<< Drechsler, Gustav Adolph Wilibald
Dreesen, Willrath >>
Drechsler (Traxler), Joseph
Musiker,
* 26.5.1782 Wällisch-Birken (Böhmen),
† 27.2.1852 Wien. (katholisch)
Genealogie
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| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Jos. Traxler aus Prestitz
b. Pilsen, Schullehrer in Wällisch-Birken;
M Rosina Stuchly;
⚭ 1) Wien 1808 Eleonore (1782–1829, 1816 wahnsinnig),
T des Joseph Kreutzer (
† 1807), Friseur in Wien,
u. der Schuhmacherstochter
Kath. Dewald, 2) Wien 1829 Therese Haas (
* 1807),
Ziehvater Franz Xaver
Rr. v. Lendenfeld,
k. k. Stiftungen-Hofbuchhaltungsoffizial; 1
S, 2
T aus 1).
Leben ↑
Im Rahmen seiner Musik zum Zaubermärchen „Der Bauer als Millionär“ (Wien, Leopoldstädtertheater 16.11.1826) ist Drechsler durch Ferdinand Raimunds „Brüderlein fein“-Melodie berühmt geworden. Er studierte am Passauer Gymnasium und der angeschlossenen Philosophischen Lehranstalt 1794-96 beziehungsweise 1798 bis 1802, dazwischen Musik beim Benediktinerstiftsorganisten Dionys Grotz (Grotius, 1748-1817) zu Vornbach/Inn. Von Prag, wo Drechsler als komponierender Student der Theologie und Rechtswissenschaften auffiel, holte ihn 1807 Theaterdirektor K. F. Hensler nach Wien. Nach Umwegen über die Hofoper und die Bühnen Baden-Preßburgs repräsentierte Drechsler hier den Typ eines sowohl dem Volkstheater als auch der Kirche dienenden Kapellmeisters. Er zählte als „Professor der Harmonielehre und des Orgelspiels an der Normalhauptschule zu Sankt Anna“ Joseph Wolfram, Jak. Burzinsky, Franz Joseph Ziehrer und Johann Strauß-Sohn zu seinen namhaftesten Schülern. Mit 1821 war Drechsler eine Reihe von Jahren Kapellmeister am Josephstädter und Leopoldstädter Theater sowie seit 1844 Domkapellmeister an Sankt Stephan; wie Mozart liegt auch Drechsler in einem Schachtgrab des Sankt Marxer Friedhofs begraben.
Werke ↑
50 Bühnenwerke (Btrr. zu sämtl. Gattungen d. vormärzl. Musiktheaters) darunter an d. Leopoldstädter Bühne bes. erfolgreich: Der Berggeist
od. Die drei Wünsche, 1819 (Text
v. J. A. Gleich); Der Diamant d. Geisterkönigs, 1824 (Text
v. Raimund); Gisperl
u. Fisperl,
od. Alle Minuten etwas anderes, 1825 (Text
v. A. Bäuerle); Das Mädchen aus d. Feenwelt,
od. Der Bauer als Millionär, 1826 (Text
u. einzelne Melodien
v. F. Raimund); Sylphide, das Seefräulein, 1828 (
darin d. „Brüderlein fein“-Weise als Marionettentanz, Text
v. Th. Krones); kirchl.
u. weltl. Vokalkompositionen, Instrumentalmusik, theoret.-prakt. Musikschrr.
Literatur ↑
A. Orel, Die Gesänge d. Märchendramen, in: Raimund-Gesamtausg. VI, Wien 1924;
F. Hadamowsky, Das Theater in d. Wiener Leopoldstadt, 1934;
K. M. Pisarowitz, Vergessene Volkskomponisten aus Böhmen III, in: Der Neue Tag, Prag, Jan. 1940;
ders., Die Gurkennase, in: Die Welt
v. 27.2.1952
(P);
ders., Passauer Malefizkerl, in: Neue Presse, Juli 1952
(P);
ders., in: Das Orchester 1, 1958, S. 9
(P);
A. Orel, in:
MGG III,
Sp. 743 f.
(P);
Wurzbach;
eigene Forschungen.
Portraits ↑
Lith. v. J. Weidner, Wien 1827,
Abb. in: Taschenbuch
v. k. k. priv. Theater in d. Leopoldstadt, 14.
Jg., 1827.
Autor ↑
Karl Maria PisarowitzEmpfohlene Zitierweise ↑
Pisarowitz, Karl Maria, „Drechsler, Joseph“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
106
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd127916148.html
Drechsler, Joseph
Name: Drechsler, Joseph
Namensvariante: Traxler, Joseph
Lebensdaten: 1782 bis 1852
Geburtsort: Wällisch-Birken (Böhmen)
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Musiker
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Pisarowitz, Karl MariaPND: 127916148