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Egenolff, Christian >>
Egenolf (Egelolf, Eckenolt) von Staufenberg
elsässischer Dichter, 1273-1320 urkundlich nachweisbar, tot 1324.
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Leben ↑
Egenolf war in Appenweier begütert. Seine Tochter Anna wird 1324 als Gattin eines elsässischen Ritters von Utenheim erwähnt. Egenolf dichtete wahrscheinlich in vorgerücktem Alter für die Ganerben der Burg Staufenberg in der Ortenau gegenüber Straßburg, die wohl alle das Burgwappen, den roten Kelch mit der Patene darüber in Gold auf grünem Dreihügel, angenommen und feste Burganteile mit Zubehör an Besitz und Rechten von den Grafen von Urach-Freiburg zu Lehen hatten. – Egenolfs märchenhafte Ahnennovelle „Peter von Staufenberg“ (1174 Verse), um 1300 in Straß
|burg oder auf Staufenberg entstanden, hat Peter Diemringer von Staufenberg, einen Angehörigen oder Ahnherren der Ganerbenschaft, zum Helden, überträgt aber in der Hochzeit des Helden mit der Erbin von Kärnten ein für den Vorbesitzer der Burg, Berthold II. von Zähringen, gültiges Faktum auf den eigenen Ahnherrn. Damit wird das Märchenmotiv von der gestörten Martenehe verknüpft: bei Übertretung eines Verbotes (hier das Verbot, eine Irdische zu heiraten) entzieht sich eine Fee dem Geliebten. Bei Egenolf verkündet sie bei der Hochzeit dem ungetreuen Geliebten darüber hinaus gemäß früherer Androhung den Tod, läßt ihm aber noch drei Tage Zeit zu frommer Vorbereitung; der Dichter hat also in Abwandlung des Märchenmotives aus dem Eidbrüchigen ein Vorbild christlicher Frömmigkeit gemacht. Stilistisch hat der Dichter sich an Konrad von Würzburg geschult, insbesondere an dessen stofflich verwandtem Epos „Partonopier und Meliur“. Egenolfs Dichtung war so beliebt, daß sie in Straßburg 1483-1500 dreimal nachgedruckt wurde (Faksimile-Neudruck 1934). Auf Wunsch des letzten Staufenbergers Melchior Wiedergrien nahm Johann Fischart 1588 zusammen mit dem Straßburger Organisten Bernhard Schmidt im Sinne des 16. Jahrhunderts eine Neubearbeitung vor.
Werke ↑
Ausg. in: Zwei Altdt. Rittermären,
hrsg. v. E. Schröder,
41929.
Literatur ↑
P. Jäckel,
E. v. St., ein Nachahmer Konrads
v. Würzburg,
Diss. Marburg 1898;
E. Schröder, Zwei Altdt. Rittermären.
21913, S. 30-48;
A. Knauer, Fischarts
u. B. Schmidts Anteil an d. Dichtung „Peter
v. Staufenberg“ 1588, = Prager
dt. Stud. 31, 1925;
O. Dinges, Peter
v. Staufenberg,
Diss. Münster 1948;
C. Wesle, in:
Vf.-Lex. d. MA I,
Sp. 507-11, V, 1955,
Sp. 174.
Autor ↑
Hellmut RosenfeldEmpfohlene Zitierweise ↑
Rosenfeld, Hellmut, „Egenolf von Staufenberg“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
324 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118529021.html
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Ecker, Johann Anton >>
Eckenolt
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Eckenolt, Dichter. Als Verfasser des Gedichtes vom "Ritter von Staufenberg" wird im alten Drucke (wahrscheinlich Straßburg 1480—82) "Herr
E." genannt; woraus Fischart, der 1588 das alte Gedicht erneuerte, Erckenbolt gemacht hat. Da die den Namen enthaltenden 14 Schlußzeilen des alten Druckes, die in der Straßburger Hs. fehlten, in Sprache und Versbau ganz mit dem übrigen Gedichte übereinstimmen und schlechterdings nicht zur Zeit des Druckes verfaßt sind, so ist an ihrer Glaubwürdigkeit nicht zu zweifeln, wie denn auch Wackernagel (Litteraturgeschichte S. 220)
E. schlechthin als Verfasser nennt. Er schrieb um 1300 eine poetische Behandlung der Sage vom Ritter Peter von Staufenberg, einer Elfensage, die sich in der elsässischen Ortenau localisirt hat. Sein Vorbild war Konrad von Würzburg, den er nicht ohne Glück nachgeahmt hat, so daß das Gedicht zu den anmuthigsten Erzählungen der Zeit des Verfalles gehörte. — Die Straßburger Hs., nach welcher Engelhart (Straßburg 1823) das Gedicht herausgab, ist im Brande der Straßburger Bibliothek 1870 untergegangen; eine andere, im Privatbesitz in der Schweiz befindliche, ist wahrscheinlich nur Abschrift des alten Druckes. Eine kritische Ausgabe veranstaltete O. Jänicke in "Altdeutsche Studien", Berlin 1871.
Autor ↑
K. Bartsch.Empfohlene Zitierweise ↑
Bartsch, Karl, „Eckenolt“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
5
(1877), S.
611 unter Eckenolt
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118529021.html?anchor=adb
Egenolf von Staufenberg
Name: Egenolf von Staufenberg
Namensvariante: Egenolf
Namensvariante: Egelolf
Namensvariante: Egelolf von Staufenberg
Namensvariante: Eckenolt
Namensvariante: Eckenolt von Staufenberg
Namensvariante: Erckenbolt
Lebensdaten: erwähnt 1273 und 1320, gestorben spätestens 1324
Beruf/Lebensstellung: elsässischer Dichter
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Rosenfeld, HellmutAutor ADB:
Bartsch, KarlPND: 118529021
Informationsangebote zu
Egenolf von Staufenberg
PND
118529021
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