen Bauwesens für ganz Finnland auf. Mit der Verlegung der Universität Turku nach Helsinki mehrten sich seit 1828 die Bauaufgaben in der Hauptstadt. Nikolaus I. verfolgte Engels Arbeiten mit persönlichem Interesse. Das Zentrum der Tätigkeit lag am Senatsplatz, den im Osten das Senatsgebäude (1818–26), im Westen die Universität (1828-32, restauriert, 1935/36 erweitert) und im Norden über platzbreiter Freitreppe aufragend die lutherische Nicolai(Groß-)kirche (entworfen 1818, ausgeführt 1830-52), ein Kreuzkuppelbau, umstehen. Den Winkel zwischen Kirche und Universität nimmt die prachtvolle Universitätsbibliothek (entworfen 1833, ausgeführt 1836-45, später vergrößert) ein. Darüber hinaus wurde die ganze Stadt mit öffentlichen und privaten Bauten, Boulevards und Parkanlagen durchformt. In den Provinzen entstanden unter Engels Leitung Verwaltungs- und Heeresbauten, Kirchen und Herrenhäuser.

Werke  
Weitere W in Helsinki: Alte Kirche, 1826; Univ.klinik, vollendet 1832; Sternwarte, 1829-33; Umbauten im Schloß, Spiegelsaal (Einfluß v. Schinkel), Musiksaal; in der Provinz: Rathaus Pori, 1831; Volksschule Hämeenlinna, 1835; Landeshauptmannschaft Hämeenlinna, 1832; Heereslazarett u. Kurhaus in Oulu, 1825; Irrenanstalt in Lapprikan, 1835; Kornmagazin in Tampere, 1838 (zukunftweisender Nutzbau in Backstein, heute Mus.); Kirchen: häufiger Zentralkuppeltypus, Kirche in Oulu; seltener Langhausbau, Tempelkirche in Hamina (Einfluß v. Schinkel); Gutshaus Ala Urpala. – Bautechn. Mitarb.: Journal f. Baukunst, hrsg. v. A. L. Crelle, 1829 ff. L J. Artamanoff, in: Russky biograficesky slovar 16, St. Petersburg 1912, S. 239 f.; C. Meissner, C. L. E., Dt. Baumeister in Finnland, 1937 (P); N. E. Wickberg, C. L. E. eurooppalaisessa yhteydessä [C. L. E. im europ. Zusammenhang], in: Valvoja – Aika, Helsinki 1937, S. 332-39; ders., Engelin tyylihistoriallinen asema, in: Arkkitehti (Zs.), ebd. 1938, S. 65-70 (E. s stilhist. Stellung, auch schwed.); ders., Empirestudier, Helsingfors 1945; A. W. Rancken, C. L. E., in: Finsk tidskrift för vitterhet, vetenskap, konst och Politik 125, ebd. 1938, S. 53-59; C. Lindberg u. G.|Rein, Asemakaavoittelu ja rakennustoiminta, Helsingin kaupungin historia III, 1, Helsinki 1950, S. 7-155, auch schwed. (Stadtplanung); M. Ruuth, Helsingin Suurkirkko satavuotias, 1852-1952, ebd. 1952; Kyösti Ålander, Rakennustaide renessanssista funktionalismiin, Porvoo 1954, S. 394-98; P. Koistinen u. H. Kääriäinen, Bibliotheca renovata, Helsingin Yliopiston kirjasto, ebd. 1957; ThB.

Portraits  
Steinzeichnung v. A. Senff, um 1810, Abb. b. Rave; Zeichnung v. K. J. Senff, 1829 (Berlin, Nat.-gal.); Gem. v. E. Lindh (Helsinki, Staatl. Baubehörde); Plakette mit Doppelbildnis J. A. Ehrenströms u. E.s v. F. Nyland; postume Büste v. V. Valgren, um 1890 (Helsinki, Senatsgebäude, Treppenhaus).

Autor  
Hans Junecke
Empfohlene Zitierweise  

Junecke, Hans, „Engel, Johann Carl Ludwig“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 505 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118817787.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 505 f.

PND: 118817787
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Index

Engel, Carl Ludwig

Name: Engel, Carl Ludwig
Namensvariante: Engel, Johann Carl Ludwig
Lebensdaten: 1778 bis 1840
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Helsinki
Beruf/Lebensstellung: Architekt
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Junecke, Hans
PND: 118817787

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Engel, Carl Ludwig

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