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Arigler, Altmann
Leben
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Leben ↑
Arigler: Altmann
(vor seinem Eintritte ins Kloster
Franz
geheißen) wurde 1768 zu Kirchdorf in Oesterreich ob der Enns
geboren, † 1846, studirte am Lyceum der
Landeshauptstadt Linz, und trat 1788 als Noviz im
Benedictinerstifte Göttweih ein. Seine theologischen Studien legte
er als Generalseminarist an der Wiener Universität zurück, und
wurde, nachdem er 1792 bie priesterlichen Weihen empfangen, im
nächstfolgenden Jahre als Professor des ulten und Neuen
Testamentes in Linz bestellt, in gleicher Eigenschaft 1800 in die
theologische Hauslehranstalt zu Göttweih zurückgerufen, und
endlich 1806 als Professor des neutestamentlichen Bibelstudiums an
die Wiener Universität berufen. Dort wirkte er neben Jahn in
geistverwandter Richtung bis
|1813, in welchem Jahre
ihn die Capitularen des Stiftes Göttweih zu ihrem Abte wählten.
Als Leiter seines Stiftes bewährte er einen tüchtigen ökonomischen
Tact, war aber dabei eben so eifrig, wie früher als öffentlicher
Lehrer, mit gelehrten und wissenschaftlichen Studien beschäftigt,
auf die er auch dann nicht verzichtete, als ihm eine völlige
Erblindung das Lesen und Schreiben unmöglich machte; er hatte
während dieser Periode seines vorgerückten Alters stets einen
Mönch seines Klosters als Vorleser um sich, und bewahrte die
völlige Geistessrische bis zu seinem Ableben. In der
katholisch-theologischen Litteratur ist er als hermeneutischer
Schriftsteller bekannt. Seine Rede "De
certitudine studii biblici" (1809) war eine Apologie der
rationellen Methode der Schriftauslegung gegen die nach Arigler's
Meinung von Einigen mit Unrecht behauptete Unsicherheit ihrer
Ergebnisse. Es handelte sich da um gewisse Aeußerungen des
Dogmatikers Klüpfel, in dessen Vorrede zu einer neuen Ausgabe des
"Commonitorium Vincentii Lerinensis"; an
diese Vorrede knüpfte
A.
seine apologetischen Digressionen an, welchen
nachträglich auch die beiden katholischen Hermeneutiker Jahn und
Sandbichler zustimmten. (Vgl. über diese Controverse M. Arneth:
"Die Unterschiede zwischen der blos rationellen und der
katholischen Schriftauslegung"; Linz, 1816).
A.
trat sofort selber mit einer "Hermeneutica biblica generalis" (Wien, 1813)
hervor, welcher man bei Anerkennung sonstiger Vorzüge ein
ungebührliches Verkennen des mystischen Elementes der Bibel zur
Last legte. Für ihre sonstige Brauchbarkeit zeugt der Umstand, daß
sie eine zweimalige Umarbeitung durch die beiden katholischen
Hermeneutiker Unterkircher (1831) und Hofmann (1846) erfuhr,
welche der vorgeschrittenen kirchlichen Richtung Rechnung tragend,
Arigler's Arbeit mit den Grundsätzen der ächt katholischen
Schriftauslegung in innigeren Einklang zu bringen strebten.
Autor ↑
Werner.
Empfohlene Zitierweise ↑
Werner, „Arigler, Altmann“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
527-528
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd115871284.html?anchor=adb
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