<< Aretin, Johann Adam Freiherr von
Aretin, Johann Georg Freiherr von >>
Aretin, Johann Christoph Freiherr von
Publizist und Historiker,
* 2.12.1772 Ingolstadt,
† 24.12.1824 München. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
B Johann Adam von Aretin (s. 2), Johann Georg von Aretin (s. 4);
⚭ 1) Wetzlar 6.6.1795 Dorothea von Requilé (1779–1800), 2) Wetzlar 15.6.1802 Wilhelmine von Hertwig (1777–1849);
S aus 1) Karl Maria von Aretin (s. 5);
E Theodor von Aretin (1835–1907), Ingenieur;
Ur-E Emil Otto von Aretin (Pseudonym Framer, 1889–1932), Schauspieler.
Leben ↑
Nach dem Studium in Heidelberg und Göttingen wurde Aretin bereits 1795 Mitglied der Göttinger und 1796 der Münchener Akademie der Wissenschaften. Er stand immer den Kreisen der Illuminaten sehr nahe. 1801 wurde er auf Staatskosten zum Studium der Nationalbibliothek nach Paris entsandt. Seine dort erworbenen Kenntnisse verwandte er als Hofbibliothekar bei der Durchsicht säkularisierter Klosterbibliotheken zur Rettung wertvollster Bestände. Als Mitherausgeber der Zeitschrift „Alemannia“ war er das Sprachrohr von Montgelas und griff in zahlreichen,
z. T. maßlosen Flugschriften in die Politik ein. Gegen die Anmaßungen norddeutscher Gelehrter wandte sich Aretin im
sog. Akademiestreit. Seine Maßlosigkeit bereitete seiner Tätigkeit als Hofbibliotheksdirektor ein Ende, wenn sich auch der Verdacht einer Beteiligung an dem Mordanschlag auf F. Thiersch nicht bestätigte. An das Oberappellationsgericht nach Neuburg/Donau versetzt, verfaßte er eine Reihe bedeutender Schriften historischen Inhalts. In seinem Hauptwerk „Staatsrecht der konstitutionellen Monarchie“ (2 Bände 1824/25, mit C. von Rotteck) erweist er sich als Vertreter des abstrakten Rechtsstaats und naturrechtlicher Theorien. In den ersten beiden bayerischen Landtagen spielte Aretin als Herausgeber der Landtagszeitung und als Vertreter der gemäßigten Opposition eine bedeutende Rolle. Er war ein tatkräftiger Förderer A. Senefelders, des Erfinders der Lithographie, und war auch als Dramatiker und Komponist tätig.
Werke ↑
Weitere W Anonym: Ein neuer Landtag, 1799; Was wir wollen, 1813; Entweder - Oder, 1816;
unter seinem Namen: Btrr. z. Gesch.
lit., 1803–10; Die Österreicher in Bayern
z. Anfang d. 18. Jh.s, 1805; Die Pläne Napoleons u. seiner Gegner,
bes. in Teutschland u.
Österr., 1805;
Bayer.-
tirol. Denkwürdigkeiten, 1806; Bayerns größter Umfang unter d. Agilulfingern, Karolingern, Welfen u. Wittelsbachern, 1809
(erstes lithogr. Kartenwerk);
Lit. d.
Staatsgesch. Bayerns, 1810;
Biogr. Napoleons
d. Gr., 1810; Sachsen u. Preußen, 1814; Gespräch
üb. d. Verfassungsurk. d.
Kgr. Bayern, 1818; Vaterländ. Erinnerungen bei Gelegenheit d. neu
hrsg. teutschen Spielkarten f. d.
bayer. Volk, 1819;
Gesch. d. Juden in Bayern, 1820; Wie darf man in d.
dt. Bundesstaaten
üb. polit. Gegenstände schreiben?, 1824.
Literatur ↑
ADB I;
Slg. d. Aktenstücke d.
Präs. d.
Kgl. Ak. d. Wiss. z. München H. Jakobi u. fünf Konsorten gegen d.
kgl. baier. Oberhofbibliothekar Ch.
Frhr. v. A. als Beklagten puncto injuriarum atrocissimarum et satisfactionis, 1810; E. Petzet, F. Jakobs
üb. d. Münchener
Staatsbibl. vor 100 J., in:
Beil. z. Allg. Ztg., 1907.
Nr. 73; C. Wagner,
A. Senefelder, 1914; K. Löffler,
Dt. Klosterbibliotheken, 1918, S. 39 ff.; E.
v. Aretin, Ch.
Frhr. v. A., 1926;
s. a. L zu 2).
Portraits ↑
Lithogr. v. A. Senefelder
(erster lithogr. Versuch).
Autor ↑
Karl Otmar Freiherr von Aretinergänzt [d. Red.]Empfohlene Zitierweise ↑
Aretin, Karl Otmar Freiherr von, „Aretin, Johann Christoph Freiherr von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
348
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd115664823.html
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Aretin, Johann Christoph
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Aretin: Johann
Christoph Freiherr von
A.
, geb. 2. Dec. 1773 zu
Ingolstadt, † 24. Dec. 1824, studirte in Heidelberg,
Göttingen, und war schon 1799 Generallandesdirectionsrath in
München. 1801 machte er eine Wissenschaftl. Reise nach Paris;
wurde Mitglied und Vicepräsident der bair. Akademie der Wissensch.
und 1802 Aufseher des histor. Faches der Hofbibliothek, 1803
Custos und nachdem er 1803 als Mitglied der Commission zur
Durchforschung der säcularisirten Klöster gewirkt hatte, 1806
Oberbibliothekar. Durch seine eingewurzelte
|Abneigung
gegen Preußen und das norddeutsche Wesen überhaupt ließ er sich zu
Angriffen auf die nach Baiern berufenen Gelehrten (bes. Thiersch)
fortreißen, die besser unterblieben wären. In Folge derselben
legte er 1811 seine Stelle an der Staatsbibliothek nieder, ward
Director und 1813 Vicepräsident des Appellationsgerichts zu
Neuburg a. Donau, und 1819 Präsident des App.-Gerichts zu Amberg
(damals Regenkreis). Er starb zu München.
— Als Schriftsteller machte er sich besonders durch sein
"Staatsrecht der constitutionellen Monarchie" (Altenburg
1824, von Notteck beendet)
einen Namen. (2. Aufl. Leipz. 1838—40). Getragen von einer kahlen
Nechtsstaatsidee, ein verspäteter Vertreter der alten
naturrechtlichen Theorie, bildete er eine abstracte
Nerfassungslehre aus, in welcher er, den Gedanken Montesquieu's
"von der Theilung der Gewalten" verwerfend, die Einheit der
Staatsgewalt (und zwar das rein monarchische Prinzip) als eine
begriffliche und praktische Nothwendigkeit vertheidigte und nur in
Beziehung auf einzelne Thätigkeiten derselben, aus Klugheits- und
Erfahrungsgründen Bedingungen und Beschränkungen zuläßt. Bei
seinem überwiegenden Sinne für das Formale des Staatslebens
brachte er es zu keinem lebensvollen Begriff der Verwaltung und
sprach sich insbesondere energisch gegen die Wohlfahrtspolizei
aus. Das vollständigste Verzeichniß seiner Schriften findet sich
in der oben erwähnten Schrift "Die Familie Aretin" S. 36 f.
Autor ↑
v. Inama.
Empfohlene Zitierweise ↑
Inama von Sternegg, Theodor, „Aretin, Johann Christoph“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
518-519
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd115664823.html?anchor=adb
Aretin, Christoph Freiherr von
Name: Aretin, Christoph Freiherr von
Namensvariante: Aretin, Johann Christoph Freiherr von
Lebensdaten: 1772 bis 1824
Geburtsort: Ingolstadt
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Publizist; Historiker; Bibliothekar; Jurist
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Aretin, Karl Otmar Freiherr vonAutor ADB:
Inama von Sternegg, TheodorPND: 115664823