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NDB-Artikel

<< Eckart, Anselm Franz Dominik von     Eckartshausen, Franz Karl von >>

Eckart, Johann Dietrich

Schriftsteller, * 23.3.1868 Neumarkt (Oberpfalz), 26.12.1923 Berchtesgaden. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Gg. Christian (1820–95, ev.), Notar, S des Tabakfabrikanten Wolfg. u. der Wundarzttochter Maria Kath. Roth; M Maria Anna Ther. Henr. (1841-78, kath.), T des Oberförsters Wilh. Heinr. Bösner (ev.); Bad Blankenburg 1913 ( 1921) Rosa Wiedeburg verw. Marx; 3 Stieftöchter.

Leben  
Nach dem Abbruch eines Medizin-Studiums betätigte sich Eckart als Lokalmitarbeiter und Kritiker für kleinere Zeitungen und führte nach unsteten Wanderjahren und dem Verzehr des väterlichen Erbes in Berlin das Hungerleben eines kleinen Literaten. In diesen Jahren entstanden neben Gedichten, Novellen, Romanen einige Theaterstücke, unter anderem „Familienväter" (1904), der „Froschkönig" (1905), der „Erbgraf“ (1907), von denen einige später im „Dritten Reich“ aufgeführt wurden. Bekannt wurde Eckarts freie Übertragung beziehungsweise Nachdichtung von Ibsens „Peer Gynt" (1912), die den Sinn dieses Werkes in sein Gegenteil verkehrt, indem sie aus einem haltlosen Bauernburschen, der über mystischen Träumereien und hochfliegenden Phantasien die nächstliegende Wirklichkeit verachtet und vergißt, eine faustische Figur, einen germanischen, „lichtsuchenden“ Geist macht, der den „Weltwahn“ überwindet. Dieser Peer Gynt trägt viele selbstbiographische Züge. – Von 1913 bis zu seinem Tode lebte Eckart in München und Umgebung. Hier entstanden die Dramen „Lorenzaccio“ (1918) und „Heinrich der Hohenstaufe“ (1915), in dem er den vermeintlichen Führungsanspruch des deutschen Volkes und Geistes in der Welt zum Ausdruck bringt. Von Dezember 1918-21 gab Eckart eine Wochenschrift „Auf gut deutsch" heraus, in der er leidenschaftlich die „Novembergesinnung“ angriff. Zwangsläufig kam er dabei bald in Berührung mit der „Deutschen Arbeiterpartei“ und Hitler, auf den er einen sehr beachtenswerten Einfluß ausgeübt hat. Das bezeugt zum Beispiel die antisemitische Broschüre „Der Bolschewismus von Moses bis Lenin, Zwiegespräch zwischen Adolf Hitler und mir“ (1924) – ein für Eckarts Sprache, Stil und Geisteshaltung typisches Pamphlet. 1921 wurde er Chefredakteur des „Völkischen Beobachters“ und damit einer der maßgebenden Publizisten der jungen nationalsozialistischen Partei.

Werke  
Weitere W Kleinere Theaterstücke, mehrere Streitschrr. zu „Peer Gynt“; W-Verz. b. W. Grün, s. L.

Literatur  
A. Reich, D. E., ein dt. Dichter u. d. Vorkämpfer d. Völkischen Bewegung, 1933 (P); L. Weiser, D. E., e. Bild vom Wesen u. Wirken d. ersten nat.soz. Kämpferdichters, 1934; R. Lembert, D. E., in: NS-Mhh. April 1934, S. 306-32; D. E., Ein Vermächtnis, hrsg. u. eingel. v. A. Rosenberg, 1935 (Auswahl größerer u. kleinerer Schrr. S. 71-250, P); W. Grün, D. E. als Publizist, 1941 (W, L, P, Ahnentafel); O. Dietrich, 12 J. mit Hitler, 1955, S. 178; Kosch, Lit.-Lex.

Autor  
Sonja Noller
Empfohlene Zitierweise  

Noller, Sonja, „Eckart, Johann Dietrich“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 284 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118687638.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 284
Erwähnungen: 
NDB 22 (2005), S. 60 in Artikel Rosenberg, Alfred

PND: 118687638
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Index

Eckart, Dietrich

Name: Eckart, Dietrich
Namensvariante: Eckart, Johann Dietrich
Lebensdaten: 1868 bis 1923
Geburtsort: Neumarkt (Oberpfalz)
Sterbeort: Berchtesgaden
Beruf/Lebensstellung: Schriftsteller
Konfession: katholisch
Autor NDB: Noller, Sonja
PND: 118687638

Weitere Informationen

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Eckart, Dietrich

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118687638

Normdaten
Personennamendatei (PND)
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