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Arnold von Lübeck
Benediktinerabt und Chronist,
† 27.6.1211/14.
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Arnold war Mönch des Ägidienklosters zu Braunschweig und wurde 1177 Abt des im gleichen Jahre geweihten Johannisklosters in Lübeck. 1172 nahm er wahrscheinlich an der Pilgerfahrt Heinrichs des Löwen nach Palästina teil. Er setzte Helmolds „Slavenchronik“ für die Jahre 1171 bis 1209 fort und berichtet darin über Heinrich den Löwen, das Geschehen im Reich und besonders in Nordelbingen, den 3. und 4. Kreuzzug sowie den Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. Arnold entnahm seine Nachrichten aus mündlichen Mitteilungen und schriftlichen Quellen. Sein Bericht ist im allgemeinen zuverlässig, wird aber bei räumlich und zeitlich entfernteren Ereignissen zuweilen ungenau. Nach Vollendung der Chronik (um 1210) übertrug er das Gedicht „Gregorius“ des Hartmann von Aue in lateinische Verse.
Werke ↑
Arnoldi abbatis Lubecensis chronica,
hrsg. v. J. M. Lappenberg, in: MG SS XXI, S. 115-250, u. MG SS rer. Germ., 1868, unveränderter
Neudr. 1930,
dt. v. J. C. M. Laurent, neu
bearb. v. W. Wattenbach, in: GDV 71,
21896; Gregorius Peccator,
hrsg. v. G.
v. Buchwald, 1886.
Literatur ↑
ADB I; R. Damus, Die Slavenchronik
A.s
v. L., 1872;
Wattenbach II, S. 343 ff.;
Potthast I, S. 119 f.; J. Mey, Zur Kritik
A.s
v. L., 1912;
A. Leitzmann, Zu Gregorius peccator, in:
ZDA 67, 1930, S. 285 ff.
(L);
E. Joranson, The Palestine pilgrimage of Henry the Lion, in: Medieval and historiographical essays in honor of J. W. Thompson, S. 146 ff., Chicago 1938;
Enc. Catt. I, 1949;
LThK.
Autor ↑
Hans-Joachim FreytagEmpfohlene Zitierweise ↑
Freytag, Hans-Joachim, „Arnold von Lübeck“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
381
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118819704.html
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Arnold von Lübeck
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Arnold von Lübeck,
erster Abt des Johannesklosters daselbst, 1177—1212. Von seinem
Leben ist fast nichts bekannt; sein Andenken aber hat er gesichert
durch die Fortsetzung von Helmold's "Slavenchronik", die 1170
unvollendet abgebrochen war. Hatte Helmold von der Eroberung
Holsteins und der Colonisirung des Landes durch deutsche Ansiedler
zu berichten gehabt, so wurde
Arnold's Aufmerksamkeit mehr durch die ferneren Welthändel in
Anspruch genommen, die italienischen Feldzüge des Kaisers, die
letzten Schicksale Heinrichs des Löwen, vorzüglich auch die
Kreuzzüge, für welche seit der Eroberung Jerusalems durch Saladin
neuer Eifer erwacht war. An dem Bischof Heinrich von Lübeck, dem
Canzler Konrad von Querfurt u. a. hatte
A.
treffliche Berichterstatter, und trug, was er erfahren
hatte oder in Briefen und Urkunden vorfand, ohne viel Ordnung in
seine Chronik ein, welche er erst in seinen alten Tagen begann und
bis zum J. 1209 fortführte. Diese für uns sehr wichtige
Geschichtsquelle ist von Lappenberg "Mon. Germ.
SS. XXI." herausgegeben, 1853 in Uebersetzung von Dr. Laurent mit Einleitung von Lappenberg
erschienen.
Autor ↑
Wattenbach.
Empfohlene Zitierweise ↑
Wattenbach, Wilhelm, „Arnold von Lübeck“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
582-583
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118819704.html?anchor=adb
Arnold von Lübeck
Name: Arnold von Lübeck
Namensvariante: Arnold
Lebensdaten: erwähnt 1172, gestorben 1211 oder 1214
Beruf/Lebensstellung: Benediktinerabt; Chronist
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Freytag, Hans-JoachimAutor ADB:
Wattenbach, WilhelmPND: 118819704