<< Dühring, Eugen Carl
Dülfer, Johannes Emil >>
Dührssen, Alfred
Gynäkologe, Geburtshelfer,
* 23.3.1863 Heide (Dithmarschen),
† 11.10.1933 Berlin. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Jacob, Dr. med., Arzt in Heide;
M Adele (
* 1838),
T des Dr. med. Nicolaus Dohrn;
Om Rudolf Dohrn (1836–1915), 1863-83
Prof. der Geburtshilfe in Marburg (errichtete hier 1867/68 Frauenklinik), 1883-96 in Königsberg,
bearb. das „Preußische Hebammenlehrbuch“ (1892)
u. setzte Eduard
v. Siebolds
Gesch. der Geburtshilfe fort (
Gesch. der Geburtshilfe der Neuzeit, 1903/04);
⚭ 1888 Gertrud Paßmann; 3
S.
Leben ↑
Nach Studium in Marburg und an der Kaiser-Wilhelms-Akademie für militärärztliches Bildungswesen in Berlin war Dührssen kurze Zeit Militärarzt. Dann wurde er Assistent seines Onkels R. Dohrn an der Frauenklinik in Königsberg, 1886 von A. Gusserow an der geburtshilflichen Poliklinik in Berlin, 1888 Hebammenlehrer und Privatdozent (1895 Professorentitel). 1892 gründete er eine Privatklinik für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe, 1913 schied er freiwillig aus dem Lehrkörper der Universität Berlin aus. – Dührssen war ein sehr geschickter Operateur, der zu den Begründern der modernen operativen Gynäkologie gehört. Bahnbrechend wurden seine vaginalen Operationsmethoden. Für die Geburtshilfe bedeutend ist die Einführung der Uterus-Scheidentamponade, die tiefe Scheidendammincision und der vaginale Kaiser
|schnitt. Dührssen betätigte sich auch in der Medizinaltechnik (Dührssen-Büchse) und bei der Bekämpfung des Unterleibskrebses. Von seinen über 200 Arbeiten tragen die späteren meist polemischen Charakter und kämpfen um die Anerkennung seiner Operationsmethoden.
Werke ↑
u. a. Über Ernährung
u. Stoffwechsel d. menschl. Frucht, in: Archiv f. Gynäkol. 32, 1888; Über d. operative Heilung d. mobilen
u. fixierten Retroflexio uteri,
ebd. 47, 1894;
Btr. z. Priorität
u. Technik einiger berühmter gynäkol. Operationen,
ebd. 123, 1925; Die Anwendung d. Jodoformgaze in d. Geburtshilfe, 1888; Die Therapie d. engen Beckens, in: Berliner Klinik 8, 1889; Geburtshilfl. Vademecum, 1890,
151921; Gynäkol. Vademecum, 1891,
15/161922; Über d. Behandlung d. Eklampsie, 1892; Der vaginale Kaiserschnitt, 1896; Die Einschränkung d. Bauchschnittes durch d. vaginale Laparotomie, 1899; Die neue Geburtshilfe, 1923.
Literatur ↑
Klopfer, in:
Med. Welt 7, 1933, S. 1556;
P. Straßmann, in:
Zbl. f. Gynäkol. 58, 1934, S. 146;
H. Fasbender,
Gesch. d. Geburtshilfe, 1906;
C. J. Gauß
u. B. Wilde, Die
dt. Geburtshelferschulen, 1956;
Fischer I;
Rhdb. –
Qu.: Archiv d. Humboldt-
Univ. Berlin. –
Zu Om R. Dohrn: W. Stoekkel, in:
Zbl. f. Gynäkol. 40, 1916, S. 49-58;
E. Philipp
u. G. Hörmann, Die Kieler
Univ.-Frauenklinik
u. Hebammen-Lehranstalt, 1955.
Portraits ↑
Phot. (Univ.bibl. Berlin).
Autor ↑
Manfred StürzbecherEmpfohlene Zitierweise ↑
Stürzbecher, Manfred, „Dührssen, Alfred“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
158 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117657484.html
Dührssen, Alfred
Name: Dührssen, Alfred
Lebensdaten: 1863 bis 1933
Geburtsort: Heide (Dithmarschen)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Gynäkologe; Geburtshelfer
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Stürzbecher, ManfredPND: 117657484