<< Crailsheim, Friedrich August Ernst Gustav Christoph Krafft Freiherr von, Graf von
Cramer, Friedrich Gottfried Matthias >>
Cramer, Eduard
Keramikindustrieller,
* 8.6.1859 Bochum,
† 12.2.1931 Berlin. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Eduard (
* 1832), Weinhändler,
S des
Kaufm. Christian Eduard (1803–34)
u. der Henriette Luise
Wilh. Bierhorst (
kath.) aus Bochum;
M Pauline,
T des Conrad Wechler, Gutsbesitzer in Langenlonsheim,
u. der Juliane Henriette Lang;
⚭ 1892.
Leben ↑
Cramer studierte Chemie an den Technischen Hochschulen Hannover und Berlin. H. Seger, damals Leiter der chemisch-technischen Versuchsanstalt der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin, berief ihn 1883 als Assistenten. 1886 trat er in das Tonindustrie-Unternehmen ein, das Seger 1876 mit Aron zusammen gegründet hatte. 1891 wurde er Teilhaber dieses Unternehmens, das nunmehr „Chemisches Laboratorium für die Tonindustrie Professor Dr. Seger & E. Cramer“ firmierte. Cramer beobachtete 1892 zum ersten Mal die Flüchtigkeit der Kieselsäure bei der Erhitzung von Tonen auf hohe Temperaturen. 1899 unternahm er als erster systematische Untersuchungen zur Erreichung einer möglichst großen Dichte bei feuerfesten Erzeugnissen durch geeignete Korngrößenabstufungen. Er konnte auf Grund dieser Versuche die dichtesten Packungen auf empirischem Wege feststellen. 1903 untersuchte Cramer das Verhalten von Quarziten bezüglich der Volumenvergrößerung beim einmaligen und mehrmaligen Brand. Die außerordentlich fleißigen und umfangreichen Untersuchungen haben bis heute nichts an Bedeutung verloren. 1914 schlug Cramer auf der Sitzung des „Vereins deutscher Fabriken feuerfester Erzeugnisse“ nach 13jähriger schwieriger und mühsamer Arbeit vor, diejenigen Erzeugnisse als „feuerfest“ zu bezeichnen, deren Schmelzpunkt bei mindestens 1580° C liegt. Diese Definition wurde angenommen und hat sich so bewährt, daß sie in die DIN-Normen übernommen wurde. Cramer ist somit der Urheber des heutigen Begriffes „feuerfest“. Dr.-Ingenieur Ehren halber Technische Hochschule Hannover (1927).
Literatur ↑
Nachruf in: Keram.
Rdsch., 39.
Jg.,
Nr. 8
v. 19.2.1931
(P).
Autor ↑
Adolf JaeschkeEmpfohlene Zitierweise ↑
Jaeschke, Adolf, „Cramer, Eduard“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
388
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/sfz120862.html
Cramer, Eduard
Name: Cramer, Eduard
Lebensdaten: 1859 bis 1931
Geburtsort: Bochum
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Silikatchemiker; Industrieller
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Jaeschke, Adolf