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Arendt, Johann Joseph Franz
Leben
| Autor
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Leben ↑
Arendt: Johann Joseph
Franz
A.
, geb. 4. Mai 1786
zu Hildesheim, † 23. Dec. 1856 zu Osnabrück. Den Grund zu seiner Bildung
legte er auf dem katholischen Gymnasium seiner Vaterstadt, und
begab sich 1807 zum Studium der Medicin auf die Universität
Göttingen. Nach Gründung des Königreichs Westfalen wurde er aber
gezwungen, westfälischer Soldat zu werden; doch brauchte er nicht
ins Feld zu rücken, sondern hat bis 1813 auf dem Büreau in Kassel
gearbeitet. Nach dem Sturz Jerome's konnte
A.
seine Studien aus Mangel an Mitteln nicht mehr
fortsetzen, sondern mußte sein Brot als Hauslehrer zu verdienen
suchen, und hat als solcher etwa 16 Jahre in verschiedenen
Familien des katholischen Adels im Großherz. Oldenburg und Königr.
Hannover zugebracht, zuletzt in der Familie von Böselager zu
Eggermühlen. 1828 übernahm er die Redaction des "Osnabrücker
Bürgerblattes"; jedoch behielt er seine Stellung zu Eggermühlen
noch eine Zeit lang bei, bis sein Zögling zur Universität ging.
Dann ließ er sich als Sprachlehrer zu Osnabrück nieder, was ihm
der Magistrat, weil er ein Fremder war, nicht gestattete, ohne daß
der 43jährige Mann sich einem Examen im Französischen und
Englischen unterwarf. Sein Wirkungskreis war bald ein sehr
umfassender, denn er unterrichtete in der lateinischen,
griechischen, französischen, englischen, spanischen und
italienischen Sprache, beschäftigte sich nebenbei auch
leidenschaftlich mit der Botanik, für die hier bis dahin fast gar
nichts geschehen war, namentlich in den Schulen, und man darf
A.
in dieser Hinsicht als den Begründer einer neuen Aera
für unsre Stadt ansehen. Gegen Hofrath Meyer in Göttingen, dessen
"Chloris Hannoverana", wenigstens was die
Flora unserer Gegend betrifft, eine gar zu dürftige Arbeit war,
schrieb er eine eingehende Kritik unter dem Titel: "In Chloridem florae hannoveranae", wodurch er
sich dessen Zorn in bedeutendem Grade zuzog. Das Bürgerblatt" ging
1831 ein, und
A.
schrieb dann eine kurze Zeit lang den "Osnabrückischen
Hausfreund" unter Mitwirkung des technischen und Handelsvereins
und wirkte dann eine Reihe von Jahren bis an seinen Tod als Lehrer
der Naturgeschichte in der Noelleschen Handelsschule. Jahrelang
beschäftigte ihn der
|Gedanke, eine "Flora Osnabrugensis" zu verfassen, und er hat
eine große Menge Notizen zu diesem Zweck niedergeschrieben.
Ein älterer Bruder Arendt's hatte sich der Musik gewidmet,
componirte Lieder, deren einige sich im "Arion" finden; er war
Dom-Musikdirector und Gesanglehrer am Gymnasium Josephinum in
Hildesheim und starb 1854 in Karls bad. Beide Brüder sind
unverheirathet geblieben.
Autor ↑
Rosenthal.
Empfohlene Zitierweise ↑
Rosenthal, „Arendt, Johann Joseph Franz“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
516-517
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd132504855.html?anchor=adb
Arendt, Johann Joseph Franz
Name: Arendt, Johann Joseph Franz
Lebensdaten: 1786 bis 1856
Beruf/Lebensstellung: Journalist; Botaniker; Schulmann; Sprachlehrer
Konfession: katholisch?
Autor ADB:
RosenthalPND: 132504855