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NDB-Artikel

<<  Dubislav, Walter Ernst Otto      Dubois, Paul Charles  >>

Duboc, Carl Julius (Pseudonym Julius Lanz)

Philosoph und Schriftsteller, * 10.10.1829 Hamburg, 11.6.1903 Dresden. (lutherisch)


Genealogie | Leben | Werke | Literatur | Autor | Zitierweise

Genealogie  
V Eduard (1786–1829) aus Havre de Grâce, seit 1807 in Hamburg, Privatgelehrter u. Teilh. der ManufakturwarenFa. E. D. u. Co.; M Juliane (1795–1844, kath.), T des Kaufm. Andreas Nic. Lantz in Hamburg; B Edouard (Ps. Robert Waldmüller, 1822–1910), Vf. ethnographischer Erzz., Übersetzer, Dramatiker (s. Brümmer; Kosch, Lit.-Lex.); Dortmund 1865 Sophie Louise, T des Lehrers Peter Lübke u. der Wilhelmine Enckhaus; Schwager Wilh. Lübke (1826–93), Kunsthistoriker.

Leben  
Duboc studierte in Gießen und Leipzig Mathematik und Physik in der Absicht, sich später dem Bergbaufach zu widmen. Es siegte jedoch die Neigung zur Philosophie, zumal schon der Vater ein Werk „De la dignité de l'homme“ (Brüssel 1827) veröffentlicht hatte und mit Hegel und Reinhold bekannt gewesen war. Aus Gesundheitsrücksichten unterbrach er 1853 sein Studium und begab sich bis 1857 nach Australien. Durch den Verlust seiner Schafherden zur Rückkehr gezwungen, führte er in Berlin seine philosophischen Studien zu Ende. Nach der Promotion war er zunächst an der Deutschen Zeitung, 1861-63 an der Westfälischen Zeitung in Dortmund, zuletzt bis 1870 an der Berliner Nationalzeitung als Redakteur tätig. Dann zog er als freier Schriftsteller nach Dresden, das ihm zur Heimat wurde.
|Duboc war schon als Student mit Ludwig Feuerbach in Briefwechsel getreten, dessen Werke er mit Begeisterung las. Feuerbach wurde ihm zum richtungweisenden Führer und Lehrer. Er teilte seine sensualistische Grundhaltung und seine Ablehnung des Jenseitsglaubens. Dubocs Werk „Das Leben ohne Gott, Untersuchungen über den ethischen Gehalt des Atheismus“ (1875) versucht zu zeigen, daß das Aufgeben des gewöhnlichen Gottes- und Unsterblichkeitsglaubens nicht notwendig zur Unsittlichkeit führen müsse, sondern auch dem Atheisten eine ethisch-ehrfürchtige, ja religiöse Haltung möglich sei. In seinen späteren Schriften wich Duboc zum Teil erheblich von Feuerbach ab, wie er selbst wiederholt betonte. Auch bestritt Feuerbach, daß er von Duboc wahrhaft verstanden worden sei. Duboc kam es vor allem auf entschiedene Bejahung der sinnlichen Wirklichkeit und Wertschätzung des Lebens an; er bekennt sich zum Optimismus, den er in seinem Hauptwerk „Der Optimismus als Weltanschauung und seine religiös-ethische Bedeutung für die Gegenwart“ (1881) darstellt. Mit scharfen Worten wendet er sich gegen den Pessimismus Schopenhauers und anderer Zeitgenossen, die den idealen Gehalt des Lebens nicht gelten lassen. Er vertritt einen hochgestimmten evolutionistischen Fortschrittsglauben und ist von einer dem Lichte zugewandten Aufwärtsbewegung zu immer höheren und vollkommeneren Lebensinhalten überzeugt. Als Ethiker stellt er in seinem „Grundriß einer einheitlichen Trieblehre vom Standpunkt des Determinismus“ (1892) dem Imperativ Kants: Tue was du sollst! den Grundsatz: Tue was du willst, das heißt erfülle den Inhalt deines menschlichen Willens! gegenüber. – Auch als Historiker versuchte Duboc den Forderungen und Bedürfnissen der Gegenwart gerecht zu werden. Seine Schrift „Hundert Jahre Zeitgeist in Deutschland“ (1889) ist in diesem Sinne geschrieben und zeigt die nämliche anregende Vielseitigkeit, die auch in seinen Essays und Novellen zum Ausdruck kommt.

Werke  
Weitere W u. a. Die Psychol. d. Liebe, 1874, 21880; Jenseits vom Wirklichen, 1896; Das Ich u. d. übrigen (Für u. wider Max Stirner), 1897; Die Lust als sozialethisches Entwicklungsprinzip, 1900; Essays: Gegen d. Strom, 1877; Reben u. Ranken, 1879; Streiflichter, 1902; Herzensgeschichten, 1888 (Novellen).

Literatur  
W. Bolin, Ludw. Feuerbach, Sein Wirken u. s. Zeitgenossen, 1891; Ausgewählte Briefe v. u. an Ludw. Feuerbach, hrsg. v. dems., 2 Bde., 1904; K. Joël, in: Nord u. Süd 60, 1892, S. 318-39; Ueberweg IV; Ziegenfuß; J. Sass, in: BJ VIII, S. 63-68 (W, L). – Zu Schwager Wilh. Lübke: L. Rohling, in: Westfäl. Lbb. VI, S. 147-65 (W, L, P).

Autor  
Renate Vollbrecht
Empfohlene Zitierweise  

Vollbrecht, Renate, „Duboc, Carl Julius“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 145 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116230193.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 145 f.


GND: 116230193

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Index

Duboc, Julius

Name: Duboc, Julius
Namensvariante: Duboc, Carl Julius
Namensvariante: Lanz, Julius (Pseudonym)
Lebensdaten: 1829 bis 1903
Geburtsort: Hamburg
Sterbeort: Dresden
Beruf/Lebensstellung: Philosoph; Schriftsteller
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Vollbrecht, Renate
GND: 116230193

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