Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Egbert     Egedacher, Johann Christoph >>

Egckl (Eckl, Eggl, Egkl, Ocggl, Oeckll), Wilhelm

Zeugwart und Baumeister, * um 1520, 16.4.1588 München. (katholisch)


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Über die Herkunft Egckls ist nichts bekannt; Augsburg ist als Herkunftsort unbewiesen und wohl auch nicht wahrscheinlich. Seit 1551 ist er in München als herzoglicher Zeugwart feststellbar und wird 1559 als Hofbaumeister Herzog Albrechts V. von Bayern Nachfolger von Leonhard Halder. 1559/61 erbaute er dort das erste Jesuitenkolleg mit Gymnasium am Augustinergarten. Gleichzeitig entstand der prunkvolle Sankt Georgssaal in der Neuveste (1562 vollendet), der nicht mehr erhalten ist, zu seiner Zeit aber sehr berühmt war. Egckls Hauptwerk, der 1563/67 errichtete Marstall- und Kunstkammerbau (heute Münze), gehört zu den bedeutenden profanen Schöpfungen deutscher Frührenaissance. Drei Arkadengänge sind um einen rechteckigen Binnenhof gruppiert. Mit seinen derben und gedrungenen Säulen, die erst beim obersten Arkadengeschoß leichtere Proportionen zeigen, läßt dieser Hof das altbayerische Formelement deutlich verspüren, das ebenfalls bei dem 1569/71 erbauten „Antiquarium“ für die herzogliche Bibliothek und Altertümersammlung südwestlich der Neuveste aufklingt. Egckl hat hier den vorgesehenen Entwurf des Jacopo Strada aus Mantua geringfügig abgeändert. Der langgestreckte rechteckige Raum wird von einer gewaltigen Halbkreistonne gleichsam als Vorklang zur Münchner Sankt Michaelskirche überwölbt und wirkte, ehe Friedrich Sustris unter anderem 1586 den Fußboden vertiefte, ebenfalls sehr ernst und wuchtig. 1585 hatte Egckl anfänglich auch die Bauleitung des neuen Jesuitenkollegs inne. Im gleichen Jahre fiel er bei Hof in Ungnade; Wendel Dietrich trat an seine Stelle. Auch außerhalb von München war Egckl in Bauangelegenheiten des Hofbauamtes tätig, vor allem am Schloß Isareck bei Freising (1562/63), dessen Arkaden deutlich an seinen Marstall- und Kunstkammerbau erinnern und auf ihn auch als Planverfasser deuten, sowie an Schloß und Festung Ingolstadt (1574/75, 1578/82, 1584/85), wo er zusammen mit Georg Stern unter Leitung des Festungsbaumeisters Reinhard Graf Solms durch vorgelegte Gräben, Erdwerke und Bastionen die Mauern verstärkt hat. Wenn Egckl auch in den beiden letzten Jahrzehnten seines Lebens vorwiegend Bauaufsichtsbeamter war, so bleibt er doch ein wichtiger Vertreter der trocken-ernsten Richtung der deutschen Frührenaissance.

Literatur  
Amtl. Führer, Residenz München, 1937, S. 7, 8, 25; N. Lieb, Münchener Barockbaumeister, 1941, S. 24 u. ö.; G. Dehio u. E. Gall, Hdb. d. Dt. Kunstdenkmäler, Oberbayern, 21956, S. 5, 9, 89, 321; ThB.

Autor  
Hans Reuther
Empfohlene Zitierweise  

Reuther, Hans, „Egckl, Wilhelm“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 321 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd129272612.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 321

PND: 129272612
Artikel drucken

Index

Egckl, Wilhelm

Name: Egckl, Wilhelm
Namensvariante: Eckl, Wilhelm
Namensvariante: Eggl, Wilhelm
Namensvariante: Egkl, Wilhelm
Namensvariante: Ocggl, Wilhelm
Namensvariante: Oeckll, Wilhelm
Lebensdaten: um 1520 bis 1588
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Zeugwart; Baumeister
Konfession: katholisch
Autor NDB: Reuther, Hans
PND: 129272612

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Egckl, Wilhelm

PND
129272612

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Historisches Lexikon Bayerns

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope