Name
Solms, Grafen und Fürsten zu
Namensvarianten
-
Lebensdaten
unbekannt
Geburtsort
-
Sterbeort
-
Beruf/Lebensstellung
-
Konfession
-
Autor NDB
Jürke Grau
Autor ADB
-
GND
118748815

Solms

Grafen und Fürsten zu.

  • Leben

    Das edelfreie Geschlecht ist zuerst mit Marquardus de Sulmese 1129 im Lahngau urkundlich nachweisbar. Mit  Henricus de Solmese, der 1223 als erster den Grafentitel führt, beginnt eine gesicherte Stammreihe. Mit den Brüdern  Bernhard und  Johann teilte sich die Familie im ersten Drittel des 15. Jh. in die beiden Hauptlinien zu Braunfels und Lich. Die S. nahmen eine führende Position im Wetterauer Grafenverein ein. Der erste Stamm wurde mit  Friedrich Wilhelm Graf zu Solms-Braunfels 1742 in den Reichsfürstenstand erhoben, ebenso 1792 die Linie Hohensolms-Lich mit dem Vizedirektor des Grafenkollegiums in der Wetterau  Carl Christian Graf zu Solms-Hohensolms-Lich. Die Linie Lich-Laubach wurde mit  Friedrich Graf zu Solms-Baruth, Fideikommißherr auf Baruth, 1888 in den preuß. Fürstenstand erhoben.

    Durch das Erbe der Herren v. Falkenstein-Münzenberg (1417) konnten die S. ihre Herrschaft zwischen der Erzdiözese Mainz, den Landgrafen von Hessen und den Grafen von Nassau konsolidieren, doch durch zahlreiche Erbteilungen wurde der Besitz zunehmend zersplittert und die S. verloren an Einfluß. Im 16. Jh. schlossen sich die S. mehrheitlich der calvin. Konfession an. 1286 wurde  Arnold ( 1296) zum Bischof von Bamberg geweiht.  Reinhard d. Ä. (1491–1562, s. ADB 34) stand als Feldhauptmann in kfl. bayer., dann in ksl. Diensten und wurde zum Feldmarschall ernannt. Sein Sohn  Hermann Adolf (1545–1613, s. ADB 34) war Domkapitular in Köln, trat dann aber zum Calvinismus über und versuchte die Hochstifte Köln und Straßburg auf die Seite Gebhards Truchseß v. Waldburg zu bringen.  Johann Albrecht Gf. v. S.-Braunfels (1563–1623) war als kurpfälz. Großhofmeister einer der wichtigsten Berater Friedrichs IV. von der Pfalz. Seine Tochter  Amalie (1602–75, s. NDB I) war Hofdame der Elisabeth Stuart von der Pfalz. Georg Eberhard Gf. v. S.-Hohensolms-Lich (1568–1602, s. ADB 34), Herr zu Münzenberg, trat in niederl. Dienste und war 1596 Obrist der Generalstaaten.  Heinrich Maastricht (1636–93) stand ebenfalls zunächst in niederl. Diensten und wurde Generalleutnant seines Großneffen Kg. William III. von England.  Friedrich Christoph Gf. zu Solms-Wildenfels (1712–92, s. ADB 34), Sohn des preuß. Generalmajors  Heinrich Wilhelm Otto Gf. zu S.-Wildenfels (1675–1741), war kursächs. General der Infanterie. Der Standesherr und preuß. Staatsrat Ludwig Fürst zu S.-Hohensolms-Lich (1805–80) trat auch publizistisch für eine Erneuerung ständisches war ein deutscher Standesherr aus. 1867/68 gehörte er für die freikonservative Partei dem norddt. Reichstag an. Bernhard (1839–67, s. ADB 34) war k. u. k. Hauptmann. Der Bundestagsabgeordnete (1988–2009 Vizepräs., 1991–98 Fraktionsvors. d. FDP) Dr. agr. Hermann Otto S. (Prinz zu S.-Hohensolms-Lich) (* 1940), jüngster Sohn des Agrar- und Forstwirts Erbprinz Dr. phil. Hermann Otto Gf. zu S.-Hohensolms-Lich (1902–40), war 1987–99 und erneut seit 2004 Schatzmeister der FDP (s. Munzinger; Biogr. Hdb. MdB).

    • Quellen

      Qu Archiv d. Fürst zu S.-Braunfelssche Fam.stiftung, Braunfels; Fürst zu S.-Hohensolms-Lich, Fürstl. Rentkammer, Lich (Hessen); Gf. zu S.-Laubach, Gräfl. Rentkammerverw., Laubach (Hessen).

    • Werke

      W zu Ludwig Fürst zu S.-Hohensolms-Lich: Dtld. u. seine Repräsentativ-Verfassungen, 1837; Geschichtl. Anmm., 1848; Zehn Gespräche über Philos. u. Rel., 1850; Reformirte Erklärung über d. Abendmahl, 1858; Grundzüge christl. Dogmatik f. Reformirte, 1859.

    • Literatur

      A. O. Billgen, Familia comitum Solemsium, 1621; ders., Geneal. oder Stammbaum d. gfl. Hauses S., 1622; J. B. Mencken, De eminentia comitum Solmensium, 1725; Rudolph Gf. zu Solms-Laubach, Gesch. d. Gfn.- u. Fürstenhauses S., 1865; F. Uhlhorn, Gesch. d. Grafen v. S. im MA, 1931; ders., Geneal. d. Hauses S. mit genauen Qu.belegen, 1945 (Manuskript); ders., Die böhm. Linie d. Hauses S.-Lich, in: Hess. Jb. f. Landesgesch. 9, 1959, S. 86–119; ders., Reinhard Gf. zu S., 1952; Nassau. Biogr.; GHdA 114, Fürstl. Häuser 15, 1997, S. 429–61; Adelslex. 13, 2002.

  • Autor

    Jürke Grauergänzt [d. Red.]
  • Empfohlene Zitierweise

    Grau, Jürke, "Solms" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 555-557 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118748815.html
  • Familienmitglieder

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Solms, Grafen und Fürsten zu

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