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Arnold II. >>
Arnold
Erzbischof von Mainz (seit 1153),
† 24.6.1160 Mainz.
Genealogie
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| Literatur
| Autor
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Genealogie ↑
Nach späterer Überlieferung Angehöriger des Mainzer Ministerialengeschlechts von Selenhofen (Stadtteil von Mainz).
Leben ↑
Arnold bekleidete nach sorgfältiger Erziehung zuerst die Würden eines Propstes von
St. Marien zu Aachen (1138), von
St. Peter und Alexander in Aschaffenburg (1141) und
St. Peter in Mainz (1149), dazu die des Mainzer Stadtkämmerers seit 1143. Bereits 1138 Mitglied der königlichen Kapelle, wurde er von König Konrad III. 1151 zum Kanzler ernannt, welches Amt er auch unter Friedrich I. bis 1153 beibehielt. Dank kaiserlicher Gunst wurde er nach der Absetzung seines Vorgängers Heinrich 1153 Erzbischof von Mainz. Zeit seines Lebens war Arnold ein entschiedener Anhänger Friedrichs I. Schon bei seiner Wahl wie während seiner ganzen Regierungszeit stieß er mehrmals auf heftigen Widerstand von seiten der Mainzer Geistlichkeit, Ministerialität und Bürgerschaft, der seinen Höhepunkt erreichte, als er für den 2. Italienzug Friedrichs eine Heersteuer anforderte. Von diesem zurückgekehrt, fiel der Erzbischof einem offenen Aufstand der Mainzer zum Opfer und wurde 1160 im Kloster
St. Jakob vor Mainz grausam ermordet.
Literatur ↑
ADB I;
Martyrium Arnoldi archiepiscopi Moguntini, in: J. F. Boehmer, Fontes rerum Germanicarum III, 1853, S. 270-326;
Vita Arnoldi archiepiscopi Moguntini, in: Ph. Jaffé,
Bibl. rerum Germanicarum III, 1866, S. 604-75;
F. Baumbach,
A. v. Selenhofen, 1872;
J. F. Boehmer-C. Will,
Regg. d. Erzbischöfe
v. Mainz I, 1877, S. LXXIII bis LXXX, 354-80;
Th. Ilgen, Krit.
Btrr. z. rhein.-
westfäl. Qu.kde. d.
MA IV: Vita Arnoldi archiepiscopi Moguntini, in: Westdt.
Ztschr. 27, 1908, S. 38-97;
H. Simonsfeld,
Jbb. d.
dt. Reiches unter Friedrich I., 1908, S. 180
u. ö.;
H. Breßlau,
Hdb. d. Urkk.lehre I,
21912, S. 488
u. ö.;
Hauck IV;
O. Posse, Siegel d. Erzbischöfe
v. Mainz I, 1914, Tafel 3,
Nr. 6, Tafel 4,
Nr. 1 u. 2;
H. Schrohe, Mainz in seinen Beziehungen
z. d.
dt. Königen u. d. Erzbischöfen d. Stadt, in:
Ztschr. z. Gesch. d. Stadt Mainz 4, 1915, S. 35-38;
A. G'sell, Die Vita d.
EB A. v. M., in:
NA 43, 1920-22, S. 27-86 u. 317 bis 379;
P. Wackernagel, Krit.
Stud. z. Vita Arnoldi, 1921;
Dict. Hist. Geogr. IV, 1930, S. 573-75;
LThK;
demnächst: P. Acht, Mainzer
UB II.
Autor ↑
Peter AchtEmpfohlene Zitierweise ↑
Acht, Peter, „Arnold“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
378
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119536609.html
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Arnold I. >>
Arnold von Selenhofen
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Arnold von Selenhofen, Erzbischof von
Mainz, geb. wahrscheinlich gegen Ende des 11. Jahrhunderts, †
24. Juni 1163.
A.
stammte ans einem angesehenen Mainzer
Dienstmannen-Geschlechte. Seine Studien hat er, wie man vermuthen
darf, u. a. in Paris gemacht. Zurückgekehrt und in den geistlichen
Stand eingetreten, eröffnete sich ihm rasch eine glänzende
Laufbahn. Von der Würde eines Domherren und erzbischöflichen
Stadtkämmerers in Mainz aus gelangte er bald in den Besitz
mehrerer angesehener Propsteien (zu Mainz, Aschaffenburg und
Aachen), eine Begünstigung, die unzweifelhaft mit der Thatsache
zusammenhängt, daß er früh die Aufmerksamkeit Kaiser Konrads III. gewann, der ihn (im J. 1151) schließlich
zu seinem Canzler ernannte. Konrads Nachfolger, Kaiser Friedrich
I., bestätigte
A.
in diesem Amte und würdigte ihn in dem Grade seines
Beifalls und Vertrauens, daß er ihn auf den Stuhl des h.
Bonifacius beförderte, nachdem Erzbischof Heinrich I. diese Würde in Folge der einmüthigen Action
des Papstes und des Kaisers verloren hatte (1153).
Indeß diese Erhöhung schlug zum schließlichen Verderben
Arnold's aus und verwickelte ihn von Anfang an in die peinlichsten
Schwierigkeiten. Die hohe Mainzer Geistlichkeit konnte es ihm
nicht verzeihen, daß bei seiner Erhebung ihre herkömmliche
Mitwirkung so gut als ganz umgangen worden war, und unter ihr
befanden sich persönliche Gegner Arnold's, die einem Geschlechte
angehörten, mit dem das seinige seit langer Zeit bitter verfeindet
war. Dazu kam, daß er, im Gegensatz zu der schlechten Regierung
seines beseitigten Vorgängers, thatkräftig und rücksichtslos als
Wiederhersteller auftrat und daher, wie immer er dabei auch im
Rechte sein mochte, sich nach allen Seiten hin Gegner erweckte. So
traf ihn schon während des ersten Römerzugs K. Friedrichs I. eine verheerende Fehde der großen
stiftischen Lehnsträger, darunter der rheinische Pfalzgraf Hermann
von Stahleck, gegen die dann der zurückkehrende Kaiser strafend
einschritt. Und als bald darauf
A.
aus Veranlassung des zweiten Zuges K. Friedrichs nach
Italien, und weil seine anderen Hülfsmittel erschöpft
|waren, von seinen Vasallen, Dienstmannen und der Stadt
Mainz eine Kriegssteuer forderte, erhob sich dagegen allgemeiner
Widerstand, der nach seiner Abreise in offene Rebellion ausbrach.
Auch die noch keineswegs erloschene, oben berührte Verstimmung des
Mainzer Clerus hat an diesen Vorgängen wesentlichen Antheil
gehabt. Der in Italien weilende Kaiser, bei welchem
A.
Klage führte, gab nun allerdings ihm Recht und gebot,
strenge Ahndung drohend, den Aufrührern unverweilte Unterwerfung:
aber, jenseits der Alpen festgehalten, und nun überdieß in ein
unübersehbares Zerwürfniß mit P. Alexander III. verflochten, hätte er die Mainzer
Verwickelung auch aus dem Grunde gerne gütlich beigelegt, weil er
der Dienste Arnold's, auf den er sich in dem kirchlichen Streite
völlig verlassen konnte, jetzt unlieber als je entbehrte.
A.
hatte bei Gelegenheit der gedachten Beschwerdeführung
bei Friedrich am Concil von Pavia Theil genommen und lebhaft für
die Anerkennung des kaiserlichen Gegenpapstes gewirkt. Indeß jener
Wunsch des Kaisers nach einer friedlichen Beilegung der Mainzer
Wirren erfüllte sich nicht. Wenn auch die Mehrzahl der
Aufständischen zur Nachgiebigkeit bereit war, so bestand eine
Minderheit, die zu. leidenschaftlich war, als daß sie nicht zum
Aeußersten getrieben hätte. Dieser Hartnäckigkeit gegenüber ließ
endlich auch
A.
die Gedanken der Versöhnung fallen und beschloß Gewalt
zu brauchen. Gleichwol hielt er aber den schon erhobenen Arm noch
einmal an und ließ sich von den Führern des Aufstandes in nur auf
Täuschung berechnete Unterhandlungen verwickeln, wobei er sich
fast wehrlos ihren bösen Absichten auslieferte. So wurde er im St.
Jacobskloster, vor den Thoren von Mainz, von der im wilden Aufruhr
entstammten Menge angegriffen und fand in der Verwirrung des
Ueberfalls ein tragisches Ende (24. Juni 1163). Es darf übrigens
nicht verkannt werden, daß bei dieser gewaltsamen Bewegung, deren
Opfer
A.
geworden ist, nebst den Vasallen und Dienstmannen
desselben die städtische Bevölkerung (Altbürger und Zünfte) einen
wesentlichen und selbständigen Antheil genommen hat, während die
Stellung Arnold's zum Kirchenstreite ohne jeden Einfluß auf
dieselbe gewesen ist.
Literatur ↑
Wegele: Arnold von Selenhofen, Erzbischof von Mainz. Ein
Vortrag. 1854. — L. Nohlmanns: Vita Arnoldi de
Selenhofen. archiepiscopi Mogontini. Bonnae 1871. — Dr.
Baumbach: Arnold von Selehofen, Erzbischof von Mainz. Berlin 1872.
Autor ↑
Wegele.
Empfohlene Zitierweise ↑
Wegele, Franz Xaver von, „Arnold von Selenhofen“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
578-579
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119536609.html?anchor=adb
Arnold
Name: Arnold
Namensvariante: Arnold von Selenhofen
Lebensdaten: erwähnt 1138, gestorben 1160
Sterbeort: Mainz
Beruf/Lebensstellung: Erzbischof von Mainz
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Acht, PeterAutor ADB:
Wegele, Franz Xaver vonPND: 119536609