<< Egger, Carl
Egger-Lienz, Albin Ingenuin >>
Egger, Max Thaddäus von, Freiherr (seit 1760), Graf von (seit 1785)
Eisenindustrieller,
* 10.2.1734 Leoben,
† 15.5.1805 Wien. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ferd. Max (1693–1753), Wirklicher Hofkammerrat in Graz,
S des Josef (1663–1704), beide Eisenindustrielle in Leoben;
M Maria Anna (1700–85),
T des Hofadvokaten Dr. Leopold
v. Katharin;
Großonkel väterlicherseits Paul Jakob (1658–1733), Ratsherr
u. Eisengewerke in Leoben;
⚭ Wien 1761 Maria Gabriele (1740–90),
T des Hofrats Honoratus Adam Augustin
Frhr. v. Pinelli; 5
K,
u. a. Franz (1768–1836), führte in Treibach das 1. Gußeisenzylindergebläse Österreichs ein
u. errichtete das 1. Gußstahlwerk Österreichs
z. Herstellung
v. Münzstahl
u. Schmelztiegeln (
s. ÖBL), Ferdinand (1772–1805),
Dir. der Kärntner Ackerbaugesellschaft;
E Ferdinand (
S des
Ferd., 1802-60), nahm 1845 erstmals in Mitteleuropa die Schmiedeeisenerzeugung mittels Holzgasöfen im großen auf
u. errichtete das 1. Drahtwalzwerk Österreichs mit Drahtstiftenproduktion, Leiter des Kärntner Musikvereins (
s. ÖBL), Gustav (
S des Franz, 1808-84), Gründer der Hüttenberger Eisenwerksgesellschaft.
Leben ↑
Egger studierte in Graz Rechtswissenschaft, übernahm 1758 das seit 1606 mit einem Hochofen versehene Eisenwerk Treibach samt den zugehörigen Erzgruben, welches sein Großonkel 1698 erworben hatte. Durch seine Initiative und Erfindungsgabe wurde der Treibacher Hochofen zum höchsten, größten und leistungsfähigsten Europas. Egger verbesserte die Windzufuhr der Öfen durch prismatische Blasbälge und ging auf Anregung der Kaiserin Maria Theresia zu einer neuen Handelsform für Roheisen („Blattl“) über, wo
|durch Kohle eingespart wurde. 1780 erreichte der Treibacher Hochofen eine Jahreserzeugung von 1200 Tonnen. 1773 wurde Egger in die ärarischen Werke des Lavanttales entsandt, um dort die neue Methode einzuführen. 1791 erwarb er das Eisenwerk Lippitzbach in Unterkärnten, nachdem er zuvor in der dortigen Gegend mehrere Herrschaften mit 4000 Joch Waldungen angekauft und auch den Braunkohlenabbau im nahen Mießgebiet begonnen hatte. Unter Heranziehung der englischen Fachleute W. Sheffield und Th. Lightowler errichtete Egger dort 1793 das erste Eisenwalzwerk Mitteleuropas, das aus einem Walz- und Schneidwerk für verschiedene Eisensorten und einem solchen für Schwarzblech bestand. Ebenso wurde die maschinelle Herstellung von Schrauben und Muttern eingerichtet. – Zusammen mit seiner Gattin hat sich Egger auch als Förderer eines literarischen Zirkels im Sinne Josefs II. einen Namen gemacht. Auf Eggers Schloß Thalenstein trafen sich die Anhänger des Satirendichters Alois Blumauer.
Literatur ↑
B. F. Hermann, Reisen durch Österreich, Steyermark, Kärnten, Krain, Italien, Tyrol, Salzburg
u. Baiern im J. 1780, Wien 1781, S. 136;
G. Hacquet, Mineralog.-botan. Lustreise
v. d. Berg Terglou in Krain zu d. Berg Glokner in Tyrol im J. 1779
u. 1781,
ebd. 1784, S. 141;
J. Scheließnigg, Ein Festtag in Lipitzbach, in: Carinthia, 1837,
Nr. 36;
Ber. üb. erste zu Klagenfurt 1838 eröffnete Industrieausstellung, 1839, N. 41, 64, 94;
F. Münichsdorfer,
Gesch. d. Hüttenberger Erzberges, 1870, S. 273;
Ber. üb. d. der
Fa. Ferd. Gf. v. E. in Klagenfurt gehörenden Werke, 1873;
A.
v. Pantz, Die Gewerken im Bannkreise d. steir. Erzberges, in:
Jb. d. herald.
Ges. „Adler“,
NF 27/28, 1917/18, S. 38;
K. Dinklage
u. A. Wakolbinger, Kärntens Gewerbl.
Wirtsch. v. d. Vorzeit bis
z. Gegenwart, 1953, S. 283;
K. Dinklage, Geschichtl. Entwicklung d. Eisenhüttenwesens in Kärnten, in: Radex-
Rdsch., 1954, S. 280.
Autor ↑
Karl DinklageEmpfohlene Zitierweise ↑
Dinklage, Karl, „Egger, Max Thaddäus von, Freiherr, Graf von“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
333 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135901995.html
Egger, Max Thaddäus Graf von
Name: Egger, Max Thaddäus Graf von
Namensvariante: Egger, Max Thaddäus von
Namensvariante: Egger, Max Thaddäus Freiherr von
Lebensdaten: 1734 bis 1805
Geburtsort: Leoben
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Eisenindustrieller
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Dinklage, KarlPND: 135901995